In den vergangenen Jahren wurden große Fortschritte beim Kampf gegen HIV-Infektionen sowie bei der Kindersterblichkeit bei Polio-Erkrankungen erreicht. Dennoch sei der Zustand der Weltgesundheit noch immer nicht zufrieden­stellend, so Bundesgesundheitsminister Spahn. Er forderte auf dem Welt­gesundheits­­gipfel in Berlin mehr Einsatz in Bezug auf die Umsetzung der Agenda 2030. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sind gemäß dem Minister die Gesundheits­­systeme zu fördern. Dies könne nur dann erreicht werden, wenn alle beteiligten Akteure über die Grenzen ihres Landes hinweg zusammenarbeiten.

Der Globale Aktionsplan für Gesundheit als Lösung

Als vielversprechend sieht Jens Spahn dabei den Globalen Aktionsplan für Gesundheit an. Er wurde von zwölf inter­nationalen Organisationen aus den Sparten Entwicklung, Gesundheit sowie humanitäre Hilfe mit der Unterstützung der Welt­gesundheits­organisation entwickelt. Damit wollen die Mitwirkenden sicherstellen, dass das Ziel „Gesundheit für alle“ bis zum Jahr 2030 auch tatsächlich erreicht wird. Die bei der Erstellung des Plans beteiligten Organisationen verfügen über 12,7 Milliarden US-Dollar. Hierbei handelt es sich um ein ganzes Drittel der gesamten Entwicklungs­hilfe. Damit wollen die verschiedenen Organisationen unter anderem Fortschritte in Bereichen wie Grundversorgung, Forschung und Entwicklung, System­finanzierung sowie Epidemievorsorge vorantreiben.

Bundesregierung setzt auf globale Gesundheit

Den Einsatz der deutschen Bundesregierung für die Weltgesundheit lobt Detlef Ganten, der Präsident von World Health Summit. Deutschland kümmere sich nämlich darum, dass Welt­gesundheit sowohl bei führenden Industrie­nationen als auch bei Industrie- und Schwellen­ländern Thema wird. Auch beim G20-Gipfel 2017 standen Anliegen, welche die Welt­gesundheit betreffen, im Vorder­grund. So wurden unter anderem Themen wie die Gesundheits­systemlenkung, der Kampf gegen Antibiotika­resistenzen und die Verbesserung vom globalen Gesundheits­krisen­management angesprochen. Seit dem Jahr 2000 schaffte es Deutschland, seine Ausgaben für die Entwicklungs­zusammenarbeit im Gesundheitssektor mehr als zu verdreifachen. Damit ist die Bundesrepublik im EU-weiten Vergleich einer der bedeutendsten Geldgeber für die WHO.

Neue Afrika-Strategie im Fokus

Derzeit setzt die Bundesregierung ihren Fokus auf die Unterstützung des Gesundheits­systems in Afrika. Dabei sollen die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund stehen. Dies bestätigte auch Staatssekretär Christian Luft bei der World Health Summit. Es wurde eine Strategie entwickelt, die den Ländern Afrikas dabei helfen soll, Herausforderungen wie den Klimawandel, die zunehmende Urban­isierung, den erhöhten Ernährungs­bedarf sowie die steigende Nachfrage nach Energie und Elektrizität zu meistern. Guinea Bissaus Ministerin für öffentliche Gesundheit, Magda Robalo, unterstrich außerdem den Bezug zwischen Gesundheit und wirtschaftlicher Entwicklung. Da beide Faktoren einander beeinflussen, gelte es, die nachhaltigen Entwicklungsziele vor allem in Schwellen- und Entwicklungs­ländern umzusetzen. „Eine gesunde Bevölkerung ist dazu imstande, mehr wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen“, begründet Robalo.

World Health Summit als globales Gesundheitsforum

Auf dem jährlich stattfindenden World Health Summit treffen sich seit 2009 Interessens­vertreter und Entscheidungsträger aus allen Bereich rund um das Thema Gesundheit. Ziel ist es, einen weltweiten Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und Gesellschaft zu schaffen und die globale Gesundheit in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Mithilfe dieses einzigartigen Netzwerkes können Zustand und Zukunft der Medizin, Forschung und des Gesundheitswesens gestaltet und langfristig verbessert werden. So ist ein zentrales Thema in diesem Jahr der Klimawandel und seine gravierenden Auswirkungen auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit.