Ab dem 1. Januar 2020 werden aller Voraussicht nach die Rechengrößen innerhalb der Sozialversicherung erneut angehoben. Geplant ist dabei unter anderem, die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze von bisher 60.750 EUR auf 62.550 EUR anzuheben. Die bisher nur als Entwurf vorliegenden Daten müssen im Oktober noch von der Bundesregierung bestätigt und verabschiedet werden.

Bundeskabinett legt Rechengrößen fest

Die neuen Rechengrößen der Sozialversicherung für das kommende Jahr sind bereits festgelegt und wurden in der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung für das Jahr 2020 in einem Referentenentwurf veröffentlicht. Dieser Entwurf soll im Oktober vom Bundeskabinett genehmigt und beschlossen werden. Im Allgemeinen war es in der Vergangenheit so, dass die Rohfassung vom Gesetzgeber eins zu eins akzeptiert und per Beschluss umgesetzt wurde.

Zum 1.1.2020 ist somit mit einer weiteren Anpassung der Sozialversicherungs­beit­räge zu rechnen. Insbesondere Gutverdiener müssen sich auf weitere steigende Sozialversicherungsbeiträge einrichten. Diese werden prozentual vom Einkommen berechnet: Je höher es ist, desto höher sind auch die anteiligen Beiträge zur Sozial­versicherung. Im Rahmen der Beitragsbemessungsgrenze wird die Ein­kommenshöhe angegeben, bis zu welcher die Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen. Alle Einkommen, die oberhalb dieser Grenze liegen, bleiben beitragsfrei.

Alle Sozialversicherungsbeiträge steigen

Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) liegt die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze 2019 bei 4.537,50 EUR pro Monat. Sie soll im Jahr 2020 auf 4.687,50 EUR pro Monat ansteigen – ein Plus von 150 Euro im Monat. Für die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Pflegeversicherung gelten dann die gleichen Werte. Pro Jahr soll die Beitragsbemessungsgrenze dann 56.250 EUR betragen, was 1800 Euro mehr sind, als noch 2019.

Auch im Bereich der Lohnnebenkosten wird die Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung für eine Erhöhung sorgen. Unterschieden wird zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Die Beitragsbemessungsgrenze in den alten Bundesländern wird im Jahr 2020 bei 6.900 EUR pro Monat liegen. Auf das Jahr gerechnet sind das 82.800 EUR. Für die neuen Bundesländer wird die Beitragsbe­mes­sungs­grenze im Jahr 2020 monatlich bei 6.450 EUR zu finden sein. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das 77.400 Euro.

Jahresarbeitsentgeltgrenze – Wechsel in die PKV?

Die für das Versicherungsrecht relevante Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) steigt im Jahr 2020 ebenfalls an: Von bisher 60.750 EUR auf 62.550 EUR pro Jahr. Die JAEG, auch als Versicherungspflichtgrenze bezeichnet, lässt damit die Eintrittshürde in die private Krankenversicherung (PKV) deutlich ansteigen: Alle Arbeitnehmer, die sich für einen Wechsel in die private Krankenversicherung interessieren, müssen pro Jahr mindestens 62.550 EUR verdienen, um von ihrer gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung gelangen zu können. Zu bedenken ist dabei, dass ein Zurück in eine gesetzliche Krankenkasse nur mit enormen Hürden verbunden ist.

Wer auch mit einem hohen Verdienst unterhalb der Versicherungspflichtgrenze bleibt, kann weiterhin nur Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sein. Liegt das eigene Einkommen hingegen über der JAEG, ist ein Wechsel in die PKV zwar möglich. Alternativ kann aber eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV beantragt werden. Für wen lohnt sich das? Besonders vorteilhaft ist die freiwillige Mitgliedschaft, wenn eigene Kinder vorhanden sind – diese können in der staatlichen Krankenversicherung kostenfrei mitversichert werden.