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Versicherungspflichtgrenzen 2019: Anstieg erschwert PKV Wechsel

Arbeitnehmer können eine private Krankenversicherungen (PKV) nur abschließen, wenn ihr Brutto-Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Ab dem kommenden Jahr steigt dieser Wert in Deutschland um 1.350 Euro an. Zudem werden die Grenzwerte bei den weiteren Sozialversicherungen, wie der gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung, erhöht.

Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze 2019 höher

Laut Medienberichten plant die Bundesregierung in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Anhebung der Versicherungspflichtgrenze. Ab 1. Januar 2019 wird die Pflichtgrenze bei der Kranken- und Pflegeversicherung von derzeit 4.950 Euro pro Monat auf 5.062,50 Euro angehoben. Demnach steigt die jährliche Versicherungspflichtgrenze von bisher 59.400 Euro auf dann 60.750 Euro an. Für gesetzlich Krankenversicherte bedeutet dies, dass sie nur noch bei Jahreseinkommen von mehr als 60.750 Euro in die PKV wechseln können. Arbeitnehmer in allen Bundesländern müssen ab 2019 mindestens 1.350 Euro pro Jahr mehr verdienen, um von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit zu sein. Im gleichen Umfang steigt die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung von derzeit 53.100 auf 54.450 Euro an.

Weitere Sozialversicherungen mit steigenden Bemessungsgrenzen

Bei Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen die Beitragsbemessungsgrenzen in Ost und West unterschiedlich hoch aus. Während Arbeitnehmer in den alten Bundesländern ab dem 1. Januar 2019 mit einer monatlich um 200 Euro steigende Beitragsbemessungsgrenze rechnen müssen (pro Jahr 2.400 Euro), steigen die Werte für Arbeitnehmer in den östlichen Bundesländern um monatlich 350 Euro (4.200 Euro jährlich). Trotz des hier höheren Anstiegs ist die Beitragsbemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung im Osten mit 73.800 Euro um einiges niedriger als die im westlichen Teil des Landes mit 80.400 Euro.

Auswirkungen auf beitragspflichtige Arbeitnehmer

In allen Sozialversicherungen führen neue Bemessungsgrenzen zu höheren Beiträgen. Zudem treten beim Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung ab 2019 weitere Änderungen in Kraft. Der maximale Arbeitnehmeranteil der GKV liegt dann bei 331,34 Euro (eine Steigerung um 8,21 Euro). Die von den Krankenkassen abhängigen Zusatzbeiträge erhöhen die jährliche Belastung um bis zu 1,7 Prozent (derzeit höchster Zusatzbeitrag) oder maximal 77,14 Euro.

Entlastet werden die Beitragszahler beim Zusatzbetrag um maximal 39 Euro pro Jahr, weil ab 2019 die paritätische Beitragsfinanzierung wieder eingeführt wird und Arbeitgeber 50 Prozent der Kosten des Zusatzbeitrags übernehmen müssen. Bei der Pflegeversicherung werden nicht nur die Bemessungsgrenzen erhöht, auch der Bei­tragssatz dürfte um ein halbes Prozent steigen. Eltern zahlen ab dem kommenden Jahr maximal 11,06 Euro mehr, Versicherte ohne Kinder 14,49 Euro. Bei Angestellten übernehmen die Arbeitgeber davon die Hälfte. Da es in der Arbeitslosenversicherung mit Jahresbeginn 2019 eine leichte Senkung um 0,5 auf insgesamt 2,5 Prozent geben soll, werden die Mehrkosten der Pflegeversicherung leicht wieder aufgefangen. (kt)

2018-09-18T10:52:48+00:0012. September 2018|Gesetzlich, Politik, Versicherung|