Wie Patienten bei der Zuzahlung zu Medikamenten sparen können

Volljährige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) müssen sich in der Regel an den Kosten für medizinische Heil- und Hilfsmittel sowie für Medikamente finanziell beteiligen. Gerade bei komplizierten Krankheitsbildern und chronisch Kranken kommen auf diese Weise schnell enorme Summen zustande. Dabei sind hohe Zuzahlungen gar nicht immer notwendig: Wer Zuzahlungsbefreiungen und Rabattverträge nutzt und sich darüber hinaus über das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) über günstige Alternativen zu den verschriebenen Medikamenten informiert, kann bares Geld sparen.

Offizielle Preisauskunft mit Vergleichsrechner

Das DIMDI untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, Therapien und Diagnosen zu klassifizieren, es betreibt darüber hinaus medizinische Informationssysteme, die allen Bundesbürgern zur Verfügung stehen. Neben Listen, die aktuelle und archivierte Festbeträge der Krankenkassen angeben, ist hier auch ein Festbetragsrechner zu finden. Er hilft dabei, Vergleichspräparate zu verordneten Medikamenten zu finden, die ggf. günstiger oder sogar zuzahlungsfrei erhältlich sind. Die dazugehörige Datenbank wird all zwei Wochen aktualisiert.

Zuzahlungsbefreiungen nutzen

Neben dem aktiven Preisvergleich ist es möglich, Zuzahlungsbefreiungen zu nutzen. Ist ein Medikament mindestens 30 Prozent billiger als der zwischen Krankenkassen und Hersteller vereinbarte Festbetrag, kann der GKV-Spitzenverband ein Präparat von der Zuzahlung befreien. Welche Medikamente zuzahlungsbefreit sind, verrät u.a. eine aktuelle Tabelle auf der Webseite des GKV-Spitzenverbandes (hier als PDF). Da die Festbeträge regelmäßig geprüft und ggf. angepasst werden, ist es jedoch besonders für chronisch Kranke wichtig, sich ebenso regelmäßig über die aktuelle Zuzahlungsregelung ihres Präparates zu informieren.

Eine weitere Möglichkeit, der Zuzahlung zu entgehen, ist die Zuzahlungsbefreiung aufgrund hoher finanzieller Belastung. Dabei gilt: Gesetzlich Versicherte müssen maximal zwei Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen für Zuzahlungen aufwenden. Für chronisch Kranke gilt ein Satz von einem Prozent. Wer mehr bezahlen muss, kann sich von seiner Krankenkasse für das laufende Jahr von Zuzahlungen befreien lassen. Achtung: Diese Zuzahlungsbefreiung bedeutet nicht zwangsläufig eine kostenlose medikamentöse Versorgung. Bei teuren Arzneien ist der Differenzbetrag zwischen Festbetrag und Abgabepreis vom Patienten zu tragen; unabhängig von ggf. vorhandenen Befreiungen.

Über Rabattverträge informieren

Neben Zuzahlungsbefreiungen erlauben es auch Rabattverträge, bei der Zuzahlung zu Medikamenten zu sparen. In der Regel schließen einzelne Krankenkassen Rabattverträge über einzelne Präparate mit dem jeweiligen Hersteller ab. Die Ersparnis können Krankenkassen in Form von verminderten oder erlassenen Zuzahlungen weitergeben. Sie sind dazu jedoch nicht verpflichtet. Gerade chronisch Kranke können dauerhaft viel Geld einsparen, wenn sie um ein Rezept für rabattierte Medikamente bitten. Voraussetzung dafür ist natürlich ein identischer Wirkstoff und eine gute Verträglichkeit bzw. der Ausschluss von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Kostenerstattung per Steuererklärung

So ärgerlich hohe Zuzahlungen zu Medikamenten auch sind, vollkommen aus eigener Kraft stemmen muss sie niemand. Sie gelten als außergewöhnliche Belastungen und können im Rahmen der Jahressteuererklärung geltend gemacht werden. Sinnvoll ist es daher, die Belege der Apotheke sorgfältig aufzubewahren oder zum Jahresende um eine Übersicht aller Ausgaben bei der Apotheke zu bitten, die überwiegend aufgesucht wird.

2017-05-19T16:09:36+00:00 22. März 2017|Allgemein|