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Zahnzusatzversicherung: Das raten Verbraucherschützer

Die private Krankenversicherung erstattet für zahnärztliche Leistungen je nach PKV-Tarif „zwischen 60 Prozent und 80 Prozent“, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Etwas anders sieht es bei den gesetzlichen Krankenkassen aus. Die Zuschüsse, die Patienten für ihre Behandlung beim Zahnarzt erhalten, orientieren sich nach den jeweiligen Befunden, sind fest definiert und dadurch in vielen Fällen geringer als bei der privaten Krankenversicherung. Aber auch für gesetzlich Versicherte gibt es mehrere Möglichkeiten, den Eigenanteil an den Behandlungskosten nach unten zu korrigieren. Zum einen kann der Zuschuss der Krankenkasse um zwanzig Prozent erhöht werden, wenn der Patient in den zurückliegenden fünf Jahren jeweils zumindest einmal den Zahnarzt aufgesucht hat, so Stephan Nuding von der Verbraucherzentrale Bayern.

Regelmäßiger Zahnarztbesuch ist Pflicht

Sofern der Patient der Verpflichtung regelmäßiger Zahnarztbesuche nachkommt, erstattet ihm seine gesetzliche Krankenkasse einen Festbetrag von 159,87 Euro für eine Krone. Menschen, die über ein verhältnismäßig geringes Einkommen verfügen, darunter zum Beispiel Empfänger von Bafög oder Hartz IV (Alg II), erhalten den zweifachen Zuschuss. Stellt man diesen regulären Zuschuss den Preisen für hochwertige Kronen gegenüber, so verbleibt für den Versicherten jedoch weiterhin ein recht großer Eigenanteil. Laut Nuding schlagen Kronen mit entsprechender Qualität mit etwa 500 Euro zu Buche. Eine weitere Möglichkeit, den Eigenanteil an zahnärztlichen Behandlungen zu reduzieren, ist der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung.

Durch private Zusatzversicherung Lücken schließen

Laut dem BdV ist es mit einer Zusatzversicherung möglich, die Summe, die von der Krankenkasse erstattet wird, um bis zu achtzig Prozent zu erhöhen. Nach Auskunft von Stiftung Warentest sollte eine Zahnzusatzversicherung möglichst rechtszeitig, das heißt vor einem größeren Eingriff, abgeschlossen werden. Der Grund: Zahnärztliche Behandlungen im Vorfeld des Abschlusses einer privaten Zahnzusatzversicherung müssen die Versicherungen häufig nicht bezahlen. Eben dies gilt auch für notwendig gewordenen Zahnersatz. Der Anspruch auf die Erstattung dieser Kosten greift erst nachdem eine gewisse Wartezeit verstrichen ist, so die Stiftung Warentest. Wie die Verbraucherzentrale Bayern rät, sollten Versicherte sowohl den zweifachen Festzuschuss als auch niedrige Erstattungssätze meiden. Im erstgenannten Fall verdoppelt die private Versicherung lediglich die Summe, die die gesetzliche Krankenkasse übernimmt. Für den übrigen Kostenanteil muss der Patient aufkommen.

Vor Vertragsabschluss Versicherungsbedingungen prüfen

Der Bund der Versicherten gibt des Weiteren die Empfehlung, im Vorfeld eines Vertragsabschlusses einer privaten Zahnzusatzversicherung zuerst die Notwendigkeit und dann die Bedingungen für diese genau unter die Lupe zu nehmen. Zu den wichtigen Fragen, die sich Versicherte unter anderem stellen sollten, gehören etwa der Leistungsumfang des Zahnersatzes, der generelle Erstattungsrahmen und die Übernahme des ärztlichen Honorars, so Bianca Boss. Im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung gilt: Ehrlichkeit sichert den Versicherungsschutz. Sofern der Versicherte gegenüber dem Anbieter keine korrekten Angaben bezüglich möglicher Zahnprobleme macht, kann dieser den Vertrag kündigen. Um entsprechende Informationen zu erhalten, darf der Anbieter den Zahnarzt zu der Behandlungsgeschichte des Patienten konsultieren, so die Stiftung Warentest.

2017-10-17T15:54:46+00:00 24. Oktober 2011|Versicherung, Vorsorge|