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Schlecht für Gutverdiener: Beitragsbemessungsgrenze steigt 2018 erneut

Ab Januar 2018 wird es für Gutverdiener schwieriger in die private Kranken­versicherung (PKV) zu wechseln. Das Bundeskabinett hat die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze beschlossen und am 27. September die vorläufigen Zahlen für das kommende Jahr bekannt gegeben. Auch die Bezugsgröße in der Sozialversicherung wird weiter ansteigen.

Versicherungspflichtgrenze wird angehoben

Für die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es eine bundeseinheitliche Festlegung. Ab Januar kommenden Jahres wird diese von 57.600 Euro im Jahr (4.800 Euro im Monat) auf 59.400 Euro jährlich bzw. 4.950 Euro monatlich erhöht. Reicht das Bruttoeinkommen in der gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV) über die Versicherungsgrenze, kann der Angestellte in die private Krankenversicherung wechseln. Unterhalb der Grenze haben nur Freiberufler, Selbständige sowie Studenten das Privileg, zwischen GKV und PKV wählen zu können. Die Versicherungspflichtgrenze wird auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bezeichnet.

Erneuter Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt zum neuen Jahr ebenfalls. Die Grenze erhöht sich zum 1. Januar von derzeit noch 52.200 Euro im Jahr (4.350 Euro monatlich) auf 53.100 Euro jährlich bzw. 4.425 Euro im Monat. Bis zum Erreichen der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV werden die Beträge prozentual vom Einkommen berechnet. Ist die Beitragsbemessungsgrenze erreicht, ist der über die Grenze reichende Einkommensanteil beitragsfrei.

Bezugsgröße der Sozialversicherung steigt weiter an

Die Bezugsgröße ist ein wichtiger Wert in der Sozialversicherung. Markiert sie doch für freiwillig Versicherte und Selbständige die Basis für die Berechnung der Beiträge. Zum Januar 2018 steigt diese Bezugsgröße erneut an und wird zahlreichen Selbständigen sowie Freiberuflern den Aufenthalt in der gesetzlichen Krankenversicherung teurer machen als bisher. Für kommendes Jahr beträgt die Bezugsgröße 3.045 Euro monatlich, und 36.540 Euro im Jahr in Westdeutschland. In Ostdeutschland wurde die Bezugsgröße für die Sozialversicherung auf 2.695 Euro im Monat und jährlich 32.340 Euro festgesetzt.

Fazit: Gutverdiener müssen mehr zahlen

Der Anstieg der Versicherungspflichtgrenze bedeutet, dass mehr Angestellte als bisher in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben müssen. Für Gutverdiener bedeutet der Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV zugleich, dass sie ab 2018 höhere Beiträge bezahlen müssen. Angesichts der im kommenden Jahr wohl weiter steigenden Krankenkassenbeiträge wird dies eine doppelte Belastung für die Betroffenen. Dies gilt auch für die freiwillig Versicherten in der GKV. Hier wird durch das erneute Anheben der Bezugsgröße in der Sozialversicherung eine weitere finanzielle Belastung geschaffen.

2017-10-17T15:40:31+00:00 2. Oktober 2017|Gesetzlich, Versicherung|