Zahl der Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler gestiegen

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im zurückliegenden Jahr 2016 nach eigenen Angaben 4.400 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler unter ihren Versicherten verbucht. Gegenüber dem Jahr 2015 handelt es sich laut dem Krankenversicherer mit Sitz in Hamburg um einen 25-prozentigen Anstieg.

Neues Informationsangebot sorge für mehr Aufschluss

Man ist sich seitens der Techniker Krankenkasse (die TK im Test) sicher, dass das eigene neue und umfassende Informationsangebot dafür sorge, dass mehr Versicherte zum Telefonhörer greifen und derartige Verdachtsfälle melden, so der Medizinexperte bei der Krankenkasse, Christian Soltau. Die TK hatte 2016 Patienten verstärkt über mögliche Behandlungsfehler und damit verbundene Risiken aufgeklärt. Darüber hinaus wies sie auf unterstützende Angebote für Opfer medizinischer Behandlungen hin. Allerdings gehen Vertreter der Kassen davon aus, „dass sich die Versorgung in den Krankenhäusern und Arztpraxen nicht in diesem Ausmaß verschlechtert hat.“ Die meisten Verdachtsfälle (1.372) wurden im Bereich der Chirurgie festgestellt. Mit 606 Fällen rangiert die Zahnmedizin auf Platz 2. Platz 3 belegt mit 382 gemeldeten Fällen die Allgemeinmedizin. Die TK gab außerdem bekannt, dass im vergangenen Jahr 14 Millionen Euro Folgekosten von Kliniken und Ärzten durch etwaige Fehlbehandlungen zurückgefordert wurden.

Tendenz für Anstieg von Behandlungsfehlern bereits früh erkannt

Bereits im Jahr 2015 stieg die Anzahl von ärztlichen Behandlungsfehlern an. Zu diesem Ergebnis kam der Medizinische Dienst (MDK) in Berlin (mehr zur Einrichtung) sehr schnell. Zum damaligen Zeitpunkt erhielt der MDK 14.828 Beschwerden dieser Art, die im Anschluss untersucht wurden. In jedem vierten Fall konnten die medizinischen Gutachter den eingereichten Verdacht der Patienten bestätigen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 3.796 Behandlungsfehler offiziell anerkannt.

Komplizierte Rechtslage

Die Rechtslage bleibt nach wie vor kompliziert. Im Fall einer falschen Behandlung liegt die Beweislast beim Patienten selbst. So sind die Geschädigten stets in der Pflicht, die gemachten Behandlungsfehler sowie daraus resultierende Schäden in vollem Umfang korrekt nachzuweisen. Dieses „Beweis-Niveau“ zu erbringen, ist nach Aussage zahlreicher Juristen nur schwer für Betroffene zu stemmen.

2017-05-19T16:09:38+00:00 15. Februar 2017|Allgemein|