Ohne ihn würde keiner existieren. Dabei nehmen ihn die meisten Menschen als selbstverständlich, ohne ihm eine großartige Beachtung zukommen zu lassen – dem Atem. Erst wenn die Luft knapp wird, rufen sie sich ihre Atmung wieder ins Bewusstsein. Mit speziellen Therapiekonzepten kann jetzt für Abhilfe gesorgt werden, damit die Atmung selbst und entspannte Atemtechniken mehr in den Fokus rücken.

Ohne Atem kein Leben

Damit der menschliche Körper mit Sauerstoff versorgt werden kann, ist die Atmung notwendig. Für die meisten Menschen ist es die selbstverständlichste Nebensache der Welt und sie atmen, immer ganz unbewusst, entspannt ein und aus. Es gibt aber auch Betroffene, bei denen der Atem buchstäblich ins Stocken gerät oder sich geradezu überschlägt, besonders bei Stress. Ein Atemtherapeut kann Betroffene dabei unterstützen, ihre Blockade los zu werden, um wieder entspannt durchatmen zu können. Klingt ein wenig wie hausgemachte Spinnerei, allerdings ist die Atemtherapie ein immer größer werdender Bestandteil der klassischen Physiotherapie.

Atmen als Kassenleistung?

Im Rahmen einer Physiotherapie-Ausbildung ist die Atemtherapie ein Pflichtfach. Die private Krankenversicherung muss, genau wie die gesetzliche, die Kosten für diese Therapie übernehmen, da sie zu den Heilmitteln gehört. Für Patienten mit einer angeborenen Erkrankung wie z.B. Mukoviszidose oder auch für andere Lungenkranke, wie Menschen mit Asthma, gibt es also Atmen lernen auf Rezept. Für den Hausgebrauch übernimmt die Kasse die Hilfsmittel aus dem Hilfsmittelverzeichnis wie Inhalations- und Atemtherapiegeräte.

Immer häufiger kommt es vor, dass bei Patienten mit Atemproblemen gar keine Erkrankung der Atemwege vorliegt, sondern vielmehr ein antrainierter unphysio­logischer Atemvorgang. Erkennbar ist dies beispielsweise bei Leistungssportlern, welche dauerhaft unter einem hohen Druck durch den Sport stehen und stets einen angespannten Bauch haben. Als Therapiemaßnahmen eignet sich dann nicht nur die Atemphysiotherapie, sondern auch einige andere Varianten. Einige sprechen dabei eher von Atempädagogik. Beide Varianten jedoch nehmen die Art und Weise, wie jemand atmet, in den Blick. Unterschieden wird hier dadurch, dass der Physiotherapeut sich an der menschlichen Anatomie orientiert, während der Physiologe sich mehr mit dem Erleben der Atmung beschäftigt.

Entspannte Atmung durch Konzentration erlernen

Kaum bestritten wird der Fakt, dass die Konzentration auf die eigene Atmung als entspannend bezeichnet werden kann. Entspannungstechniken oder Konzepte wie Yoga, Thai Chi oder Qi Gong aus Fernost, beziehen schon lange die Technik der Atmung mit ein. Leider ist es so, dass das Erlernen der Atemtechniken bislang nicht auf Verordnung verschrieben werden kann, sondern aus eigener Tasche finanziert werden muss. Die fernöstlichen Entspannungstechniken hingegen sind als Maßnahmen zur Prävention anerkannt und werden übernommen, sodass sich auf diesem Wege ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Atem erlernen lässt.

Als Krankenkassenleistung gibt es einzig die so bezeichnete Krankengymnastik-Atemtherapie. Ausgeführt werden muss diese dann auch von einem entsprechend ausgebildeten Physiotherapeuten. Optimal zudem, wenn eine umfangreiche Fortbildung im Segment der Atemphysiotherapie stattgefunden hat. Entsprechend ausgebildete Therapeuten können im Internet gefunden werden.