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Trübe Aussichten: Schlechteres Sehvermögen bei Kindern und Jugendlichen durch Smartphones

Bei Erwachsenen führte der ständige Blick auf den Computerbildschirm bereits zu einem neuen Krankheitsbegriff. Das Computer Vision Syndrome (CVS) entsteht durch die Überanstrengung der Augenmuskulatur. Die kleinen Smartphone-Displays mit ihren winzigen Buchstaben und Logos sind für die Augen noch anstrengender. Das zeigt sich vor allem bei Kindern und Jugendlichen: Dort nimmt die Zahl der Kurzsichtigen enorm zu.

Frühe Seheinschränkungen durch Smartphones

Ein rasanter Anstieg der Kurzsichtigkeit ist vor allem in Asien zu verzeichnen, wo der Gebrauch von Computer, Tablet und Smartphone noch stärker ist, als in Europa. So weisen in Südkorea bereits mehr als 96 Prozent der 19-Jährigen eine Kurzsichtigkeit von 0,5 Dioptrien auf. Medizinisch gesehen geschieht durch die zu hohe Nutzung von Bildschirmen und Displays Folgendes: Das Auge fokussiert auf Nahsicht und ist künstlichem Licht ausgesetzt. Die Folge davon ist eine Verlängerung des Augapfels, welche letztendlich zu Kurzsichtigkeit führt. Was dagegen hilft, zeigt ein anderes Land aus Fernost. Auf Taiwan müssen seit 2012 Schulkinder mindestens zwei Stunden pro Tag ins Freie. Ein messbarer Erfolg, wie sich zeigt, denn innerhalb von drei Jahren sank die Rate der kurzsichtigen Erstklässler dort von 50 auf 45 Prozent.

Gesundheitsprobleme bei vielen Jugendlichen

Ein Brillenhersteller fand mittels Umfrage heraus, dass die ausufernde Nutzung internetbasierter Endgeräte zunehmend zu Gesundheitsproblemen führt. So klagen in Deutschland rund ein Drittel der Menschen unter 18 Jahren über Beschwerden wie Nacken- und Rückenschmerzen, Verspannungen und Kopfschmerzen. Zudem melden 28 Prozent dieser Alterskategorie Schwierigkeiten mit den Augen. Ein Zusammenhang mit der Nutzung von Smartphones ist anzunehmen: Seit dem Verkauf des ersten Smartphones 2007 stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die eine Brille benötigen, um 50 Prozent. Beheben lassen sich die entstandenen Augenprobleme durch modernste Technologien. Der medizinische Fortschritt erlaubt es inzwischen sogar, Sehfehler wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit zu beheben. Dabei kommen Augen-Laser-Verfahren zum Einsatz, die mit einer operativen Behandlung der Hornhaut einhergehen. Für Kinder sind diese Methoden jedoch nicht zu empfehlen, da sich ihr Körper noch im Wachstum befindet.

Maßnahmen sind simpel und effektiv

Wer seinen Kindern einen gesunden Umgang mit elektronischen Endgeräten beibringen will, kann ein paar einfache Tipps beherzigen. Ein gesunder Abstand von mindestens 30 bis 40 Zentimetern zu Bildschirmen und Displays vermindert das Risiko der Kurzsichtigkeit. Was dem Auge zudem hilft, sind weitere Lichtquellen neben der des Endgerätes sowie Tageslicht. Häufiges Zwinkern zur Befeuchtung des Auges kann eine weitere wichtige Schutzmaßnahme darstellen. Der gezielte Blick in die Ferne beugt zudem möglichen Gesundheitsbeschwerden vor, wenn er alle zehn Minuten für mindestens 20 Sekunden geschieht. Generell gilt: wer viel auf den Bildschirm oder das Display schaut, ist mit einer regelmäßigen Kontrolle durch einen Augenarzt gut beraten. Das gilt sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene.

2018-10-10T10:54:30+00:0010. Oktober 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Politik, Vorsorge|