Viele junge Arbeitnehmer haben sich als Alleinstehende mit gutem Verdienst von zunächst verlockend günstigen Beiträgen der privaten Krankenversicherungen überzeugen lassen. Spätestens nach den ersten Beitragserhöhungen und einer Familiengründung sehnen sich viele zurück in die GKV. Das seit diesem Jahr geltende Recht auf Brückenteilzeit eröffnet neue Möglichkeiten für Angestellte, wieder in die gesetzliche Versicherung einzutreten.

Wie die Rückkehr in die GKV funktioniert

Gut verdienende Arbeitnehmer entscheiden sich oft für eine private Krankenversicherung. Ein Schritt, der nur über eine Reduzierung des Gehaltes zu korrigieren ist. Nur wer sein regelmäßiges jährliches Bruttoeinkommen für die Dauer von mindestens zwölf Monaten soweit verringert, dass er die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von derzeit 60.750 Euro nicht überschreitet, wird automatisch wieder gesetzlich versichert. Die Fortführung einer privaten Krankenversicherung ist nicht mehr möglich.

Für alle, die bereits am 31. Dezember 2002 privat versichert waren, gilt eine Lohngrenze von 54.450 Euro. So erklärte es Bastian Landorff von der Verbraucherzentrale Bayern. Diese Gehaltsgrenzen lassen sich durch eine entsprechende Umstellung auf Teilzeitarbeit einhalten. Bisher hieß dies für alle Wechselwilligen, ein hohes Risiko in Kauf zu nehmen. Es gab keine Absicherung, dass der Arbeitgeber einer Wiederaufnahme der Vollbeschäftigung zum alten Gehalt zustimmen würde.

Neue Chance für Privatversicherte

Ein neues Gesetz gibt Rückenwind! Mit der Einführung der Brückenteilzeit ist es zukünftig nicht mehr vom guten Willen des Chefs abhängig. Nach Paragraf 9a des Teilzeit- und Befristungsgesetzes ist es jetzt möglich, nach Ablauf einer Testphase automatisch zu der ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. Leider gilt dies nicht für alle Arbeitnehmer. Einen Anspruch auf Wiederaufnahme der Vollzeitbeschäftigung hat nur, wer länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als 45 Beschäftigten tätig ist.

Alle anderen haben keine Möglichkeit, einen Antrag auf eine befristete Teilzeittätigkeit für mindestens ein Jahr zu stellen. Dies betrifft immerhin ca. 14 Millionen Arbeitnehmer, die in kleineren Firmen arbeiten. Für sie ist der Weg raus aus der teuren PKV nach wie vor nur unter Verzicht auf einen Garantieschein für eine Wiederbeschäftigung im alten Umfang realisierbar. Aber auch wer in einem Betrieb tätig ist, der 46 bis zu 200 Mitarbeiter beschäftigt, muss einen Antrag stellen, dessen Bewilligung von der Zumutbarkeit für das Unternehmen abhängig ist. Nehmen bereits mehrere Kollegen die Brückenteilzeit in Anspruch, darf der Chef das Ansinnen weiterer Kandidaten gegebenenfalls ablehnen.

Nachteile beim GKV-Wechsel durch Brückenteilzeit?

Wer für ein Jahr freiwillig auf einen erheblichen Teil seines Gehaltes verzichtet, sollte sich dies gut durchrechnen. Unter Umständen sind die finanziellen Einbußen nicht refinanzierbar. Ein Wechsel lohnt sich in der Regel nur für jüngere Arbeitnehmer unter 40 Jahren. Grund dafür ist z. B. die 9/10-Klausel, die über eine Aufnahme in die günstige Krankenversicherung der Rentner (KVdR) entscheidet. Hier findet nur Zugang, wer in der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens zu mehr als 90 Prozent aktives oder passives Mitglied in einer Krankenkasse war. Wer dies nicht erfüllt, muss sich als Rentner privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichern. Das kann ziemlich teuer werden. Zu bedenken ist auch, dass die in der PKV gebildeten Altersrückstellungen unwiderruflich verloren sind.

Positiv ist hingegen, dass derjenige, der die Rückkehr in die GKV geschafft hat, auch dort verbleiben kann: Denn auch wenn das Gehalt wieder das alte Niveau erreicht, darf man als freiwillig versichertes Mitglied weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. (kt)