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Softfair: 34 mal Bestnoten der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler

Berufsunfähigkeitsversicherungen halten im Großen und Ganzen, was sie versprechen: Die Mehrheit der Tarife überzeugt mit sehr guten Leistungen. Das zumindest ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Analysehauses softfair. Das hatte insgesamt 168 BU-Tarife unter die Lupe genommen und satte 63 Prozent mit der Höchstwertung bedacht. Verbraucherschützer betonen, die Ergebnisse kritisch zu betrachten, denn die Ratingagenturen hätten durchaus ein Eigeninteresse an der Vergabe ihrer Testsiegel in der Versicherungsbranche. Die untersuchten Versicherer können schließlich das Siegel kaufen, das sie 12 Monate lang für Werbezwecke nutzen dürfen, sowohl in analogen als auch digitalen Medien.

Auffällig viele sehr gute BU-Policen für Schüler

Bei 75 der 168 getesteten Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) handelt es sich um Berufsun­fähigkeitsversicherungen für Schüler, sogenannte Schüler-BUs, Startertarife für Schüler und Berufseinsteiger. Grundsätzlich gelten diese Produkte auch bei Verbraucherschützern als sinnvoll, sichern sie doch eine Berufsunfähigkeit auch dann ab, wenn ein gesetzlicher Schutz noch nicht gegeben ist. Zudem gelten Schüler-Policen als vergleichsweise günstig, was den geringeren Risiken von jungen Menschen z.B. für schwere Erkrankungen geschuldet ist.

Auffällig ist, dass zum einen immer mehr Tarife für junge Menschen angeboten werden und zum anderen, dass vergleichsweise viele Tarife mit Bestnoten bedacht werden – übrigens nicht nur bei softfair. In der aktuellen Analyse schnitten 34 der 75 getesteten Policen mit „hervorragend“ ab, 32 Tarife wurden mit „sehr gut“ bewertet. Zu den Testsiegern zählen Tarife der Assekuranzen Alte Leipziger, Axa, Basler, Canada Life, Condor, Deutsche Ärzteversicherung, DBV, Dialog, Gothaer, InterRisk, 1871 FSBU, Iduna, Swiss Life, uniVersa, Württembergische und WWK. Der Analyse zugrunde liegt ein Katalog von 51 Leistungskriterien, die u.a. den Verzicht auf abstrakte Verweisung und Nachversicherungsgarantien umfassen.

Leistungskriterien genau vergleichen

Trotz hervorragender Leistungsbewertung ist es sinnvoll, die Leistungskriterien der einzelnen Anbieter genau zu studieren, denn hier liegt nach Einschätzung von Verbraucherschützern der Teufel im Detail. So nutzen einige Anbieter Einschränkungen beim Verzicht auf eine abstrakte Verweisung oder schränken die Nachversicherungsgarantie ein. Manche Anbieter fordern die behördliche Feststellung einer Behinderung und zahlen nur dann, wenn die Schulausbildung regulär fortgesetzt werden kann. Klauseln wie diese führten in der Analyse zu Punktabzug. Über das Kriterium Nachversicherungs­garantie floss eine weitere Besonderheit von BU-Policen für junge Menschen ein, die Schülerklausel. Im optimalen Fall ist es nach der Schulzeit möglich, die Police in eine reguläre Berufsunfähigkeits­versicherung umzuwandeln. Mit der Schülerklausel behalten sich einige Anbieter eine erneute Gesundheitsprüfung vor – und die kann zu höheren Beiträgen oder zur Ablehnung der Police führen.

Allgemein hohes Leistungsniveau bei BU-Policen

Ganz allgemein ergab die Auswertung von softfair einen erfreulichen Trend. Ein großer Teil der Policen überzeugt mit guten bis sehr guten Leistungen. Christoph Dittrich, Geschäftsführer von softfair analyse, sieht darin den Beweis für eine flächendeckend sehr hohe Produktqualität, die sich nicht wesentlich verbessern lässt. Verbraucherschützer folgen dieser Einschätzung nicht. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen etwa kritisiert die hohe Zahl an positiven Testergebnissen und verweist auf die Tatsache, dass Unternehmen wie softfair Testsiegel zu Werbezwecken verkaufen. Es gilt: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann durchaus die BU-Tests und Analysen zur Orientierung nutzen, sollte konkrete Vertragsbedingungen jedoch stets genau vergleichen.

2017-10-17T15:42:37+00:00 8. Juni 2017|Testberichte, Versicherung, Vorsorge|