Wieder Mineralölrückstände in Adventskalendern gefunden

Wie bereits im vergangenen Jahr wurden auch 2016 wieder in einigen Adventskalendern Rückstände von Mineralöl nachgewiesen. Das bayerische Amt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchte fünf Kalender. In drei Exemplaren wurden die Ablagerungen gefunden. Es handelt sich hierbei um geringe Mengen der sogenannten aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH). Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Das Amt betonte zwar auf seiner Internetseite, der Verzehr der Schokolade sei nicht gefährlich, bezog sich dabei jedoch auf die übliche Verzehrmenge von einem Stück am Tag. Die Verunsicherung der Verbraucher lässt sich damit schwer beseitigen.

Weg des Mineralöls in Kalender schwer nachzuvollziehen

Die aromatischen Kohlenwasserstoffe (siehe PDF) stecken mit hoher Wahrscheinlichkeit unter anderem in der Druckfarbe der recycelten Kartons. Durch die Berührung und Lagerung besteht die Option, dass die Stoffe dann in die Schokolade übergehen. Eine weitere Ursache könnte jedoch auch die Imprägnierung der Jutesäcke sein, in denen die Kakaobohnen transportiert werden oder sogar das Öl, mit dem die Maschinen behandelt werden, in denen der verwendete Karton verarbeitet wird. Mit Sicherheit lässt sich die Ursache nicht eindeutig benennen.

Gesetzliche Grenzwerte in Mineralölverordnung geplant

Mineralölrückstände sind zwar grundsätzlich unerwünscht, bisher gibt es jedoch keine gesetzlichen Grenzwerte. Für die Zukunft ist jedoch eine Mineralölverordnung geplant. Diese wird sich jedoch nur auf recycelte Kartons beziehen, während im aktuellen Test neue Kartons verwendet wurden. Pikant: Die Belastung war schon vorher bekannt. Wie nach der Veröffentlichung der Studie bekannt wurde, hatte der WWF (World Wide Fund for Nature) bereits einige Tage zuvor durch eine von ihm beauftragte Studie von den Mineralölrückständen gewusst. Eine Verkaufsverbot wurde jedoch nicht angestrebt, die Öffentlichkeit wurde nicht informiert.

2017-06-06T21:22:52+00:00 1. Dezember 2016|Allgemein|