Sozialwahl 2017: Gesetzlich Versicherte wählen Parlament der Sozialversicherungen

Alle sechs Jahre sind die Bundesbürger aufgerufen, sich an der Sozialwahl zu beteiligen. Die Wahlunterlagen für die diesjährige Wahl sind versendet, die Wähler nehmen mit ihrer Entscheidung direkten Einfluss auf die wichtigsten Gremien der Sozialversicherungen. Leider ist sich die Mehrheit der potenziellen Wähler der Bedeutung der Wahl nicht bewusst. Dabei könnten sie auf einfache Weise tatsächlich mitbestimmen, was von Krankenkasse, Rentenversicherung & Co. jetzt und in Zukunft als relevant betrachtet wird.

Briefwahl für alle Versicherten ab 16 Jahren

Die 1953 eingeführte Sozialwahl ist eine Briefwahl: Jeder Versicherte, der zum Stichtag 1. Januar 2017 mindestens 16 Jahre alt war, erhält derzeit automatisch einen Brief mit dem Wahlzettel und einen Rückumschlag. Die Teilnahme ist denkbar einfach: Jeder Wähler setzt ein Kreuz für eine Liste, steckt den Wahlzettel in den roten Wahlumschlag und wirft den Umschlag in den nächsten Briefkasten. Zu beachten ist, dass der Wahlzettel bis zum 31. Mai eingehen muss, um mitgezählt zu werden. Eine Ausnahme besteht für Mitglieder der Krankenkasse Barmer. Aufgrund der Fusion von Deutscher BKK und Barmer GEK wählen Barmer-Mitglieder in diesem Jahr später. Ihre Wahlunterlagen werden im September versendet und müssen bis zum 4. Oktober eingehen.

Wer genau zur Wahl steht

Bei der Sozialwahl werden Versicherte gewählt, die zusammen mit Vertretern des Bundes und der Sozialversicherungen das Parlament der Sozialversicherungen bilden und sich dort für die Belange der Versicherten und Rentner engagieren. Ausgewählt werden die Kandidaten in der Regel von Organisationen wie Gewerkschaften oder Arbeitgebervereinigungen. Sie stehen allerdings nicht direkt zur Wahl, sondern werden zu Listen zusammengefasst. Das heißt auch: Je mehr Stimmen eine Liste erhält, desto mehr Sitze erhält sie im Parlament und desto mehr Vertreter dürfen sich dort für Versicherte und Rentner engagieren.

Wählen heißt Mitbestimmen

Selbst die Optimisten unter den Wahlbeobachtern rechnen in diesem Jahr trotz großer Informationskampagne mit einer relativ geringen Wahlbeteiligung. Als Ursache gilt zum einen, dass die automatisch zugestellten Wahlunterlagen oftmals wenig Beachtung finden. Zum anderen sind sich viele potenzielle Wähler nicht darüber im Klaren, warum sie überhaupt wählen sollen – und wen. Zumindest das Warum ist schnell erklärt: Wer wählt, nimmt direkten Einfluss auf aktuelle und zukünftige Entscheidungen der Sozialversicherungen. Und damit auch auf Leistungen der Krankenkassen und Rentenversicherung, auf Beitragsgestaltung, die Bewilligung von Fusionen, die Verwendung von Steuermitteln und vieles mehr. Mit anderen Worten: Wer Politik und Versicherungen in Sachen Sozialversicherung nicht das Feld überlassen sondern selbst aktiv mitgestalten will, hat bei der Sozialwahl Gelegenheit dazu.

Aktiv an Demokratie und Politik teilhaben

Mitgestalten kann, wer sich seiner demokratische Handlungskompetenzen bewusst ist, das ist auch der Ansatz des Projektes „Dialog macht Schule – Demokratie.Bildung.Für alle”. So sollen bereits Schüler ab der 7.Klasse darauf vorbereitet werden, dialogisch – und somit demokratisch- innerhalb ihrer Schule miteinander zu (ver)handeln. Mit der Stärkung ihrer sozialer Kompetenzen, wie u.a. der Kommunikations- und Konsensfähigkeit, sollen die Jugendlichen sich ihrer Möglichkeiten bewusster werden und sie gleichzeitig auch aktiv innerhalb der Schulkultur anwenden lernen. Gefördert und unterstützt wird das deutschlandweit aktive Projekt neben der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) auch von der seit mehr als 50 Jahren existierenden Robert-Bosch-Stiftung.

2017-05-19T16:09:35+00:00 3. Mai 2017|Allgemein|