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SH lockt Beamte mit höheren Bezügen, Dienstjubiläum-Prämie und PKV-Zuschüssen

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein (SH) bietet mit Beginn des nächsten Jahres deutlich verbesserte Konditionen für Beamte an. Ab dem 1. Januar 2019 steigt die Besoldung in verschiedenen Tarifstufen. Dazu kommt – und das sogar rückwirkend – die Wiedereinführung der Zuwendung für 25 Dienstjahre. Abgerundet wird das Paket durch Zuschüsse zur Privaten Krankenversicherung (PKV) während der Elternzeit, steigen sollen auch die Bezüge für Rechtsreferendare.

Konkurrenz zu Nachbarländern

Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung steht bei der Werbung um qualifizierten Nachwuchs in Konkurrenz zu den Nachbarn Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Sie lässt sich die verbesserten Konditionen für die Beamtenschaft ab dem nächsten Jahr einiges kosten. Stimmen Landesparlament und Kabinett zu, fließen 4,5 Millionen Euro in die höhere Besoldung. Sie teilen sich auf in drei Millionen Euro jährlich und 1,5 Millionen Euro einmalig für die rückwirkenden Prämien zum 25-jährigen Dienstjubiläum. Dazu kommen noch einmal drei Millionen Euro jährlich für die verbesserten Zuwendungen im Bereich der Beihilfe. „Die Attraktivität des öffentlichen Dienstes im Land wird mit dem vorliegenden Paket weiter gesteigert“, so Monika Heinold, Finanzministerin. Sie brachte mit dem Kabinett die notwendigen Änderungen in den Bereichen Besoldung und Beamtenrecht Ende März dieses Jahres auf den Weg. Die Landesregierung betrachtet alle geplanten Maßnahmen auch als Werbung in eigener Sache beim Ringen um gutes Personal.

Beihilfen entlasten und unterstützen

Neben den Besoldungserhöhungen gibt es Verbesserungen im Bereich der Beihilfen: Sie unterstützen und entlasten spürbar. Dafür sorgt nicht nur die Einführung der Zuschläge zur PKV für die Beamtenschaft in Elternzeit. Darüber hinaus ist die Ernährungsberatung künftig erstattungsfähig. Bei den Heilmitteln steigen die Erstattungen geplant um 20 Prozent. Das betrifft zum Beispiel den Bereich der Krankengymnastik. Beides sind zweifellos sinnvolle Maßnahmen, weil sie die Arbeitsfähigkeit der Beamten präventiv und rehabilitativ unterstützen.

Home-Office wird seit April 2018 unterstützt

Schleswig-Holstein und Spitzenverbände der Gewerkschaften setzen auch beim Arbeitsort auf Flexibilität und bieten seit April die Möglichkeit sowohl kurzfristig als auch grundsätzlich teilweise von Zuhause aus zu arbeiten. Laut Vereinbarung besteht jedoch kein Rechtsanspruch oder sogar die Pflicht im Home-Office zu arbeiten. „Einschränkungen gibt es natürlich zum Beispiel bei Polizei und Unterrichtsversorgung an den Schulen. Doch auch hier darf das Erfordernis einer Attraktivitätssteigerung nicht aus den Augen verloren werden“ so Kai Tellkamp, Verhandlungsführer und Vorsitzender des dbb Landesbundes. Für Beamte in Kommunen gilt diese Vereinbarung nicht, der dbb beamtenbund und tarifunion appelliert jedoch, den Beschäftigten dort diese Möglichkeit anzubieten. Weitere Verhandlungspläne sehen u.a. die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und die Möglichkeit der Altersteilzeit vor.

Private Krankenversicherung im Test von DISQ

Ob Schleswig-Holstein künftig tatsächlich mehr Personal gewinnen kann, wird sich erst noch zeigen. Aber nicht nur einzelne Bundesländer, sondern auch private Krankenversicherungen buhlen um Beamte: Als größte Zielgruppe in der PKV sind viele Tarife und Tarifkombination besonders auf sie ausgerichtet. Je nach Lebenssituation können Beamte bei einem Anbieterwechsel oder Tarifwechsel innerhalb der PKV sogar Geld sparen bei gleichen Leistungen. Welcher Tarif aber nun der günstigste ist oder welche PKV die beste, lässt sich kaum ohne Hilfe oder Beratung feststellen. Da kann ein PKV-Test hilfreich sein, wie ihn jüngst das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) durchgeführt hat: 20 private Krankenversicherungen wurden auf ihre Tarifkonditionen und Serviceleistungen getestet. In der Teilkategorie Service ging der Münchener Verein als Testsieger hervor. Den Gesamtsieg und den ersten Platz bei der Konditionenanalyse holte sich jedoch die Barmenia. Die SDK erhielt im Rating 81 von 100 Punkten und belegte knapp hinter der Barmenia (81,3 Punkte) den zweiten Platz. Der Münchener Verein sicherte sich mit 76,9 Punkten den dritten Platz in der Gesamtwertung. Sieben Versicherer erhielten in der Gesamtbewertung ein „Befriedigend“, einer sogar nur die Note „Ausreichend“. Gerade im Bereich Service gibt es für 15 PKV-Anbieter noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Kritisiert wurden vor allem die lange Wartezeit am Telefon, die unzureichenden Aussagen der Mitarbeiter und die mangelnde Bearbeitung von E-Mails.

2018-04-26T14:25:56+00:00 26. April 2018|Gesetzlich, Testberichte, Versicherung|