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Studie: Darmhormon führt zu Heißhunger auf fettige Lebensmittel

Den Drang nach fettigen Lebensmitteln hat schon jeder Mensch einmal erlebt. Besonders im Rahmen einer Diät können Heißhungerattaken zu einer wahren Belastung werden. Amerikanische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass körpereigene Hormone, sogenannte Endocannabinoide, für die kaum kontrollierbaren Hungerattaken verantwortlich sind. Wie Forscher der University of California in Irvine bei Versuchen mit Ratten entdeckten, produziert der Darm bestimmte Stoffe, die zu einem großen Appetit auf fettige Lebensmittel führen. Eigentlich handelt es sich bei diesem Mechanismus um einen Urinstinkt, der sicherstellen soll, dass lebensnotwendige Fette konsumiert werden. Da in der modernen Gesellschaft Fette jedoch uneingeschränkt zur Verfügung stehen, führt das Darmhormon häufig zu Übergewicht, Diabetes und sogar Krebserkrankungen. Die Forscher sehen in ihren neuesten Erkenntnissen, die sie kürzlich in der Online-Ausgabe ihres Fachjournals “Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) präsentierten, einen guten Ansatz, um künftig Medikamente gegen Heißhunger entwickeln zu können.

Fette lösen Produktion von drogenähnlichen Stoffen aus

Anhand von Tierversuchen gewannen die Forscher die Erkenntnis, dass Heißhungerattaken auf fettige Lebensmittel vom Organismus selbst ausgelöst werden. Die Tiere erhielten zunächst fettreiche Nahrungsmittel und anschließend wurde deren Darmaktivität genau untersucht. Dabei zeigte sich, dass bereits der Geschmack von Fettigem die Produktion von bestimmten chemischen Botenstoffen im Darm auslöst, die den berauschenden Wirkstoffen von Hanfpflanzen ähneln. Nahrungsmittel mit hohem Zucker- oder Proteinanteil konnten diese Wirkung jedoch nicht auslösen.

Heißhunger auf Fett als lebensnotwendiger Urinstinkt

Die Ausschüttung der körpereigenen Drogen im Darm führe dazu, dass vermehrt Verdauungssäfte gebildet werden, die dann ein Hungergefühl erzeugten, so die Wissenschaftler der University of California in Irvine. Heißhunger auf fettiges Essen ist somit nicht nur auf die Nahrungsmittel selbst zurückzuführen. Wie die Wissenschaftler erklären, handelt es sich bei der Produktion des Darmkeims eigentlich um einen Urmechanismus. Fette sind in der freien Natur selten verfügbar, jedoch lebensnotwendig für die Funktion der Zellen. Durch den Heißhunger soll der ausreichende Konsum von fettigen Nahrungsmitteln sichergestellt werden. Da in der modernen Gesellschaft Fette jedoch ohne Einschränkungen verfügbar sind, führt der kaum zähmbare Heißhunger zu Zivilisationskrankheiten und Übergewicht.

Neue Ansatzpunkte für die Diätforschung

Die Forscher gehen davon aus, dass die Wirkstoffe im Darm wie ein Schalter funktionieren könnten: Eine Zunahme der Darmhormone regt den Fetthunger an, eine Abnahme löst hingegen eine Sättigung aus. Diese Hypothese müsse aber noch in weiteren Untersuchungen überprüft werden. Die Forscher sehen die neuen Erkenntnisse als gute Ansatzmöglichkeit um Medikamente entwickeln zu können, welche das Heißhungergefühl dämpfen. Diese Mittel könnten Menschen mit Übergewicht beim Abnehmen helfen. Da diese Arzneimittel nicht am Gehirn ansetzten, würden diese auch keine Nebenwirkungen, wie Angst oder Depressionen hervorrufen, so der Leiter des amerikanischen Forscherteams.

2017-10-16T10:24:47+00:00 8. Juli 2011|Ernährung, Gesundheit, Testberichte|