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Sinkende Zusatzbeiträge 2018: Welche Krankenkassen verringern ihren Beitragssatz?

Zum neuen Jahr haben sich wieder einige Änderungen bei den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung ergeben. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel gesenkt und für 2018 auf 1,0 Prozent angepasst. Die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze sind erneut gestiegen und bescheren den Gutverdienern höhere Ausgaben. Des Weiteren haben zahlreiche Krankenkassen ihren Zusatz­beitrag gesenkt, aber auch vereinzelte Beitragserhöhungen sind in Kraft getreten.

25 Krankenkassen ändern ihren Zusatzbeitrag

Der Beitrag der gesetzlichen Krankenkassen beträgt 14,6 Prozent und wird paritätisch zwischen dem Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber finanziert. Zusätzlich ist es den Kassen gestattet, vom Arbeitnehmer einen individuellen Zusatzbeitrag zu erheben. Während die meisten Krankenkassen in ihren Beiträgen stabil geblieben sind, haben andere die Absenkung um wenige Prozente beschlossen. Bei der Techniker Krankenkasse (TK), mit rund zehn Millionen Versicherten Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse, beträgt der Zusatzbeitrag nur noch 0,9 Prozent. Die Metzinger BKK hat nach der Fusion mit der BKK MEM ihren Zusatzbeitrag sogar ganz abgeschafft und ist nun in Baden-Württemberg und Thüringen geöffnet.

Es gibt jedoch auch zahlreiche Betriebskrankenkassen, die ihre Beiträge erhöht haben. Teurer wurden die BKK Scheufelen (+0,20 %), BKK Public (+0,10 %), BKK ZF & Partner (+0,25 %) sowie die Brandenburgische BKK (+0,20 %) und die BKK VBU (+0,40 %). Eine deutliche Preissteigerung gab es für die Versicherten der BKK Technoform, hier schlug die Anpassung mit +0,60 Prozent zubuche. Da kann es sich durchaus lohnen, über einen Krankenkassenwechsel nachzudenken. Auch die betriebsinternen BKKs bleiben von einem erhöhtem Zusatzbeitrag nicht verschont, die BKK KBA und BKK Rieker.Ricosta.Weisser stiegen im Januar um 0,49 bzw. 0,20 Prozent.

Nicht jede Kasse kann sich eine Senkung leisten

Auch im Bereich der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wurden Senkungen des Zusatzbeitrags beschlossen. Bei der AOK Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland beträgt der Gesamtbeitrag seit Januar nur noch 15,6 Prozent. AOK-Versicherte in Bremen, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe können sich ebenfalls über eine Preissenkung freuen. Je nach Versicherer sind für 2018 Einsparungen bis zu 0,3 Prozent ohne einen Wechsel möglich. Die übrigen AOK sowie die anderen großen Versicherer DAK, Barmer und KKH bleiben mit den Gesamtbeitragssätzen zwischen 15,2 und 16,1 Prozent stabil. Die IKK Classic, mit knapp 16 Prozent Beitragssatz eine eher teure Krankenkasse, hat jedoch für Mai eine Senkung um 0,2 Prozent angekündigt. Nicht jeder Versicherer kann sich eine Beitragssenkung leisten, da nicht alle Krankenkassen große Finanzreserven aufweisen. Auch der morbiditäts­orien­tierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) sorgt bei der Verteilung aus dem Gesundheits­fonds noch immer für Kritik und soll möglicherweise einige Kassen benachteiligen.

Den Gesamtbeitrag im Blick behalten

Trotz aktueller Senkungen sind in naher Zukunft jedoch wieder Beitragserhöhungen wahrscheinlich. Verantwortlich hierfür sind die Überalterung der Bevölkerung und wachsende Ausgaben aufgrund des medizinischen Fortschritts. Statt also nur zu schauen, welcher Anbieter den Zusatzbeitrag gesenkt hat, lohnt es sich für Versicherte immer, den Gesamtbeitrag und die Leistungen der Krankenkasse im Blick zu behalten. Denn wer von einer teuren Kasse, die 16 Prozent oder mehr erhebt, zu einem bundesweit geöffneten Versicherer mit einem sehr günstigen Beitragssatz wechselt, kann monatlich einiges einsparen. Bei einigen Betriebskrankenkassen oder lokal begrenzten Anbietern ist sogar noch mehr Ersparnis drin, weshalb ein Wechsel der Krankenkasse lukrativ sein kann. Je nach Kasse und Verdienst sind hier Sparmöglichkeiten von über 700 Euro im Jahr drin.

2018-05-14T02:45:58+00:004. Januar 2018|Gesetzlich, Politik, Versicherung|