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Süßstoff statt Zucker soll Fettleibigkeit vorbeugen helfen

In der westlichen Welt, neuerdings aber auch in Schwellenländern wie Indien oder Mexiko, nimmt das krankhafte Übergewicht – die Adipositas – epidemische Ausmaße an. Die auch als Fettleibigkeit oder Fettsucht bezeichnete Krankheit wird gerne verharmlosend in der Kategorie der „Zivilisationskrankheiten“ abgelegt. Tatsache ist aber, dass starkes Übergewicht vielfältige negative Folgen für die Gesundheit des Menschen hat und weltweit die Gesundheitssysteme stark belasten. Der Welt-Adipositas-Tag, jährlich stattfindend am 11. Oktober, thematisiert daher in erster Linie Optionen zur Prävention.

Dramatisch: Zunahme von Übergewicht bei Kindern

Die Zahlen sind erschreckend: Etwa 15 % der Frauen und 11 % aller Männer weltweit sind in einem gesundheitsgefährdenden Maße übergewichtig. Seit 1975 hat sich die Zahl der adipösen Kinder mehr als verzehnfacht. Global gesehen sind zur Zeit etwa 124 Millionen Kinder fettleibig, in Deutschland sind das laut Robert-Koch-Institut rund 2 Millionen Kinder zwischen 5 und 19 Jahren.

Diese Zahlen zeigen, dass ein gesunder Lebensstil für Kinder und Familien im Alltag immer wichtiger wird. Viel Gemüse und Obst und eine ausreichende Flüssigkeits­zufuhr durch Wasser oder ungesüßte Tees sowie ausreichend Bewegung sind dabei unabdingbarer Bestandteil eines gesunden Ernährungsplans. Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) hat sich diesem Ansinnen verschrieben und bildet Ernährungsberater aus, die zum Beispiel den Abnehmwilligen in Beratungsstellen oder über die Krankenkassen mit eigenen Online-Kursen und Ernährungsprogrammen (PDF S.2/3) zur Seite stehen. Die Kosten werden meist zumindest anteilig von den Kassen übernommen.

Wie wichtig neue Ansätze sind, zeigt auch eine Studie der University of Exeter Medical School, die sich mit der Gewichtsproblematik bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt: Laut einer Langzeitstudie sinkt im Jugendalter neben dem Kalorienverbrauch auch das Bewegungslevel der Heranwachsenden. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung ist gerade bei angehenden Erwachsenen unabdingbar, um Gewichts­problemen in der Zukunft keine Chance zu geben.

Gesundheitsgefährdende Folgen von Übergewicht

Ist der Grad eines gesunden Gewichtes einmal überschritten, bleibt das nicht ohne Folgen: Gefäß- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen an erster Stelle der negativen körperlichen Auswirkungen. Knochen, Bandscheiben und Sehnen sind von starkem Verschleiß betroffen. Neu ist diese Erkenntnis nicht. Lange bekannt ist auch, dass starkes Übergewicht die Gefahr an Diabetes zu erkranken, enorm erhöht. Weniger bekannt ist, dass Übergewichtige häufiger an bestimmten Krebsarten erkranken als nicht übergewichtige Menschen, auch wenn die Ursache dafür bislang nicht geklärt ist.

Dabei ist Adipositas gefährlicher als angenommen. Neben den physischen Aus­wirkungen geht die Adipositas vielfach mit belastenden psychosozialen Effekten einher. Stark Übergewichtige fühlen sich häufig nicht wohl in ihrer Haut. Sie werden vermehrt, etwa in der Schule und am Arbeitsplatz, ausgegrenzt oder gar gemobbt. Vielfach grenzt das schon an Diskriminierung. Dies alles kann sehr schädliche Auswirkungen haben und zu psychischen Erkrankungen wie einer Depression führen.

Hilft Süßstoff gegen Übergewicht?

Auf diese Frage gibt es ein klares „Jein“ als Antwort. Gegen krankhaftes Übergewicht hilft nur gesundes Abnehmen – eine grundlegende Umstellung von Ernährung und Lebensgewohnheiten. Gerade in der Anfangs- oder Übergangszeit jedoch kann Süßstoff eine unterstützende Hilfe sein. Wer auf sein süßes Limonadengetränk oder Süße im Kaffee anfangs oder grundsätzlich nicht verzichten mag, der ist mit der Alternative Süßstoff oder süßstoffhaltigen Diät- oder Lightprodukten vielleicht ganz gut bedient. Wer Vorbehalte gegen Süßstoffe hat und dennoch raffinierten Zucker aus seinem Ernährungsplan streichen möchte, kann auf natürlichen Fruchtzucker, zum Beispiel im Obst, zurückgreifen.

Ist Süßstoff gesundheitsschädlich?

Diverse Horrormeldungen, die über Süßstoff kursieren, sind nach dem Stand der Dinge übertrieben. An Tieren hat man festgestellt, dass Süßstoff krebserregend ist. Allerdings hat man den Tieren eine Menge an Süßstoff zugeführt, die kein Mensch konsumieren kann und wird. Auch weitere Studien zu dem Thema stehen auf tönernden Füßen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, achtet auf seine Gesundheit durch eine Ernährung mit natürlichen und regionalen Produkten. Dann muss man sich weder über Übergewicht noch über Süßstoff den Kopf zerbrechen.

2017-10-16T10:25:55+00:00 13. Oktober 2017|Ernährung, Gesundheit, Sport, Vorsorge|