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Weniger Krankschreibungen bei gut bezahlten Arbeitnehmern

Wie häufig Arbeitnehmer am Arbeitsplatz erkranken, hängt nicht nur mit dem Alter, dem Geschlecht und der persönlichen Lebensweise zusammen. Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hat zahlreiche weitere Zusammenhänge zwischen dem beruflichen Status und der Anzahl der Krankschreibungen ermittelt. Die Betriebskrankenkassen haben etwa 9,3 Millionen Versicherte, von denen etwa 4,4 Millionen als Arbeitnehmer tätig sind.

Mehr kreative Freiheit, seltener krank

Arbeitnehmer lassen sich umso seltener krank schreiben lassen, je freier und kreativer sie ihre Arbeit erledigen können, zeigt der Gesundheitsreport (siehe PDF). Wer sich wertgeschätzt fühlt und sich gut mit den Kollegen versteht, fehlt ebenfalls seltener im Büro, als wenn eine angespannte Stimmung herrscht. Ein rauer Ton und übermäßige Kritik schlagen anscheinend nicht nur aufs Gemüt, sondern wirken sich auch auf die Gesundheit aus. Positive Bestärkung hingegen wirkt auf die Gesundheit förderlich. Ein ungeduldiger und missmutiger Chef kann den Krankenstand in die Höhe treiben – wechselt er zu einem anderen Betrieb, nimmt er die schlechte Gesundheitsbilanz seiner Arbeitnehmer oft gleich mit.

Gesellschaftliches Ansehen der Arbeit wirkt sich aus

Im Handel, in der IT Branche, bei Banken, Versicherungen und an Universitäten, also in kommunikativen Berufen mit vergleichsweise großen Handlungsspielräumen, sind die Krankenstände meist unterdurchschnittlich. Je reglementierter eine Arbeit ist und je weniger Wertschätzung ihr entgegen gebracht wird, umso häufiger sind die Arbeitnehmer krank. Reinigungskräfte, Postzusteller, Pflegekräfte und Abfallbeseitiger sind bis zu dreimal so häufig krank wie Ingenieure in der IT-Branche. Hilfsarbeiter sogar bis zu viermal so oft. Diese Ergebnisse lassen sich scheinbar auf eine einfache Formel herunter brechen: Je besser bezahlt und angesehen der Job ist, umso seltener werden Arbeitnehmer krank.

Ohne Arbeit häufiger krank

Was jedoch am meisten krank macht, ist ein andauernder Zustand von Arbeitslosigkeit. Während Arbeitslose einerseits bei grippalen Infekten seltener zum Arzt gehen, werden sie andererseits circa sieben Mal häufiger wegen psychischer Krankheiten behandelt. Auch eine stationäre Behandlung findet mehr als dreimal so häufig statt, die Krankheitsdauer liegt in vielen Fällen ebenfalls weit über dem Durchschnitt der in Arbeit Stehenden.

2017-10-16T12:33:35+00:00 8. Dezember 2016|Gesundheit, Vorsorge|