Selbständige 2017-03-02T12:33:37+00:00

Selbständige in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet optimalen Schutz im Krankheitsfall. Die Grundversorgung ist abgesichert, zusätzlich bieten ergänzende Tarifbausteine Sonderleistungen. Die transparente Beitragsberechnung auf Grundlage des monatlichen Einkommens gilt weitgehend als fair und angemessen. Allerdings: Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer haben es, in Bezug auf den monatlichen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, schwerer als Angestellte und Arbeitnehmer.

Selbständige, Freiberufler zahlen 100 Prozent aus eigener Tasche

Für gewöhnlich wird der Krankenversicherungsbeitrag für die GKV zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/Angestellten aufgeteilt, wobei Arbeitnehmer 7,3 Prozent zzgl. des eventuell festgelegten Zusatzbeitrages und Arbeitgeber 7,3 Prozent des Arbeitsentgelts bezahlen. Dieser Prozentsatz gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 4.350 Euro monatlich. Sämtliches Einkommen über diesem Betrag wird nicht zur Berechnung des GKV-Beitrages herangezogen. Demnach zahlen Arbeitnehmer maximal 317,55 Euro plus den jeweiligen Zusatzbeitrag aus eigener Tasche an die Krankenkasse. Arbeitgeber übernehmen nochmals 317,55 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige wird dagegen ausschließlich vom Versicherungsnehmer bezahlt. Ein Arbeitgeber ist nicht vorhanden, somit ist eine Aufteilung der Versicherungsprämie nicht möglich. Auch hier gilt die Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 4.350 Euro monatlich.

Wenn Selbstständige den vollen Satz mit Anspruch auf Krankengeld zahlen, kommen sie auf einen monatlichen Beitrag in Höhe von 635,10 Euro. Hinzu kommt noch der individuelle Zusatzbeitrag. Die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze ist in der Regel auch Grundlage für die Berechnung eines Beitrages für die gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige.

  • Beitrag zur GKV
    • mit Krankengeldanspruch: 14,6 % + Zusatzbeitrag
    • ohne Krankengeldanspruch: 14,0 % + Zusatzbeitrag
  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich hälftig den Grundbeitrag von je 7,3 Prozent 
  • Arbeitnehmer zahlen zusätzlich den anfallenden Zusatzbeitrag
  • monatliche Beitragsbemessungsgrenze beträgt 4.350 Euro und ist Grundlage für Beitragsberechnung für die gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige

Günstige Krankenversicherung für Selbständige: Von Sonderregelungen profitieren

Für die meisten Freiberufler und Existenzgründer, sowie für anderweitig Selbständige, ist es jedoch meist nicht möglich, einen solch hohen Beitrag innerhalb der GKV zu zahlen. Zumal des Weiteren Beiträge in die Pflegepflichtversicherung und Rentenversicherung entrichtet werden müssen. Das tatsächliche Einkommen erreicht nur selten die Regelbemessungsgrenze. In diesen Fällen empfiehlt es sich, mit der gesetzlichen Krankenversicherung ins Gespräch zu kommen und somit von Sonderregelungen zu profitieren. In bestimmten Fällen ist es möglich, die Versicherungsprämie auf einen Mindestbeitrag zu reduzieren. Die Mindestbemessungsgrundlage für Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer liegt bei 2231,25 Euro. Bei dem vollen Beitragssatz werden somit 325,76 Euro zzgl. Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung fällig. Wer wiederum den ermäßigten Satz von 14,0 Prozent gewählt hat, der keinen Anspruch auf Krankengeld beinhaltet, zahlt 312,38 Euro. Weiterhin kommen der Zusatzbeitrag sowie die Kosten zur Pflegeversicherung dazu.

In absoluten Ausnahmefällen kann der Beitrag auf 217,18 Euro (14,6%) bzw.  208,25 Euro (14,0%) zzgl. Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung gesenkt werden. Hierzu muss sich der Versicherungsnehmer in der Gründungsphase befinden, darüber hinaus einen Gründerzuschuss vom Arbeitsamt erhalten und diesen auch nachweisen. Eine weitere Option wäre, einen Antrag auf Härtefall zu stellen. In den oben genannten Beiträgen ist noch kein Betrag für ein mögliches Krankengeld berücksichtigt. Dieses kommt nochmals hinzu.

  • auf Antrag kann die monatliche Prämie reduziert werden
  • monatlicher Versicherungsbeitrag sinkt in der Regel nicht unter 312,38 Euro zzgl. Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung
  • für Existenzgründer besteht unter Umständen die Möglichkeit einer Beitragsreduzierung auf bis zu 208,25 Euro zzgl. Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung – Gründerzuschuss oder Härtefallantrag notwendig