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Zusatzbeitrag der Krankenkassen bleibt voraussichtlich stabil

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen könnte mit hervorragend beschrieben werden. Auf rund 20 Milliarden Euro belaufen sich die Reserven, die dank guter Konjunktur und hoher Beschäftigung gebildet werden konnten. Gesetzlich Versicherte dürfen sich daher freuen, dass der einkommensabhängige Zusatzbeitrag für das kommende Jahr 2019 voraussichtlich stabil bleiben wird.

Stabilität statt Senkungen

2015 ist der Zusatzbeitrag ergänzend zum allgemeinen Beitragssatz in der gesetz­lichen Krankenversicherung (GKV) eingeführt worden. Er wird von jeder Kranken­kasse individuell erhoben, damit finanzielle Engpässe besser berücksichtigt werden können. So verschieden wie die Vermögensverhältnisse der Krankenkassen, ist folglich auch die Bandbreite der Zusatzbeiträge. Während die Metzinger BKK bisher auf die Erhebung komplett verzichten konnte, liegen die Zusatzbeiträge der Viactiv Krankenkasse, der MERCK BKK und der SECURVITA bei 1,7 Prozent. 2018 sind es durchschnittlich für alle Krankenkassen 1,0 Prozent, im Vorjahr waren es noch 0,1 Prozent mehr.

Da die Mehrheit der Krankenkassen mit guten Finanzen in das neue Jahr startet, ist von einer Beitragsstabilität auszugehen. Die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, machte darauf aufmerksam, dass von weiteren Senkungen des Zusatzbeitrages wie bei der KNAPPSCHAFT, die zum 1. Oktober ihren Beitrag um 0,2 Prozent senken wird, jedoch nicht auszugehen ist. Zum einen vervielfachten sich nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Gesundheitsausgaben. Die Kosten für Arzneimittel stiegen zwischen 2007 und 2016 um rund 34 Prozent. Das Voranschreiten der Technik bietet immer neuere, aufwendigere und teurere Hilfsmittel. Auch die Personalkosten ziehen seit Jahren an. Schlussendlich entsprechen die GKV-Reserven ungefähr den Ausgaben eines einzigen Monats. Viele Versicherte plädieren deshalb von sich aus dafür, anstelle einer frühzeitigen Ausschüttung an die Mitglieder, lieber eine Beitragsstabilität zu garantieren.

Parität entlastet, Pflegeversicherung belastet

Für gesetzlich Versicherte ist daher auch im kommenden Jahr entscheidend, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind und ob diese weiterhin besteht: So fusionieren Anfang Januar sowohl die Metzinger BKK mit der mhplus BKK, als auch die BKK Linde mit der BKK Achenbach-Buschhütten. Eine generelle finanzielle Entlastung steht allen Arbeitnehmern bevor, denn ab 2019 wird in der Kranken­versicherung der paritätische Beitragssatz wieder eingeführt. Das heißt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch den Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen tragen werden. Aktuell wird dieser noch vollständig vom Versicherten finanziert. Im kommenden Jahr kann mit der Parität und einem Krankenkassenwechsel kräftig gespart werden.

Bedauerlichweise wird die finanzielle Entlastung, welche durch den paritätischen Beitragssatz entsteht, mit einer Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung aufgehoben. Durch stark gestiegene Pflegekosten und diverse Vorhaben der Regierung, um dem drohenden Pflegenotstand entgegenzuwirken, war eine Beitragsanpassung von Nöten. Das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits angekündigt. In welcher Höhe die Anpassung ausfallen wird, ist bisher noch nicht offiziell bekannt gegeben worden. (jl)

2018-09-28T11:56:55+00:0028. September 2018|Gesetzlich, Versicherung|