Muss die private Krankenversicherung (PKV) für den Einsatz eines Femto-Lasers zahlen? Dieser Frage ist bereits im März 2017 der BGH nachgegangen. Das Gericht hatte damals entschieden, dass bei Privatversicherten eine Lasik-Operation zur Korrektur der Sehschärfe als medizinisch notwendig erachtet wird und damit bezahlt werden muss. Operationen zur Veränderung der Brechkraft des Auges – sogenannte refraktive chirurgische Eingriffe – sind mittlerweile üblich. Allerdings lehnen viele private Anbieter die Kostenübernahme mit der Begründung ab, dass die Operation nicht medizinisch notwendig sei.

Leistungskatalog vor Behandlung genau durchlesen

Jeder Versicherte sollte den Leistungskatalog seiner Krankenversicherung genau kennen oder vor einem chirurgischen Eingriff genau nachlesen: Ist nämlich die Sehschärfenkorrektur im Leistungsspektrum enthalten, muss der Versicherungs­anbieter bis zur vertraglichen finanziellen Obergrenze zahlen, den Rest muss der Patient selbst zuzahlen. Wird hingegen eine Lasik-Behandlung nicht ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen erwähnt, wirkt sich das eher günstig für Patienten aus: Laut BGH-Urteil (Az.: IV ZR 533/15) besteht in dem Fall die medizinische Notwendigkeit und es muss gezahlt werden.

Laserkorrekturen haben schon vielfach zu Streitfällen zwischen Versicherten und Krankenversicherungen geführt. So auch im Februar 2018, als das Landgericht Köln in einem konkreten Fall urteilte, dass die PKV zahlen muss. Dabei ist längst anerkannt, dass die Femto-Laserbehandlung enorme Vorteile gegenüber alten Lasik-Methoden hat: Der Laser ist um ein Vielfaches präziser und kann zum Beispiel Antistigmatismus (Hornhautverkrümmungen) korrigieren oder Katarakte – den Grauen Star – entfernen. Eingriffe mit Messer und Hobel sollten daher dank modernster Technik der Vergangenheit angehören. Daher sehen die Gerichte auch keinen Sinn darin, Patienten diese neuen, sichereren und damit besseren Eingriffe vorzuenthalten.

Moderne Methoden müssen alte Techniken ersetzen

Kaum ein Arzt will noch die alten Techniken anwenden, wenn Femto-Laser deutlich präziser und sicherer sind. Zumal auch Folgen, wie das Entzündungsrisiko nach der Operation, durch die Laserbehandlung deutlich reduziert sind. Es gibt also eine Vielzahl an entscheidenden Vorteilen. Die technologische Entwicklung bringt immer wieder Medikamente, Methoden oder medizinische Geräte hervor, die mit Verbesserungen für Ärzte und Patienten einhergehen. Das betrifft auch die Lasertechnologie beim Augenlasern. Während Ende der 80er Jahre erste Methoden eingesetzt wurden, die für damalige Verhältnisse fortschrittlich waren, litten Patienten nach der Behandlung häufig unter großen Schmerzen. Auch das Operationsrisiko für die Patienten war enorm. Seitdem hat sich viel getan: Die Augenlaser der 2. und 3. Generation wurden sicherer und risikoärmer. Die neueste Methode, der sogenannte ReLEx SMILE, ist sogar völlig schmerzfrei für Patienten.

Kostenübernahme durch PKV bei Brechkraftkorrektur

Manche der Privaten Krankenversicherer lehnen die Übernahme der Kosten dennoch ab. Sie begründen es damit, dass oft gleichzeitig eine neue Linse eingesetzt wird, was medizinisch nicht nötig sei. Mit diesem Argument wollen sie zumindest einen Teil der Kosten auf den Patienten abwälzen. Die Begrenzung der Versicherungs­leistungen und die nur teilweise Erstattung der Behandlung mit dem Femto-Laser durch die Versicherer greift allerdings nicht, wenn es sich bei dem Einsatz um refraktive Chirurgie handelt und nicht nur eine einfache Sehschärfen­korrektur. In dem vor dem Kölner Landgericht verhandelten Fall konnte dies bewiesen werden. Ein unabhängiger, eigens bestellter Sachverständiger, hatte dem Gericht die nötigen Informationen und Einschätzungen geliefert. Aus dem Urteil lässt sich nun ableiten, dass Patienten immer dann gute Chancen für eine vollständige Kostenübernahme haben, wenn es sich bei ihrem Eingriff nicht ausschließlich um eine Korrektur der Sehschärfe handelt, sondern um eine chirurgische Behandlung zur Verbesserung der Brechkraft des Auges.

Patienten können von Studien profitieren

Ob bei Augenproblemen oder anderen Erkrankungen – oft müssen medizinische oder technologische Neuerungen ihre Vorteile gegenüber traditionellen Methoden erst noch beweisen. Meist geschieht dies über Studien. Patienten sind dabei allein kaum in der Lage, alle durchgeführten klinischen Studien zu überblicken. Auf diesem Gebiet mehr Transparenz zu ermög­lichen und Patienten den Zugang zu Studien zu erleichtern, hat sich Viomedo auf die Fahnen geschrieben. Mehr als 2000 Studien zu ganz verschiedenen Krankheitsbil­dern hat das junge Unternehmen in seiner Datenbank gespeichert. Nach dem Motto „Jeder Mensch hat ein Recht darauf, die für ihn bestmögliche Behandlung zu erhalten.“ sollen Patienten so schon von neuartigen Medikamenten oder Therapien profitieren, bevor sie sich auf dem Markt etablieren und von Medizinern verschrieben oder angewendet werden dürfen. In diesem Fall muss die eigene private oder gesetzliche Krankenversicherung nicht für eine Kostenerstattung angefragt werden.

Über Risiken und Nebenwirkungen informieren

Viomedo arbeitet auch mit Dachverbänden und Patienten­organisationen zusammen, um Betroffene über relevante und zu ihnen passende Studien zu informieren. Da die Gesundheit für viele Menschen das höchste Gut ist, sind manche Menschen auch bereit, dafür hohe Risiken einzugehen. Die Aufklärung darüber, was Betroffene genau erwartet, ist daher umso wichtiger. Wer unsicher ist, kann auf der Website ausführlich zu den Voraussetzungen für eine Studienteilnahme und den damit verbundenen möglichen Risiken und Nebenwirkungen nachlesen oder sich telefonisch beraten lassen.