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Zusatzbeitrag 2018: Gesetzliche Krankenversicherung wird günstiger

Während Mitte Oktober noch darüber philosophiert wurde, ob die Prognosen zu einem sinkenden Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung stimmen, wiegen sich Verbraucher nun in Klarheit. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde durch Gesundheitsminister Gröhe (CDU) auf 1,0 Prozent für das kommende Jahr abgesenkt. Die Krankenkassen sprachen sich gegen eine Abminderung aus.

Zusatzbeitrag sinkt: Gröhe entscheidet gegen die Krankenkassen

Am Donnerstag gab Gesundheitsminister Hermann Gröhe bekannt, dass der Zusatzbeitrag in der GKV auf 1,0 Prozent gesenkt wird. Das dürfte vor allem die 54 Mio. Mitglieder der Krankenkassen freuen. Bis dato liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent. Durch die Minderung sinkt auch der Gesamtbeitrag im Schnitt von 15,7 auf 15,6 Prozent. Gröhe entschied damit gegen das Veto der Krankenkassen, die eine Absenkung des Beitrages nicht befürworten konnten. Der Grund: Selbige erwarten im kommenden Jahr steigende Ausgaben in Höhe von etwa 237,3 Milliarden Euro. Gesundheitsministerium und Bundesversicherungsamt hingegen, beide zugehörig zum Schätzerkreis, gehen von weniger Kosten aus. Die Einnahmen des Gesundheitsfonds lagen bereits Mitte 2017 bei 17,5 Milliarden Euro. Die Krankenkassen erreichten damit also bereits im ersten Halbjahr des Jahres fast den Überschuss aus 2016.

Die Ziele liegen an anderer Stelle

Zwar wird die Entscheidung gerade bei Verbrauchern auf Anklang stoßen, doch befürworten vor allem SPD, Grüne und Linke schon seit längerer Zeit eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung, in der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen die Kosten der Krankenversicherung tragen. Derzeit wird der Beitrag von 14,6 Prozent zu gleichen Teilen finanziert. Den Zusatzbeitrag, welcher von den Kassen individuell festgelegt wird, finanzieren Arbeitnehmer vollständig allein. So schwankt der Gesamtbeitrag von Kasse zu Kasse teilweise stark und kann bei unter 15 Prozent aber auch bei bis zu 16,4 Prozent liegen.

Beitragshöhe positiv beeinflussen

Gutverdiener sollten auch die steigende Beitragsbemessungsgrenze (BBG) im Blick behalten. Diese liegt 2018 bei 4.425 Euro Brutto monatlich, während es 2017 noch 4.350 Euro sind. Durch die steigende Grenze, wird ein größerer Anteil des Einkommens für die Beitragsbemessung herangezogen, was für den Verbraucher letztlich höhere Beiträge für die Krankenversicherung zur Folge hat. Durch einen Krankenkassenvergleich, der verschiedene Aspekte berücksichtigt, können Kosten, bei gleichbleibender Leistung, eingespart werden. Ob Verbraucher in 2018 also tatsächlich zu denjenigen gehören, die sparen werden, hängt gänzlich von der eigenen Kasse ab.

2017-11-02T13:44:47+00:00 27. Oktober 2017|Gesetzlich, Politik, Versicherung|