Butterschmalz – der haltbare Alleskönner

Allgemeines zu Butterschmalz
Anwendung und Haltbarkeit
Inhaltsstoffe
Häufige Fragen

Butterschmalz – der haltbare Alleskönner

Allgemeines zu Butterschmalz
Inhaltsstoffe
Anwendung und Haltbarkeit
Häufige Fragen

Aktualisierung: 15.05.2021

Butterschmalz ist ein wenig in Vergessenheit geraten, dabei outet sich die Kalorienbombe als echtes Multitalent. Temperaturen machen Butterschmalz kaum etwas aus. Zudem eignet es sich für Menschen, die Laktose nicht vertragen.

Mit Blick auf die Gesundheit ist ähnlich wie bei Butter allerdings ein maßvoller Verzehr wichtig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Butterschmalz wird aus Butter hergestellt.
  • Durch den hohen Rauchpunkt eignet sich Butterschmalz vor allem zum Anbraten.
  • Butterschmalz enthält deutlich mehr Fett als Butter.
  • Das Multitalent ist gut verträglich und laktosefrei.
  • Figurbewusste Menschen und jene, die mit Stoffwechselerkrankungen zu kämpfen haben, sollten zurückhaltend mit Butterschmalz sein.
  • Butterschmalz kann selbst hergestellt werden.

Was ist Butterschmalz?

Butterschmalz war schon den Menschen in der Antike ein Begriff. Heute wird Butterschmalz vor allem dann in der Küche angewendet, wenn hohe Temperaturen im Spiel sind. Dafür gibt es einen guten Grund, denn Butterschmalz kann auf bis zu 205° erhitzt werden, ohne dass es verbrennt. Insbesondere für das Anbraten ist der Alltagshelfer daher empfehlenswert.

Butterschmalz wird hergestellt, indem frische Butter langsam bei niedriger Temperatur geschmolzen wird. Dadurch bildet sich an der Oberfläche ein Schaum aus Eiweiß. Dieser wird abgeschöpft. Danach beginnt das Prozedere erneut bis beinahe das komplette Wasser verdampft ist. Das Ergebnis ist ein weiches Fett, das durch eine goldgelbe Farbe besticht.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Herstellung von Butterschmalz perfektioniert. Zusätzliche Verfahrensschritte wie das Schleudern, Klären sowie Aufschlagen kamen hinzu.

Gut zu wissen!

Butterschmalz ist ein reines Naturprodukt, das als sehr fein und geschmeidig beschrieben werden kann. Konservierungsstoffe und Zusatzstoffe werden nicht hinzugefügt.

Butterschmalz: Inhaltsstoffe

Butterschmalz, auch als Butter-Reinfett bezeichnet, enthält mit 0,1 Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil an Wasser. Das Fett basiert auf einem tierischen Ursprung, da Butter für die Herstellung genutzt wird. Für sensible Bäuche bietet sich der Vorteil, dass Butterschmalz keine Laktose und nur etwa 0,1 Prozent Milcheiweiß vereint. Somit ist das Multitalent gut verträglich.

Butterschmalz-Eigenschaften im Überblick

  • enthält kaum Wasser und Milcheiweiß
  • laktosefrei
  • besteht aus bis zu 99,8 Prozent Fett
  • schmeckt wie Butter
  • ist leicht verdaulich
  • besitzt mehr Kalorien als Butter
  • enthält Vitamin A
  • vereint Cholesterin und viele gesättigte Fettsäuren
  • spritzt beim Anbraten nicht
  • lässt sich stark erhitzen

Butterschmalz: vielseitige Anwendung und lange Haltbarkeit

Butterschmalz überzeugt vor allem dadurch, dass es sehr vielseitig eingesetzt werden kann. Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit und Milcheiweißallergie greifen gerne auf den kleinen Helfer zurück, um Butter zu ersetzen. In der Küche kann Butterschmalz genutzt werden, um Lebensmittel scharf anzubraten, Gemüse zu dünsten, Soßen zu kreieren oder Gebäck zu gestalten.

Neben der Tatsache, dass Butterschmalz sehr vielseitig ist, schätzen Liebhaber vor allem die lange Haltbarkeit. Keime lassen sich nur ungern auf Butterschmalz nieder, da durch das fehlende Wasser und Eiweiß kein gemütlicher Nährboden entsteht. Wer Butterschmalz selbst herstellt und es im Anschluss in sterile Gefäße abfüllt, kann das Fett für bis zu 9 Monate aufbewahren – wohlgemerkt bei Zimmertemperatur. Wird das Multitalent in den Kühlschrank befördert, ist eine Haltbarkeit von bis zu 15 Monaten möglich. Voraussetzung dafür ist, dass ein Deckel das Gefäß verschließt.

Gut zu wissen!

Butterschmalz ist dafür bekannt, dass es Aromen aus der Umgebung annimmt. Geschmacksveränderungen können dann die Folge sein. Licht und Luft beeindrucken Butterschmalz hingegen nicht.

Ist Butterschmalz gesund?

Bei Butterschmalz handelt es sich um ein sehr kalorienreiches Lebensmittel. Es besteht fast aus 100 Prozent Fett. Davon nehmen die ungesättigten Fettsäuren, die als empfehlenswert gelten, nur einen Anteil von 33 Prozent ein. Daher sollten Übergewichtige und Menschen mit einer Stoffwechselstörung Butterschmalz nur ab und an auf den Speiseplan setzen. Gegen einen maßvollen Umgang mit Butterschmalz spricht aber nichts.

Rezept: Butterschmalz selbst herstellen

Butterschmalz lässt sich relativ einfach selbst herstellen. Nur eine Zutat und etwas Geduld sind dafür gefragt. Folgende Schritte sollten sorgsam durchgeführt werden, um ein geschmeidiges Butterschmalz zu erhalten.

  1. Kalte Butter in Streifen oder Würfel schneiden. Anschließend in einen Topf geben und bei kleinster Stufe schmelzen lassen.
  1. Nach einiger Zeit setzt sich das Eiweiß ab und das Wasser verdampft. Der Schaum, der sich dadurch bildet, muss nun regelmäßig abgeschöpft werden.
  1. Nachdem das ganze Wasser verdampft ist und sich das Eiweiß auf dem Boden des Topfes abgesetzt hat, wird ein Sieb zur Hilfe genommen. Das Sieb wird nun mit einem Stück Küchenpapier ausgelegt. Die geklärte Butter wird darauf gegeben, um etwaige Rückstände zu entfernen. Übrigens: Der perfekte Zeitpunkt, um zu sieben, ist erreicht, wenn sich kein neuer Schaum mehr bildet und die Flüssigkeit im Topf bräunlich erscheint.
  1. Die geklärte Butter wird nun in ein steriles Gefäß gefüllt und nach dem Abkühlen mit einem Deckel verschlossen. Am besten wird das Butterschmalz im Kühlschrank aufbewahrt, hier ist es mehrere Monate haltbar.

Gut zu wissen!

Wer Butterschmalz selbst herstellen möchte, sollte genügend Zeit mitbringen. Etwa anderthalb Stunden kann es dauern, bis die Butter zu Butterschmalz reduziert wurde. Hier ist es besonders wichtig, den Produktionsprozess stets im Blick zu behalten.

Quellen zum Thema Butter

  1. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2007/daz-26-2007/butterschmalz-die-gourmetbutter

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ja, Butterschmalz kann selbst hergestellt werden. Hierfür sind Butter, ein Topf, ein Glasgefäß mit Deckel, ein Sieb und Küchenpapier notwendig.

Butter und Butterschmalz schmecken praktisch gleich. Allerdings enthält Butterschmalz mehr Fett und kann deutlich höher erhitzt werden. Zudem ist Butterschmalz länger haltbar.

Butterschmalz ist deshalb teurer, da viel Butter für die Produktion benötigt wird. Außerdem ist der Herstellungsprozess aufwendig. Eine gute Alternative ist es, Butterschmalz selbst herzustellen. Hier ist allerdings Geduld gefragt. Bis zu anderthalb Stunden kann es dauern, bis die Umwandlung von Butter in Butterschmalz abgeschlossen ist.

Anders als Butter und viele Pflanzenöle hat Butterschmalz einen sehr hohen Rauchpunkt. Dadurch dass es bei moderaten Temperaturen nicht verbrennt, eignet es sich hervorragend zum Braten. Butterschmalz kann ohne Probleme bis auf 205° erhitzt werden.

Wird Butterschmalz zum Frittieren genutzt, kann es mehrmals zur Anwendung kommen. Zum Anbraten sollte das Fett allerdings jedes Mal ausgetauscht werden.

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Unsere Autor*innen
Dipl.-Ges. oec. (FH) bei der

Im Jahr 2002 hat Jennifer Ann Steinort ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Kinderpflegerin abgeschlossen. Darauffolgend hat sie ihr Studium an der Hochschule Niederrhein angetreten. Studienschwerpunkte waren Krankenhausmanagement, Gesundheitsökonomie und Medizincontrolling. Zudem haben die konservative und operative Krankheitslehre sowie Rehabilitation und Psychiatrie eine große Rolle eingenommen. Jennifer Ann Steinort hat den akademischen Grad Dipl.-Ges. oec. (FH) erlangt und arbeitet seit 2012 als Fachjournalistin für Medizin, Gesundheit und Familie.