Der PKV-Verband veröffentlichte kürzlich die aktuellen Zahlen zu der Anzahl der Versicherten im Notlagentarif. Dieser wurde im August 2013 eingeführt. Der Tarif erstattet nur Leistungen bei akuten Erkrankungen, bei anhaltenden Schmerzen, vor und während der Mutterschaft. Bei Kindern werden neben Schutzimpfungen und den üblichen Vorsorgeuntersuch­ungen auch krankheits- oder unfallbedingte Behandlungen übernommen.

Was ist der Notlagentarif?

Der Notlagentarif ist für die private Krankenversicherung eine vorübergehende Lösung, wenn Versicherungsnehmer zahlungsunfähig werden und sich Beitragsschulden angesammelt haben. Diese kurzfristige Möglichkeit bietet PKV-Versicherten einerseits einen minimalen Versiche­rungs­schutz im Akutfall oder in der Schwangerschaft und verhindert andererseits, dass die Schulden nicht so stark ansteigen. Dazu bei trägt auch die Entlastung der Beitragsschulden, die den Säumniszuschlag auf maximal ein Prozent pro Monat festlegt. Bessert sich die finanzielle Lage und sind die Schulden abbezahlt, können Betroffene in ihren Ursprungstarif zurückkehren.

Anbieter mit den meisten Notlagentarif-Versicherten

Die Liste der privaten Krankenversicherungen ist lang, aber nicht alle Versicherer sind gleichermaßen betroffen. Mit Abstand die meisten Versicherten im Notlagentarif waren 2017 beim Anbieter DKV versichert: 11.744 Personen mussten diesen Tarif aufgrund von Beitrags­rück­ständen in Anspruch nehmen. 8.137 Versicherte verzeichnete die Signal Iduna, bei der Allianz waren es 7.440 PKV-Versicherte und bei den Anbietern Debeka und Central jeweils gut 7.300 Personen, die von der Einstufung in den Notlagentarif betroffen waren. Schaut man, wer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Versicherten den Rang vorne hat, stechen eher kleinere Versicherungsgesellschaften ins Auge: Bei nur knapp über 2.000 PKV-Mitgliedern hat die Mecklenburgische Versicherung mit 128 Betroffenen die Nase vorn. Gleich dahinter platzieren sich die Württembergische Versicherung sowie die DEVK.

Prozentuale Entwicklung seit 2014

Laut PKV-Verband waren Ende 2017 etwa 106.200 Menschen in diesem Tarif versichert, gegenüber dem Vorjahr war damit ein leichter Anstieg um circa 3.200 PKV-Versicherten zu verzeichnen. Vergleicht man hingegen die Statistiken der Jahre 2014 und 2015 mit den aktuellen Zahlen, gibt es aktuell deutlich weniger Versicherte in diesem Sozialtarif. Somit scheint sich die Situation auf lange Sicht eher etwas entspannt zu haben.

Aktuell sind etwa 8,8 Millionen Menschen als Vollversicherte in der PKV. Der Anteil der Versicherten, deren Einstufung in den Notlagentarif als Nichtzahlertarif erfolgte, liegt seit seiner Einführung stets bei gut einem Prozent. Ungeachtet der stabilen Lage, ermahnen Experten die Versicherungs­branche, den sozialen Notlagentarif genau im Auge zu behalten und ihn nicht zu einem Massen-Phänomen werden zu lassen.