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Sitzengeblieben – Was Dauersitzen mit uns macht

Wer täglich Sport treibt, bleibt fit und gesund! Stimmt, doch selbst wer sich eine Stunde pro Tag bewegt, findet darin nicht den nötigen Ausgleich zu Folgeschäden, die Dauersitzen verursachen kann. Schuld daran ist unsere Genetik: Der menschliche Körper braucht ständig Bewegung und ist nicht auf das Sitzen ausgelegt. Wer also den Großteil seiner Zeit im Sitzen verbringt, riskiert damit sogar eine Berufsunfähigkeit.

So viel sitzt der Deutsche im Durchschnitt

Deutsche Jugendliche zwischen 18 und 29 Jahren sitzen laut Gesundheitsreport einer Krankenversicherung inzwischen am meisten. Neun Stunden pro Tag verbringen sie beispielsweise vor dem Fernseher und PC, in der Uni, im Büro oder auf dem Weg dahin in Auto, Bus und Bahn. Doch auch ältere Altersgruppen sind mit siebeneinhalb Stunden täglich “gut” dabei. Dies liegt vor allem daran, dass viele Beschäftigungen mit einem Bürostuhl oder Autositz verbunden sind. Ein weiterer Grund ist der wachsende Medienkonsum bei sinkender sportlicher Betätigung. Die Gefahr dabei: Es fällt vielen nicht auf, da Sitzen meist nicht als unangenehm empfunden wird.

Wer zu viel sitzt, dem droht Berufsunfähigkeit

Ständiges Dauersitzen ist vom Körper nicht vorgesehen und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes. Weitere mögliche Langzeit-Erscheinungen können Antriebslosigkeit, Dauermüdigkeit, Depressionen, Übergewicht und Krebs sein. Das liegt unter anderem daran, dass ständiges Sitzen den Appetit anregt und Einfluss auf den Blutzucker-Stoffwechsel hat. Da der Körper im Sitzen kaum mehr Energie verbraucht als beim Schlafen, wird zudem der Kreislauf nicht richtig angeregt. Bekannterweise geht langes Sitzen auch auf den Rücken und führt mitunter zu Verspannungen und starken Schmerzen. Es kann sogar ein Verursacher von Haltungsschäden und Muskel-Skelett-Erkrankungen sein. Diese sind die zweithäufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit. Deshalb kann auch für Bürotätige der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein.

Dynamisierung und Bewegungspausen wichtig

Wer sich aktiv schützen will, der muss vor allem eins tun: sich seiner Sitzzeiten bewusst werden und diese immer wieder unterbrechen. Gerade wer vollzeit arbeitet tut gut daran, sich kleine Bewegungspausen zu gönnen. Inzwischen gibt es sogar Rücken-Apps für gesundes Sitzen. Doch es geht auch ohne Technik: Wer seinen Tagesablauf durchgeht, kann feststellen, welche sitzenden Tätigkeiten “dynamisiert” oder durch stehende Alternativen ersetzt werden können. Zudem helfen bestimmte Sportarten dabei, Folgeerscheinungen des Dauersitzens zu verhindern oder zu korrigieren. Pilates hilft zum Beispiel, eine gesunde Körperhaltung zu entwickeln und die durch das Sitzen zugelegten Pfunde zu reduzieren. Wer chronische Rückenschmerzen lindern will, kann sich zudem zahlreicher Therapieformen bedienen. Ansonsten gilt: einfach mal öfter die Sitzposition wechseln und verschiedene Sitzmöbel ausprobieren. (vk)

2018-11-01T13:46:11+00:001. November 2018|Gesundheit, Sport, Vorsorge|