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Todesursache Krebs: Nur im Straßenverkehr sterben noch mehr Kinder

Krebserkrankungen und Hirntumore bilden die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Nur bei Verkehrsunfällen kommen noch mehr junge Menschen schon in den ersten Jahren ihrer Existenz ums Leben. Eine besonders aggressive Gruppe von Hirntumoren sind die Ependymomen: Sie treten bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen auf.

Resistent gegen Chemotherapie

Ein Ependymom kann sich an der gesamten Neuroachse bilden, also in Gehirn, Spinalkanal und Rückenmarksbereich: So erklären es die Krebsspezialisten. Eine solche Diagnose ergibt sich bei Kindern in ungefähr zehn Prozent aller Fälle von Hirntumoren. Weitere Kennzeichen dieser Erkrankung sind die Resistenz gegen Chemotherapie und der Umstand, dass sie immer wieder auftaucht. Sie ist rezidiv, so lautet der medizinische Fachausdruck dafür. Es ist allerdings nicht möglich, bei der häufigen Wiederkehr des Tumors regelmäßig eine Bestrahlung vorzunehmen. So etwas ist nach medizinischer Einschätzung nur ein- bis zweimal möglich. Das Ependymom kehrt in manchen Fällen aber bis zu zehnmal wieder. Infolgedessen werden zahlreiche Stimmen laut, die Alternativen zur herkömmlichen Chemotherapie befürworten. Immer häufiger ist  deshalb die Ernährung Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. So wurde in mehreren Studien bewiesen: Löwenzahn hilft gegen Krebs (Ergebnis einer Studie auf Englisch). Ein Garant für Heilung sind Löwenzahn, Cannabis oder Brokkoli aber nicht – Therapie und Ernährung sollten jedoch in Einklang gebracht werden.

Chirurg mit viel Erfahrung notwendig

Die Kinderonkologie (Richtlinie: PDF) wendet als erfolgreichstes Mittel gegen diese Art des Hirntumors vor allem die radikale Operation an: Die Tumorzellen müssen restlos entfernt werden – medizinisch: R- o-Resektion genannt. Solche Operationen sollten nur von erfahrenen Chirurgen in darauf spezialisierten Zentren vorgenommen werden. Der Grund: Liegt ein solcher Tumor zum Beispiel in der Nähe des Hirnstamms, könnten Operationsfehler zur Beeinträchtigung der Atmung führen. Nur ein erfahrener Arzt trifft dann die richtige Abwägung zwischen möglichen neurologischen Defiziten und der ethischen Frage, ob das Weiterleben mit diesem Defizit lebenswert ist. Fachleute plädieren für Kinderkrebszentren, weil dort alles erforderliche Wissen und Fachpersonal bereitstehen. Auch neue Erkenntnisse der Forschung fließen so schneller in die Behandlung ein. Für einen Kinderonkologen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, wie es etwa im Helios Klinikum Berlin-Buch der Fall ist, von großer Bedeutung. So entsteht die Verbindung von Neurochirurgen und Kinderchirurgen, Radiologen und Strahlentherapeuten. Zusammen mit Psycho-Onkologen, Sozialarbeitern und Lehrern decken sie dann alle Aspekte dieser Erkrankung und der Behandlungsfelder ab.

Diagnose Ependymom ist kein Todesurteil

Die Diagnose Ependymom bedeutet nicht zwingend den Tod. Gelingt es dem Neurochirurgen, den Hirntumor komplett zu entfernen, kehrt er möglicherweise nie wieder zurück. Die langfristige Überlebenschance liegt dann bei etwa 75 Prozent. Richtet sich der Blick aber ausschließlich auf die besonders aggressiven Formen der Erkrankung, sinkt dieser Wert für die Lebenserwartung der Krebspatienten auf nur noch etwa 40 Prozent. Für Kinder ist es besonders wichtig, unabhängig von der Art der Krankheit, sich so wohl und sicher wie nur möglich zu fühlen. Zahlreiche ehrenamtliche Vereine wurden bis heute gegründet um Ärzte, Kliniken und vor allem die Familien zu unterstützen. So auch der  Kleine Herzen Hannover e. V., der mit der Kinderherzklinik in Hannover zusammenarbeitet. Der Verein kümmert sich um Elternzimmer, bietet soziale und psychologische Beratung, sowie Therapiemöglichkeiten für Eltern an. Denn letztlich ist es besonders für die kleinen Schützlinge nicht wichtig, ob sie an Krebs oder einer anderen schweren Krankheit leiden. Frühkindlicher Stress durch schwere Erkrankungen ist keine seltene Folge.

Freude genauso wichtig wie gute Behandlung

Die kleinen Krebspatienten sind in erster Linie immer noch Kinder. Kinder, die die Welt um sich nicht verstehen. Kinder, die teilweise an ein Krankenbett gebunden sind und Kinder, die sich wahrscheinlich nichts sehnlicher wünschen, als „nur“ einen Schnupfen zu haben. Ärzte, Schwestern und Pfleger tun ihr Möglichstes für eine erfolgreiche Therapie. Doch auch Freude hilft beim Heilungsprozess erkrankter Menschen – wie es zuletzt an der Universität Tübingen thematisiert worden war. Dem Aspekt „Helfen durch Lachen und Zuversicht” hat sich auch der ROTE NASEN Deutschland e.V. verschrieben. Die speziell ausgebildeten Künstler und Schauspieler besuchen schwerkranke Kinder beispielsweise auf der Kinderonkologie. Ihre Medizin: Der Humor. Die Eindrücke wirken sich sehr positiv auf die Psyche der Kinder aus. 28 ROTE NASEN sind in Deutschland für den Verein unterwegs und schenken rund 35.000 Patienten glückliche Augenblicke. Erst Anfang dieses Jahres bekam der ROTE NASEN Deutschland e.V. von der Stiftung Parität Berlin eine großzügige finanzielle Zuwendung für das Engagement auf der Kinderonkologie der Berliner Charité seit vielen Jahren.

2018-03-20T12:06:45+00:0020. März 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Versicherung, Vorsorge|