Mit dem „Vertrag zur besonderen Versorgung in der Indikation Psoriasis“ haben der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) und eine gesetzliche Krankenkasse das erste bundesweite Abkommen für eine leitliniengerechte Versorgung von Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte) geschlossen. Konkret richtet sich die Vereinbarung an Betroffene mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die mit einem Biologikum oder einem PDE-Hemmer therapiert werden.

Was bringt der Vertrag für Patienten?

Der Vertrag gilt seit dem 1. April 2019. Kernstück der Vereinbarung ist der sog. Versorgungsbonus, der verschiedene Maßnahmen zur besseren Versorgung der Betroffenen vorsieht. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Folge- und Begleiterkrankungen von Psoriasis gezielter zu beachten
  • eine psychosoziale Begleitung
  • die besondere Betreuung bei der Ein-/Umstellung der Therapie

Ziel des Maßnahmenpaketes ist es, den Versicherten innovative Therapieoptionen anbieten zu können, um diese optimal zu versorgen. So ermöglicht die Vereinbarung, dass die Betroffenen nicht nur fundiert, sondern auch nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen therapiert werden können.

Psychosoziale Begleitung ist wichtig

Trotz einer entsprechenden Hautpflege sehen die betroffenen Hautpartien nicht schön aus, hinzu kommt ein unerträglicher Juckreiz und das Verlangen zu kratzen. Aus Scham ziehen sich Patienten mit Psoriasis häufig zurück und reduzieren oder vermeiden sogar den Kontakt zu Freunden und Kollegen. Um die Einsamkeit zu verdrängen, wird dann gerne mal das Internet genutzt oder auch mal Alkohol getrunken. Was mit „ein paar Mal“ beginnt, kann schnell zur Sucht werden. Forscher der Technischen Universität München wollen in Zusammenarbeit mit Psorias-Netz anhand einer anonymen Umfrage herausfinden, ob Schuppenflechte-Patienten schneller als andere Menschen dem Internet oder einer Alkoholsucht verfallen. Psoriasis-Netz steht den Betroffenen und deren Angehörigen als Informationsportal, digitale Selbsthilfe und für einen Austausch untereinander zur Verfügung. Das Portal möchte die Patienten unterstützen, sich regelmäßig vom Arzt kontrollieren zu lassen, auch wenn Therapieversuche erfolglos blieben.

Beteiligung weiterer Krankenkassen

Dem Vertrag, der von der Techniker Krankenkasse verhandelt worden ist, können ab jetzt auch die Ersatzkassen beitreten. Auf Seite der Ärzteschaft können alle Dermatologinnen und Dermatologen den Vertrag annehmen, die Mitglied im BVDD sind, und über eine spezielle Qualifikation in der Therapie von Psoriasis verfügen. Als Nachweise dafür werden ein gültiges Zertifikat „Psoriasis“ von der Deutschen Dermatologischen Akademie oder eine spezifische Psoriasis-Fortbildung (16 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten oder Erfahrungen in der Systemtherapie) anerkannt.

Ampelsystem für Arzneimittel

Neu ist auch ein Ampelsystem für Arzneimittel. Dieses informiert Dermatologinnen und Dermatologen einfach und unkompliziert über den therapeutischen Nutzen eines Medikaments sowie über seine Wirtschaftlichkeit. Das System wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), der Abteilung Gesundheit, Pflege- und Alterssicherung an der Universität Bremen und dem BVDD-Vorstand entwickelt.