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Wann für Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld besteht

Krankengeld erhält man, wenn man länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung nicht arbeiten kann und der Arzt das durch Krankschreibungen bestätigt. Diese Bescheinigungen müssen lückenlos erfolgen und immer gleich zur Krankenkasse gesendet werden. Falls der Arzt dies nicht für den Patienten übernimmt, muss dieser selbst dafür sorgen. Nur so ist die Kasse über den Startpunkt und die Dauer Ihrer Erkrankung informiert.
Das Krankengeld schließt direkt an die Entgeltfortzahlung an. Mit Beginn der Erkrankung erfolgt diese sechs Wochen lang vom Arbeitgeber, danach springt die Krankenkasse ein. Betriebe mit weniger als zehn Angestellten erhalten jedoch auch für den Zeitraum der Entgeltfortzahlung Zuschüsse von der Krankenkasse. Das macht jedoch für den Arbeitnehmer keinen Unterschied. Rechtzeitig vor Ablauf der sechswöchigen Frist unterrichtet der Arbeitgeber die Kasse über die Höhe Ihres Gehaltes, damit das Krankengeld in der richtigen Höhe ausgezahlt wird.

Was bei der Beantragung von Krankengeld zu beachten ist

Die Beantragung von Krankengeld ist erleichtert worden. Früher benötigte man zum Bezug von Krankengeld einen sogenannten Auszahlschein, dieser ist abgeschafft worden. Seit 2016 gibt es nur noch ein Formular, auf dem der Arzt lückenlos die Arbeitsunfähigkeit dokumentiert. Diese Lückenlosigkeit ist besonders wichtig.

Wer ganz sicher gehen will, dass die Bescheinigung gut bei der Krankenkasse ankommt, versendet diese am Besten als Einschreiben mit Rückschein. Es muss auch beachtet werden, dass das Krankengeld, ebenso wie die Entgeltfortzahlung, erst im Nachhinein bezahlt wird.

Wie das Krankengeld berechnet wird

Die Höhe des Krankengeldes beträgt rund 70 Prozent vom Bruttoeinkommen und nicht mehr als 90 % vom Nettoverdienst. Die Einkommenshöhe bekommt die Krankenkasse vom Arbeitgeber mitgeteilt. Von diesem Betrag werden die Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung abgezogen, Beiträge zur Krankenkasse müssen während des Bezuges von Krankengeld nicht geleistet werden.

Das Krankengeld wird nur für eine begrenzte Dauer gezahlt. Diese Zeit liegt für dieselbe Krankheit bei 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Danach muss man sechs Monate lang normal erwerbstätig gewesen sein, um wieder Anspruch auf Krankengeld zu haben.

2017-10-13T13:06:23+00:00 9. November 2016|Gesetzlich, Recht, Versicherung|