Wer eine Untersuchung bei einem Facharzt warnehmen möchte, weiß, dass man lange auf einen Termin warten muss. Derzeit warten einige Patienten im Schnitt drei bis vier Wochen, bis sie sich der gewünschten Behandlung beim Spezialisten unter­ziehen können. Aus diesem Grund hat die regierende Koalition ein Paket einiger Maßnahmen geschnürt, um diesen Umstand zu ändern. Allerdings gibt es einige Kritik aus dem linken Flügel, da die Anordnungen immer noch nicht weit genug gehen.

Termin beim Hausarzt deutlich schneller möglich

Wenn der Gang zum Hausarzt nicht mehr ausreicht, um eine treffende Diagnose zu erstellen, kann die Vorstellung bei einem speziell ausgebildeten Mediziner Abhilfe schaffen. Das Bundesministerium für Gesundheit gab bekannt, dass die meisten Patienten beim Hausarzt Aussicht auf weitaus kürzere Wartezeiten von ein bis vier Tagen haben. Beim Facharzt warten hingegen mehr als 34 Prozent der Anfragenden mehrere Wochen auf einen Termin. Dabei erhalten Patienten, die eine private Kranken­ver­si­che­rung haben, weitaus schneller einen entsprechenden Termin als gesetzlich Versicherte. Rund ein Drittel der Befragten, die bei einer gesetzlichen Kran­ken­­kasse versichert sind, mussten einige Wochen auf einen Facharzttermin warten. Bei Privatpatienten waren es lediglich 18 Prozent der Anfragenden.

Kritik zum Terminservice- und Vorsorgungsgesetz

Bei den Facharztleistungen besteht demnach eine hohe Nachfrage nach Kardiologen, Radio­logen und Psychotherapeuten bezie­hungs­­weise Psychiatern. Ebenso bei einer Anfrage bei einem der Servicebereiche der Kassenärztlichen Vereinigungen kann die Wartezeit nicht verkürzt werden. Diese liegt weiterhin bei etwa vier Wochen nach einer Erkundigung bezüglich eines Arzttermins bei der Behörde. Im Mai 2019 trat das Terminservice- und Vorsorgungsgesetz (TSVG) in Kraft, um gerade bei den Termin­schwie­rig­keiten Abhilfe zu schaffen. Nach Aussage der linken Sozialexpertin Sabine Zimmermann (MdB) gehen diese Maßregeln an dem eigent­­lichen Anliegen vorbei. Ihrer Meinung nach, liegt es vor allem daran, dass Privat­patienten bei der Vergabe von Terminen bevor­zugt behandelt werden, da bei diesen Versicherten mehr Geld abgerechnet werden kann. Aus diesem Grund muss, laut Zim­mer­mann, die Bevorzugung von privat Versi­cher­ten zukünftig verhindert werden.

Telefonischer Patientenservice rund um die Uhr

Vor allem chronisch Erkrankte halten diese Situation für unerträglich und sind über die Zustände im Gesundheitswesen frustriert. Ein Lichtblick könnte sich für viele Versicherte durch den neuen Rund-um-die-Uhr-Service ergeben. Die Servicestelle 116 117 wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit medizinisch geschultem Personal ausgestattet. Patienten, denen die Wartezeit zu lange wird, können den ärztlichen Bereit­schafts­dienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen und erhalten dort eine erste Bewertung der Dringlichkeit ihres Anliegens. Außerdem wird eine Empfehlung für eine Arztpraxis oder eine Klinik in der Nähe angegeben, bei der akute Problematiken schneller behandelbar sind. Auch eine Termin­­ver­einbarung beim Arzt ist online, via App oder telefonisch möglich.