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Sonderausgaben: Auch der Zusatzbeitrag ist steuerlich absetzbar

Ab dem Veranlagungszeitraum 2010 können steuerpflichtige Personen ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung besser von der Einkommensteuer absetzen. Möglich macht dies das Bürgerentlastungsgesetz oder auch das “Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen”, das pro Kalenderjahr für erhebliche Steuerersparnisse der Bundesbürger sorgen soll. Dabei werde nicht nur der lohnabhängige Beitrag, sondern auch ein Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung vom Finanzamt anerkannt, berichtet Anita Käding vom “Bund der Steuerzahler” (BdSt) in Berlin. Diesen Beitrag könne man schnell vergessen, da er nicht auf der entsprechernden Lohnsteuerbescheinigung aufgeführt ist, die alle Versicherten von ihrem Arbeitgeber erhalten, führt die Expertin weiter aus.

Absetzung der Zusatzbeiträge in voller Höhe

Was viele Versicherte nicht wissen: Auch ein eventuell anfallender Extrabeitrag der Kasse kann wie der übliche Krankenkassenbeitrag als Sonderausgabe in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Käding rät Betroffenen daher, sich an ihre jeweilige Krankenkasse zu wenden. Diese stelle über den Zusatzbeitrag eine gesonderte Bescheinigung für die Einkommensteuer aus.

Steuererklärung: Neue Regelungen bei Sonderausgaben

Diese relativ neue Regelung des Steuerrechts in Deutschland gilt erst seit 2010. Zuvor war die Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge durch eine Höchstgrenze gedeckelt. Von den Änderungen profitieren sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Personengruppen. Seit 1.1. 2010 können die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Zusatzbeiträge aber unabhängig von einer solchen gesetzlichen Deckelung in voller Höhe von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. An einem Extrabeitrag beteiligt sich der Arbeitgeber nicht. Für diesen müssen betroffene Versicherte alleine aufkommen.

Hintergrund: Bürgerentlastungsgesetz

Ziel der Gesetzesinitiative ist es, den Bürgern Steuerentlastungen von insgesamt rund zehn Milliarden Euro jährlich einzuräumen. Ausgangspunkt des Bürgerentlastungsgesetzes war eine Klage am Bundesverfassungsgericht: Der Kläger bemängelte die fehlende Steuerfreiheit für das Existenzminimum zur Sicherstellung der Leistung auf Sozialhilfeniveau. Das Gericht gab ihm Recht.

2017-10-17T15:37:55+00:00 13. Februar 2012|Gesetzlich, Politik, Versicherung|