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Stiftung Warentest empfiehlt Krankentagegeld – aber nicht alle Angebote überzeugen

Die Krankengeld-Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind sehr knapp bemessen. Das stellt die Stiftung Warentest mit ihrem Ableger Finanztest fest und empfiehlt eine private Zusatzversicherung. Bei den Vergleichsfaktoren gab die Stiftung den Beiträgen die höchste Gewichtung. Dabei erhielt nur die Bayrische Beamten­krankenkasse als beste Note ein „Sehr Gut“. Bei den Bedingungen bekam im Test ausschließlich die Deutsche Familienversicherung das „Sehr Gut“.

Tarifänderungen denkbar

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass häufig gerade für gut verdienende Angestellte und Freiberufler das gesetzliche Krankengeld zu knapp bemessen ist. Als weitere Absicherung stehen für Selbstständige Wahltarife der GKV zur Verfügung. Ein Krankentagegeldtarif der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist alternativ für beide Gruppen möglich, um sich stärker zusätzlich abzusichern. Auch eine Kombination beider Angebote ist nach Angabe der Stiftung Warentest möglich. In den GKV-Wahltarifen versteckt sich allerdings eine Unsicherheit, auf die der Testbericht ausdrücklich hinweist. Diese Angebote können sich ändern und die GKV hat sogar das Recht, sie ganz zu streichen, wenn sie wirtschaftlich nicht mehr rentabel sind. Das widerspricht dem Interesse von Selbstständigen: Sie streben an, sich langfristig abzusichern: am liebsten bis zum Ende der eigenen Erwerbstätigkeit. Meist besteht auch eine längere Bindungsfrist von drei Jahren im Krankengeldtarif, auch das Sonderkündigungsrecht bei der Erhöhung des Zusatzbeitrags greift hier nicht.

Beurteilungskriterien gewichtet

Beim Vergleich der Stiftung Warentest floss der Beitrag für die Zusatzversicherung zu 70 Prozent in die Beurteilung ein. Die übrigen 30 Prozent verteilten sich über acht weitere Kategorien wie Leistungen bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit, bei Schwangerschaft und Mutterschutz oder beim Eintreten einer Berufsunfähigkeit für mehr als drei Monate. Ignoriert wurden von den Testern hingegen Kategorien wie die Leistungen bei Suchtkrankheiten oder beim Aufenthalt im Ausland. Zugrunde lag immer ein Eintrittsalter von 32 Jahren. Zwei Tarife der Deutschen Familienver­sicherung erhielten die Noten „sehr gut“. Die vier Anbieter Concordia Krankenversicherung, Inter Krankenversicherung, Barmenia Krankenversicherung und Bayrische Beamtenkrankenkasse konnten die Note „gut“ im Test erreichen.

Modellfälle berechnet

Der Test erklärt an drei unterschiedlichen Modellfällen konkret das Verhältnis von Aufwand und Leistung. Die Modellkunden sind dabei jeweils gesund und 32 Jahre alt. Ein Angestellter mit sechs Wochen Lohnfortzahlung, der 40 Euro mehr pro Tag anstrebt, zahlt einen Monatsbeitrag zwischen zehn und 29 Euro. Der zweite Modellfall ist ein Freiberufler, der nach vier Wochen Karenzzeit 120 Euro pro Tag absichert. Er zahlt dafür einen Monatsbeitrag zwischen 45 und 130 Euro. Hier überzeugt ein Inter-Tarif bei empfehlenswerten Bedingungen mit „gut“. Als dritten Modellfall führt der Test einen Selbstständigen an, der ab dem 15. Krankheitstag das gesetzliche Tagegeld um 20 Euro bei gleicher Karenzzeit aufbessert. Er zahlt dafür monatlich einen Beitrag zwischen 17 und 30 Euro. Hier besitzt ein Barmenia-Tarif mit „befriedigend“ die besten Bedingungen. Alle anderen getesteten waren nur „ausreichend“ oder „mangelhaft“.

2018-05-29T12:09:46+00:0029. Mai 2018|Gesetzlich, Testberichte, Versicherung|