Jedes Jahr wählen weltweit etwa 800.000 Menschen den Freitod. In Deutschland allein haben sich zwischen  2017 und 2018 etwa 9.200 Suizidgefährdete das Leben genommen. Dabei geben Menschen, die häufig Selbstmordgedanken haben, ihren Mitmenschen oft einige Hinweise auf ihr Vorhaben. Jedoch werden diese Anzeichen zumeist nicht ernst genommen. Das Umfeld reagiert in vielen Fällen mit Hilf­losig­keit. 

Freitod: Eine der häufigsten Todesursachen weltweit!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Welttag der Suizidprävention alarmierende Fakten mit. Die neuesten Untersuchungen belegen, dass global mehr als 800.000 Menschen ihre Gedanken an Selbstmord in die Tat umsetzen. Umge­rechnet stirbt etwa alle 40 Sekunden ein Mensch durch willensgesteuertes eigenes Zutun. Mit diesen Zahlen rangiert der Freitod weit oben auf der Liste möglicher Todesursachen.

Laut der WHO sei es eines der notwendigen Ziele, in dieser Hinsicht verstärkte Prävention zu betreiben. Dabei wurden in der Vergangenheit einige Programme zum Schutz von Suizidgefährdeten ins Leben gerufen. Dennoch gehört die Sterberate auf­grund von Suizid in vielen Ländern weiterhin zu den nicht beachteten Themen bei der Gesundheitsvorsorge.

WHO spricht sich für mehr Programme zur Prävention aus

Die WHO sieht Suizid als vermeidbar an. Daher verfassten die Mitglieder der Organisation einen Aufruf, indem alle Staaten dazu aufgefordert werden, die Vorbeugung gegen Selbstmord in ihre Gesundheitsprogramme zu integrieren. Außerdem sollen bewährte Maßnahmen in die Bildungsprogramme aufgenommen werden, falls dies noch nicht geschehen ist. Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, unterstrich die Wichtigkeit dieser Forderung, um in Zukunft die Gesundheit von psychisch erkrankten Menschen noch besser gewährleisten zu können. 

Wie sich das Leben von Suizidgefährdeten retten ließe

In einigen Ländern hat die Bevölkerung einen einfachen Zugang zu gefährlichen chemischen Substanzen wie Pflanzenschutzmitteln oder anderen Mitteln zur Schäd­lingsbekämpfung. Diese und viele weitere giftige Stoffe erleichtern einem suizid­gefährdeten Menschen, sich selber zu vergiften. Wichtig ist, schädliche Produkte als solche zu kennzeichnen und den Zugang für Laien zu erschweren.

Darüber hinaus können Betroffene, die wegen einer vorübergehenden Krise an Selbstmord denken, besser betreut werden. Eine Lebenskrise, die jeden einmal überfallen kann, wird leichter überwunden, wenn jemand da ist, dem die Schwie­rigkeit offenbart werden kann. Fachpersonen erkennen einen drohenden Suizid schneller als Laien und haben die Möglichkeit, kompetent Hilfe zu leisten.

Dementsprechend groß ist die Bedeutung von sogenannten Akutkliniken. Sie bieten Menschen in einer suizidalen Krise, die Möglichkeit schnell fachgerecht betreut zu werden. Die Oberbergklinik mit Standorten in Berlin/Brandenburg, dem Schwarzwald und dem Weserbergland bietet seit über 30 Jahren eine umfassende medizinisch-psychotherapeutische Behandlung für seelisch, psychosomatisch und psychiatrisch erkrankte Menschen. Rund um die Uhr können Betroffene hier aufgenommen werden. Menschen, die an Suchterkrankungen leiden, haben sogar die Möglichkeit, im in­toxi­kierten Zustand aufgenommen zu werden und mit der Entgiftung zu beginnen. Seit ihrer Gründung haben die Oderbergkliniken sich insbesondere auf die Behandlung von Abhängig­keitserkrankungen u.a. mit dem Schwerpunkt auf Alkoholsucht spezialisiert. Denn allein im Jahr 2017 wurden 322.608 Behandlungsfälle aufgrund von Alkohol in den deutschen Krankenhäusern gezählt.  


In der Oderberg Klinik werden Patienten unterschiedlichster Erkrankungen anhand eines individuellen Therapieplans behandelt. Im Fokus des Oberbergmodells steht dabei, dass sich die Betroffenen als intellektuelles, fühlendes und handelndes Wesen erfahren. Die Erkrankungen soll nicht als isoliertes, rational zu bewältigendes Phänomen betrachtet werden. Dies ist grundlegend für die Stabilisierung und Gesundung der jeweiligen Persönlichkeit.  

Freunde und Bekannte fühlen sich oft unsicher 

Das Umfeld der Betroffenen ist den Ankündigungen eines Suizids oft hilflos ausgeliefert. Die wenigsten Menschen wissen, an wen sie sich wenden sollen und ob die Androhung des Selbstmordes ernst gemeint ist.

Umso wichtiger sind Anlaufstellen wie der AGUS e.V. Hier erhalten Betroffene und Angehörige nicht nur Informationen zu Suizidalität und Lebenskrisen, sondern finden auch Hilfsangebote beispielsweise durch die Telefonseelsorge. Die kostenlosen Hotlines stehen in Deutschland rund um die Uhr zur Verfügung unter Tel.: 0800-1110111 oder Tel.: 0800-3344533.

Gleichzeitig betreut der AGUS e.V. Suizidtrauernde. Der Verein bietet spezielle Selbsthilfegruppen an, in denen sich die Angehörigen monatlich mit anderen Betroffenen austauschen können. Dabei werden sie von geschulten und erfahrenen Gruppenmitgliedern geleitet. Die Selbsthilfegruppe erhebt jedoch keinen thera­peu­tischen Anspruch, vielmehr geht es darum, Trauer gemeinsam zu bewältigen und praktische Hinweise für die persönlichen Handlungsmöglichkeiten zu bekommen.