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Studie: Alkoholtest lässt sich nicht belügen

Alkoholsünder, denen der Führerschein entzogen wurde, dürfen ein halbes Jahr lang keinen Alkohol zu sich nehmen, sonst erhalten sie ihre Fahrerlaubnis nicht zurück. In dieser Zeit müssen die Betroffenen mehrfach Urinproben abgeben, die allesamt negativ sein müssen. Fällt der Test dennoch positiv aus, behaupten viele Autofahrer falsches Essen und Trinken wäre dafür verantwortlich. Wissenschaftler der Universität Bonn wollten dieser Annahme auf den Grund gehen und fanden heraus, dass sich die Urintests von den geringen Mengen Alkohol in Lebensmitteln nicht beeinflusst lassen. Die Forscher, deren Ergebnisse kürzlich im International Journal of Legal Medicine veröffentlicht wurden, hatten die Testpersonen aufgefordert, große Mengen an alkoholhaltigen Lebensmitteln zu verspeisen. Anschließend sollten die Teilnehmer mehrfach Urinproben abgeben. Bei keiner der Testpersonen fiel der Test jedoch positiv aus. Im Vorfeld hatten die Urintests häufig für Diskussionen gesorgt. Einige Experten hatten kritisiert, dass der Mindestwert für die Nachweisbarkeit von Alkohol zu niedrig sei.

Urintests negativ ausgefallen

Für die Studie wurden 19 Testpersonen angewiesen, Lebensmittel mit geringem Alkoholgehalt zu zu sich zu nehmen. Dazu gehörten 1,3 Kilogramm Sauerkraut, 700 Gramm Bananen und bis zu drei Liter alkoholfreies Bier. Nach dem Verzehr gaben die Testpersonen innerhalb von 30 Stunden in regelmäßigen Abständen Urinproben ab. Trotz der großen Menge an Speisen, fiel bei keinem der Testpersonen der Urintest positiv aus.

Alkoholtest geeignet

Reiner Alkohol wird von der Leber schnell in andere Stoffe umgewandelt. Dazu gehört auch das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG), welches noch Tage nach dem eigentlichen Alkoholkonsum nachweisbar ist. Urintests messen die Menge des nachweisbaren EtG und bestimmen anhand dessen, ob Alkohol getrunken wurde. Aktuell gilt eine EtG-Menge von 0,1 Milligramm als positives Ergebnis. Dieser Wert führte in Expertenkreisen immer wieder zu Diskussionen. Viele Kritiker halten den Wert für zu niedrig. Da in der Bonner Studie die EtG-Konzentration im Urin der Teilnehmer stets deutlich unter dem zulässigen Grenzwert lag, empfehlen die Forscher der Bonner Universität den Richtwert weiterhin aufrecht zu erhalten.

Keine Ausreden für Alkoholsünder

Autofahrer, denen der Führerschein aufgrund von Alkohol am Steuer entzogen wurde, müssen sich im laufe eines halben Jahres bis zu sechsmal einem EtG-Urintest unterziehen. Nur wenn dieser Test immer negativ ausfällt, erhalten sie ihren Führerschein zurück. Der Test wird an zufälligen Zeiten durchgeführt. Die Betroffenen erhalten lediglich 24 Stunden vor der Urinprobe eine Benachrichtigung, wann sie sich einzufinden haben. Insbesondere in der Vorwartezeit wird den Personen empfohlen keine alkoholhaltigen Lebensmittel zu sich zu nehmen. Aufgrund der neuen Ergebnisse seien aber keine falschen Testergebnisse aufgrund der geringen Ethanol-Mengen in Lebensmitteln zu erwarten, so die Forscher in Bonn.

2017-10-17T15:55:53+00:00 4. Oktober 2010|Ernährung, Testberichte|