Milch ohne den Einsatz von Nutztieren, dass das mittlerweile geht, zeigte die diesjährige “The Future of Food Conference” in Berlin. Unter dem Motto “Time for Revolution” trafen sich im September Gründer, Experten und Investoren der Lebens­mittelbranche, um sich über die neuesten Trends und Entwicklungen der Nahrungs­mittelindustrie auszutauschen. Im Fokus standen dabei Biotechnologie, der Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die bisher unklaren Reglementierungen im Bereich von CBD und Lebensmitteln.

Die Zukunft der Lebensmittelindustrie gestalten

Ziel der bereits zum vierten Mal stattfindenden Konferenz war es, Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzubringen, um gemeinsam über die Zukunft der Lebensmittelindustrie zu sprechen. Besondere Herausforderungen sieht Veran­stalter Dr. Lars Janzik für den Bereich gesunde Ernährung und der Implementierung von Nachhaltigkeit innerhalb der Branche: „Viele der globalen Lebensmittelkonzerne kochen da im wahrsten Sinne noch ihr eigenes Süppchen […], Startups haben hier eine entschei­dende Rolle: Sie sorgen für Bewegung auf dem Markt und gehen viele Heraus­forderungen unkonventioneller an.” 

Aussteller präsentieren innovative Produkte

Neben Vorträgen zu verschiedenen Themen wie Lebensmittelkennzeichnung, Crowdfunding in der Foodbranche und der künstlichen Herstellung von tierischen Proteinen, waren auch zahlreiche Aussteller anwesend, die ihre Produkte prä­sen­tierten. Darunter “Air up”, ein Startup mit einem ⹂duftenden” Trinkflaschen­system: Nur durch das Entweichen eines Duftes wird dem Wasser beim Trinken der Ge­schmack verliehen. Das soll Nutzer zu einem höheren Verbrauch von gesundem H2O animieren – ganz ohne künstliche Aromen und gefährliche Süßungsmittel wie Isoglukose.

Dass jeder Mensch auf der Erde Zugang zu frischem Trinkwasser hat, dafür setzt sich der Verein “Viva con Agua” ein, der ebenfalls auf der Konferenz vertreten war. Durch Spenden und Aktionen sammelt “Viva con Agua” Gelder, um Trinkbrunnen in armen Ländern zu bauen.

CBD-Produkte kämpfen nach wie vor gegen Skeptiker

In den USA ist CBD bereits voll im Trend und auch hierzulande gewinnt es immer mehr an Bedeutung, befindet sich rechtlich gesehen aber noch in einer Grauzone. Bestätigen konnte das Lukas Eichhammer, Gründer der CBD [manufaktur], die sich auf die Entwicklung und Herstellung von ökologisch produzierten Cannabis­produkten spezialisiert hat. Neben Tees produziert die Firma Honig mit CBD und CBD Öl. Dabei steht sie immer wieder vor Herausforderungen. Seit Anfang des Jahres steht CBD auf der „Non-Food” Liste der Weltgesund­heitsorganisation (WHO). Damit dürfen CBD-haltige Produkte nicht als Nahrungsmittel verkauft werden. Nachwievor gibt es zahlreiche Vorbehalte gegenüber dem Wirkstoff, was die rechtliche Regulierung erschwert.

Immer neue Visionen für die Zukunft

Im Bereich der Lebensmittelindustrie wird sich in Zukunft noch einiges verändern, davon sind alle Teilnehmer überzeugt. Mittlerweile gibt es bereits eigene Studien­gänge wie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Zürich (ZHAW), die Innovation und Entrepreneurship gezielt fördern. Ein Umstand, der auch Veranstalter Dr. Lars Janzik freut: „Es gibt viele Menschen, die etwas verändern wollen oder die dies bereits tun”. So wird es wahrscheinlich auch im nächsten Jahr wieder eine Konferenz geben, auf der sich dann neue Startups und „alte Hasen” über die innovativen Ent­wicklungen der Food-Branche austauschen können.