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Run-off: Generali verkauft Lebensversicherung an Viridium

Die Lebensversicherung steht aktuell in keinem guten Licht. Nun verkauft auch der Generali-Konzern fast 90 Prozent seiner Leben-Tochter an die Run-off-Plattform Viridium. Auswirkungen auf die Kunden solle der Verkauf nicht haben – für die Versicherungsbranche kam dieser enorme Schritt jedoch einem Erdbeben gleich.

Bafin muss den Deal offiziell noch bestätigen

Insgesamt gehen 89,9 Prozent der Generali Lebensversicherung an Viridium über. Mit den übrigen 10,1 Prozent kann sich der Konzern eine Minderheitsbeteiligung aufbauen. Zusätzlich nimmt das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Sitz im Aufsichtsrat ein. Der Unternehmenswert der Generali Leben wird auf knapp eine Milliarde Euro geschätzt. Derzeit muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Deal jedoch noch prüfen und diesem abschließend zustimmen. Die Finanzaufsicht stellt klar: Durch den Versicherungsverkauf darf kein Versicherungsnehmer schlechter gestellt werden. Bei der Transaktion sind rund 4 Millionen Verträge betroffen. Für die Kunden soll sich jedoch nichts ändern.

Verkauf kommt einem Bankrott gleich

Die bisher größte Transaktion dieser Art in Deutschland sorgt für viel Unruhe in der Versicherungsbranche. Durch Generali werde der Verkauf als „beste Lösung“ für alle Beteiligten bezeichnet – der Run-Off-Bankrott damit schön geredet. So zumindest sieht es Maxpool-Chef Oliver Drewes. Der Versicherer selbst sieht den Verkauf als finalen Schritt seines Turnaround. Das gewonnene Geld werde zur Stärkung der Generali Deutschland genutzt.

Neben Kritik, werden auch positive Stimmen laut. Die Versicherungsnehmer sollten keine Grund zur Sorge haben, da auch Viridium der strengen Aufsicht durch die Bafin untersteht. Zudem müssen die Gewinne zum größten Teil an die Kunden weitergereicht werden.

Hat die Lebensversicherung ausgedient?

Die Veräußerung der Generali Leben ist nur ein weiterer Meilenstein in der unglücklichen Laufbahn der Lebensversicherung. So klingen die Worte „Run-off“ deutlich öfter an, als die einer lohnenden Investition für die Altersvorsorge. Nicht zuletzt war der stetig sinkende Zinssatz für die Kritik ausschlaggebend. Erst jüngst wurde zudem per BGH-Urteil entschieden, dass Lebensversicherer das Recht haben das Geld für ausscheidende Kunden einzukürzen. Experten sind sich einig, dass sich zahlreiche Versicherer in den kommenden Jahren von Teilen ihrer Versicherungsbestände trennen werden – wenn nicht sogar ganz.

Als Folge dieser Krise beenden Kunden immer häufiger den Vertrag der Lebensversicherung vorzeitig. Das geht meist mit Verlusten einher und stellt alles andere, als die ideale Lösung dar. Ein Wechsel der Lebensversicherung lohnt meist in den ersten 5 Jahren nach Abschluss. (vk)

2018-07-24T10:42:34+00:0012. Juli 2018|Politik, Versicherung, Vorsorge|