Wasser & Trinkwasser – Elemente des Lebens

Der Planet Erde ist zu Zwei Drittel mit Wasser, auch als H2O bezeichnet, bedeckt und wird deshalb auch als blauer Planet bezeichnet. Das meiste Wasservorkommen entfällt auf die Meere. Daher besteht mehr als 97 Prozent des gesamten Wasserspeichers auf der Erde aus Salzwasser. Nur etwa 2,5 Prozent stehen als Süßwasser zur Verfügung. Davon befindet sich noch einmal Zwei Drittel in Form von Eis an den Polen und ist somit für die Menschen nicht nutzbar.

Wasser ist Grundlage allen Lebens

Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Allein der menschliche Organismus besteht durchschnittlich zu 60 Prozent aus Wasser, bei Kindern sind es sogar 80 Prozent. Im Alter nimmt der Wassergehalt des menschlichen Körpers naturgemäß ab und beträgt dann zum Lebensende hin nur noch etwa 50 Prozent.

80 %

Kinder

60 %

Erwachsene

50 %

Senioren

Wasserspeicher Wald

In Deutschland ist der Wald­boden der größte Süßwasser­speicher. Der Waldboden saugt das Regenwasser wie ein Schwamm auf. Besonders die obere, humusreiche Erdschicht kann sehr viel Regenwasser aufnehmen und speichern. Bis zu 200 Liter Wasser können sich unter einem Quadratmeter Waldboden ansammeln. Dabei bilden sich keine unterirdischen Mini-Seen. Stattdessen fließt das Regenwasser in die Hohlräume von kleinen Poren, Ritzen, größere Spalten und den unterirdischen Gängen der Tiere und zwischen die Wurzeln.

Wasser – Bedeutung im Alltag

Ein Leben ohne Wasseraufnahme ist für alle Lebewesen unvorstellbar, aber auch im Tagesablauf nimmt es eine große Rolle ein.³ Waschen, Kochen und Körperpflege, das alles wäre nicht möglich ohne H2O.

Wasser, das zum Trinken, Kochen, für die Körperpflege- und Hygiene und ganz allgemein für den Haushalt genutzt wird, wird als Trinkwasser bezeichnet.

Wasser und seine Aufgaben im menschlichen Körper

Wasser übernimmt im Organismus wichtige Aufgaben, z.B.:

besteht Blut zu 80 Prozent aus Wasser

dient es zum Beispiel als Transportmittel

befördert unter anderem Immunzellen bis in die kleinsten Winkel des Körpers

Wasser wirkt auf den Organismus aber auch reinigend:

Die Abfallstoffe werden täglich mit durchschnittlich 1,5 Litern Urin ausgeschieden.

Auch komplexe Aufgaben im Stoffwechsel können mithilfe von Wasser umgesetzt werden.

Nicht zuletzt fungiert H2O als Kühlmittel. Beim Schwitzen gelangt Wasser aus den Drüsen an die Oberfläche und senkt die Körpertemperatur.³

Wasserverbrauch im Vergleich & in Deutschland

Der durchschnittliche Wasserverbrauch ist je nach Land sehr unterschiedlich. Die Vereinten Nationen beziffern den durch­schnittlichen Wasserverbrauch pro Person in den USA auf 300 Liter pro Tag in Ägypten hingegen nur 22 Liter

In Deutschland schwankt der tägliche Wasser­verbrauch zwischen 120 und 123 Liter pro Tag.  Seit über 15 Jahren geht der Verbrauch von Wasser in Deutschland allerdings zurück. Die Deutschen verbrau­chen im Vergleich zu anderen Industrie­staaten nur wenig Wasser.¹

Wassernutzung in Litern pro Tag in Deutschland

Duschen & Körperpflege:Toilettennutzung:Putzen & Garten:Wäsche waschen:Trinken & Kochen:

Wasser als knappes Gut

Auch wenn immer mehr Maßnahmen zur Wassereinsparung umgesetzt werden, wird Wasser allmählich zu einem knappen Gut. Das liegt daran, dass die Erdbevölkerung in den vergangenen 100 Jahren um das Vierfache angestiegen ist und sich damit der weltweite Wasserverbrauch verzehnfacht hat. Das Süßwasservorkommen vergrößert sich jedoch nicht. Das hat zur Folge, dass die ungleiche Verteilung von sauberem Trinkwasser und Wassermangel bereits jetzt signifikante Probleme auf dem Planeten sind.²

Die Grafik zeigt die Süßwasserressourcen in Europa je Land in Tsd. m³ je Einwohner im langfristigen Durchschnitt:

Quelle: © European Union & Eurostat; Wasserstatistik Datenauszug vom August 2017

Deutschland gilt als wasserreiches Land. Auf anderen Kontinenten sind die Wasser­ressourcen nicht so großzügig angelegt. Zwar haben 98 % der  Weltbe­völkerung Zugang zu reinem Trinkwasser, aber in den Entwicklungsländern erhalten rund 884 Millionen Personen immer noch kein sauberes Trinkwasser.

Durch das Trinken von verunreinigtem Wasser leiden Betroffene an Cholera und Durchfall. Jährlich sterben etwa 3,5 Millionen Menschen, weil sie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Ein weiteres Problem ist, dass bis zu 80 Prozent des Abwassers aus den Städten unbehandelt in die Flüsse, Seen und das Meer gelangen, wodurch die Ökosysteme empfindlich gestört werden.

Aber einige Länder stehen noch vor einem weiteren Problem: der Senkung des Grundwasserspiegels. Ein Viertel des Wassers, welches weltweit gewonnen wird, besteht aus Grundwasser. Der Rest wird aus Seen und Flüssen entnommen. Das entnommene Grundwasser wird dann wiederum zu zwei Drittel für die Bewässerung in der Landwirtschaft genutzt.

Je mehr Grundwasser entnom­men wird, desto weiter senkt sich der Grund­wasserspiegel ab, dass zeigt sich besonders drastisch in den Entwicklungs­ländern. Die Grundwasserleiter kann durch eine Wiederauffüllung, zum Beispiel durch Regen, nicht mehr aufgefangen werden. Ein Teufelskreis, denn je mehr Nahrungsmittel die Bevölkerung verbraucht, desto mehr Wasser muss für die Landwirtschaft aufgebracht werden. Schätzungen gehen davon aus, dass bei einem Zuwachs der Weltbevölkerung von zwei bis drei Milliarden Menschen, bis zum Jahr 2050, etwa 70 % mehr Nahrung angebaut werden muss.

Die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen geht allerdings davon aus, dass trotz der zunehmenden Nachfrage der Gesamtwasserbedarf nur um ca. 20 % ansteigt. Das liegt daran, dass auch Produktionsverluste und die Verschwendung von Lebensmitteln seitens der Konsumenten zukünftig gesenkt werden können.