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Übermäßiger Alkoholkonsum noch immer eine unterschätzte Gefahr

Der Konsum von Alkohol kann sich gesundheitsgefährdend auswirken, in der Gegenwart ist dies längst keine Weisheit mehr. Nicht nur viele Aufklärungskampagnen haben im Verlaufe der Jahre zu einem verbesserten Bewusstsein bei der Bevölkerung geführt. Strengere Regeln bei der Abgabe von Alkohol haben ebenso einen nennenswerten Beitrag hieran; hierzu ein Beispiel: In den letzten Jahren wurden die Mindestaltersgrenzen für den Alkoholkonsum angehoben. Kiosk- oder Supermarktbetreiber müssen sich im Verdachtsfall darüber informieren, ob der Käufer wirklich schon das Mindestalter (beispielsweise 16 Jahre für Bier, 18 Jahre für andere Spirituosen) erreicht hat. Dennoch gilt weiterhin: Die schädigende Wirkung des Alkoholkonsums muss weiter öffentlich wirksam unterstrichen werden, insbesondere von jüngeren Menschen wird sie vielfach unterschätzt.

Bezifferbare Folgen – Unfallstatistik

Einen guten Einstieg in die Problematik des zu hohen und im Endeffekt schädlichen Alkoholkonsums bietet die Verkehrsstatistik. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat spricht von beinahe 17.000 Verletzten und 260 Verkehrstoten im Zusammenhang mit Alkohol im Straßenverkehr (2014). Über entsprechende Folgen wurde und wird die Öffentlichkeit ausführlich informiert.

Wie steht es demgegenüber um Informationen über Krankheiten und die Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren? Hier lohnt sich der Blick auf die konkreten Auswirkungen eines der beliebtesten und oftmals sehr unterschätzten Sucht- bzw. Genussmittels.

Unterschiedliche Gesundheitsrisiken bestehen

In einer langfristig angelegten Studie beobachtet das Robert-Koch-Institut (RKI) bereits seit über 20 Jahren die Gesundheitsfolgen eines zu hohen Alkoholkonsums. Viele unterschiedliche Krankheitsbilder können demnach auf Alkohol zurückgeführt werden, wobei die Studie wie folgt unterscheidet:

  • Krankheiten, die erst durch den Alkoholkonsum verursacht werden:

Neben der allgemein bekannten toxischen Wirkung von Alkohol bzw. dem Einfluss auf die Zellalterung und Verhaltensauffälligkeiten werden weitere Folgen angeführt, die auf Alkoholgenuss zurückzuführen sind: Eine Degeneration des Nervensystems dürfte ziemlich unumkehrbar sein ebenso wie die Schädigung eines Fötus bei einer Schwangeren! Kardiomyopathie (Schädigungen bzw. Erkranken der Herzmuskel) können zu einem späteren Zeitpunkt durchaus akut werden.

  • Krankheiten, deren Verlauf durch Alkohol verschlimmert wird bzw. die aufgrund von Alkohol leichter ausbrechen können:

Hier wird in unterschiedlichen Studien eine sehr große Bandbreite an Krankheiten genannt, darunter nennenswerte Organschädigungen. Bei Männern stehen alkoholbedingte Erkrankungen laut RKI-Studie an der fünften Stelle der Ursache für verlorene Lebensjahre, bei Frauen an der achten Stelle.

Hintergrund der Gesundheitsappelle

In der freien Marktwirtschaft wird es wahrscheinlich nicht zu einem kompletten Verbot des Alkoholkonsums kommen können. Allerdings wurden, wie auszugsweise angeführt, bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um rechtzeitig über die Gesundheitsgefahren zu informieren und auch das Einstiegsalter für einen möglichen Alkoholkonsum zu beschränken. Deren konsequente Umsetzung waren und sind ein erster Schritt. Zusätzliche Einschränkungen bei Fernseh- und Plakatwerbung werden, unter anderem wenn man an das Beispiel des Tabakkonsums denkt, von vielen Seiten als sinnvoll eingestuft.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit (DAK im Test) wies bereits im Oktober 2015 darauf hin, dass Alkoholwerbung das Risiko für den als „Komasaufen“ bekannten übermäßigen Alkoholgebrauch bei Jugendlichen steigern kann. Das Ziel dieser und weiterer Informationen über den Alkoholkonsum und dessen Folgen muss darin bestehen, die Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt zum Nachdenken und verantwortlichem Handeln gegenüber der eigenen Gesundheit und den Mitmenschen anzuregen.

 

 

2017-10-16T09:17:46+00:00 27. Oktober 2016|Ernährung, Gesetzlich, Gesundheit, Vorsorge|