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Verstimmung oder Winterdepression – Richtig vorsorgen für eine gesunde Gemütslage

Wir befinden uns mitten in der sogenannten dunklen Jahreszeit und mit Ihr wird auch die Laune vieler Menschen etwas dunkler. Das Aufstehen und Zubettgehen in der Dunkelheit wird häufig von tiefer Müdigkeit begleitet und der andauernde Mangel an Sonnenschein kann die Stimmung trüben. Um Weihnachten trotz Dunkelheit glücklich zu feiern, gibt es grundlegende Tipps gegen die “Winter-Verstimmung”.

Anzeichen nicht falsch verstehen

Ist es eine Verstimmung, eine Depression oder eine Winterdepression? Oftmals verschwimmen die Grenzen und Betroffene und Angehörige fühlen sich ratlos. Doch es gibt Unterschiede: während eine Verstimmung von begrenzter Dauer ist, tritt eine Depression über einen langen Zeitraum hinweg auf.

Das Merkmal einer Winterdepression wiederum ist, dass sie ausschließlich und wiederholt zur Winterzeit auftritt und die Symptome klar mit dieser in Zusammenhang gebracht werden können. Die Ausdrucksformen entsprechen dabei teilweise der, einer Depression, können aber auch im Gegensatz zu dieser stehen. Das zweite Deutsche Depressionsbarometer von 2018 zeigt auf, dass circa 87 Prozent der Depressiven in Deutschland mit sozialem Rückzug reagieren. Angehörige könnten dieses Verhalten, welches aus Sehnsucht nach Ruhe, Interessenlosigkeit und Erschöpfung resultiert, als Zurückweisung falsch deuten.

So wirkt sich eine Winterdepression aus

Bei einer Winterdepression verspüren Betroffene oft großen Heißhunger und ein erhöhtes Schlafbedürfnis statt der typischen Schlafstörungen und Appetitlosigkeit, unter denen Depressive oft leiden. Die “Saisonal-Abhängigen-Depression” (SAD) tritt im Gegensatz zu anderen Depressionen ausschließlich in den Herbst- und Wintermonaten auf. Betroffene  fühlen sich von dem kalten, ungemütlichen und düsteren Wetter schnell niedergeschlagen, antriebslos und traurig. Die Witterung und die geringe Anzahl an Sonnenstunden führen bei ihnen zu Dauermüdigkeit, Gereiztheit, Melancholie, Antriebslosigkeit und Pessimismus.

Ein Weiterer Unterschied zu depressiven Störungen ist, dass die saisonal bedingte Depression einen geringeren Schweregrad hat und sehr selten vorkommt. Gerade mal ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Im Gegensatz dazu werden rund 17 Prozent aller deutschen Erwachsenen mindestens einmal in ihrem Leben depressiv. Hält die Jahreszeit-bedingte Verstimmung jedoch ohne sonstige Gründe länger als 2 Wochen an, ist der Arzt zu Rate zu ziehen – dann kann auch eine Depression zugrunde liegen.

Tipps zur Vorbeugung einer Winterdepression

So simpel wie der Grund sind auch die Gegenmaßnahmen, die vor einer Winterdepression bewahren können. Es kann bereits helfen, eines zu wissen: die gesunden Sonnenstrahlen kommen auch durch die Wolkendecke hindurch und versorgen jeden Menschen, der sich an die frische Luft begibt, mit Vitamin D und der zehnfachen Lichtintensität im Vergleich zu der in einer durchschnittlich beleuchteten Räumlichkeit. Dabei wirkt es allein schon stimmungsaufhellend neue Sinneseindrücke im Freien zu sammeln.

Der tägliche Spaziergang sollte also nicht von der jeweiligen Wetterlage abhängig gemacht werden. Wetterfeste Kleidung zahlt sich an dieser Stelle besonders aus. Wie auch in der warmen Jahreszeit, sind Sport und Bewegung wichtig für einen guten Gesundheitszustand. Neben den üblichen Vorteilen beugt dies auch dem Gefühl des gefangen seins vor. Wer sich zudem bewusst gemütliche und schöne Momente allein oder mit Freunden und der Familie schafft, wird auch die Winterzeit als glücklich und angenehm empfinden. Wem damit nicht geholfen ist, der kann sich auch therapieren lassen.

Licht-Therapie als alternative Nachsorge

Ein besonders schonendes und wirksames Mittel gegen eine Winterdepression stellt die Licht-Therapie dar. Bei ihr wird der Körper mit dem Licht versorgt, das ihm im Alltag durch lange Aufenthalte in Büros und Innenräumen vorenthalten wird. Die Therapie soll einen besonders positiven Effekt auf die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin im menschlichen Gehirn haben und den gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherstellen. Dieser fehlt vielen Menschen, die sich kaum natürlichem Licht aussetzen und unter den späten Sonnenauf- und frühen Sonnenuntergängen leiden.

Bei der Therapie kommen Tageslichtlampen zum Einsatz, die mit 3.500 bis 10.000 Lux eine besondere Intensität besitzen. Es genügt schon, sich 30 bis 40 Minuten davor zu setzen: durch die Netzhaut und die Augenlinse werden die Strahlen aufgenommen und weiterverarbeitet. Bei älteren Menschen kann dies etwas länger dauern, da die Augenlinse im Alter oft getrübt ist. Nach maximal einer Woche zeigt sich die positive Wirkung. Die Lichttherapie kann auch vorbeugend begonnen werden. Trotz der erwiesenen Wirkung bei 60 Prozent der Patienten übernimmt die Krankenkasse (Leistungen) eine solche Therapie noch nicht – im Gegenteil zur Behandlung mit den ungesünderen Antidepressiva. Betroffene können sich die Tageslichtlampen aber auch selber anschaffen: für 50 bis 150 Euro sind diese erhältlich.

Mit MyTherapy den richtigen Helfer an der Hand

Nicht immer helfen alternative Therapieformen aus, den heilenden Effekt zu erzielen. Besonders Menschen mit mittel- bis schweren Depressionen sind auf eine Therapie mit Medikamenten angewiesen. Mit MyTherapy haben Betroffene die Möglichkeit einen genauen Überblick über deren Medikamentenplan in der Hosentasche zu tragen. Die App erinnert an die Medikamenteneinnahme, misst wichtige Werte und trainiert. Die Ergebnisse können sogar ausgedruckt und dem Arzt vorgelegt werden. MyTherapy ist natürlich nicht nur für an Depressionen erkrankte Menschen nützlich, sondern hilft allen von der Medikamenteneinnahme betroffenen Patienten weiter. (vk)

Von |2018-12-17T15:59:21+00:0017. Dezember 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Vorsorge|