Ob jung oder alt, viele Menschen leiden unter Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule. Auslöser dafür sind meistens Verspannungen der Muskeln oder Probleme mit den Bandscheiben. Wer mit Rückenbeschwerden zum Arzt geht, bekommt oftmals eine Physiotherapie mit Wärmebehandlung verordnet. Doch es gibt auch alternative Heilmethoden, die bei Rückenproblemen helfen können.

Was gegen Rückenschmerzen hilft

Wer Rückenschmerzen hat, würde sich am liebsten ausruhen und schonen, doch genau das Gegenteil ist für den Rücken wichtig. Zwar ist ein Marathon zu Beginn zu viel des Guten, aber regelmäßige Bewegung tut der Muskulatur gut. Unsportliche Menschen können mit einem Spaziergang oder schnellem Gehen (Walking) starten und die Dauer und Geschwindigkeit langsam steigern. Regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft, unterstützt das Immunsystem und stärkt die Muskulatur. Zu Hause kann man mit einer Wärmflasche, einem Kirschkernkissen oder ähnlichem die betroffene Stelle entspannen.

Wichtig ist, eine schwache Rücken- und Bauchmuskulatur zielgerichtet zu stärken, denn diese sind oft für die Schmerzen an der Lendenwirbelsäule verantwortlich. Die Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten und übernehmen ganz oder teilweise die Kosten für die Rückenschule oder andere Gesundheitskurse im Bereich Bewegung. Einfache Anleitungen sind auch im Internet zu finden, jedoch sollte man darauf achten, dass die Videos von Experten gemacht wurden, um die Übungen richtig auszuführen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die gesunde Ernährung: Übergewicht stellt für die Wirbelsäule und deren Bandscheiben eine größere Belastung dar. Eine Ernährungsberatung kann helfen, die Essgewohnheiten umzustellen und überschüssige Pfunde zu verlieren. Auch hier unterstützen die Krankenversicherer die Patienten mit Zuschüssen.

Mit Osteopathie Blockaden lösen

Rückenschmerzen werden oft auch von Blockaden und Verspannungen verursacht. Nach Angaben des Verbandes der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) klagen mehr als “85% der Patienten über unspezifische Rückenschmerzen, die als Spannung, Schmerz und/oder Steifigkeit im unteren Bereich des Rückens wahrgenommen werden, vorwiegend im Bereich der Muskeln und des Bindegewebes (Faszien)”. Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, die mit den Händen durchgeführt wird und sich nicht nur auf den Schmerzpunkt konzentriert. Die Blockaden werden anhand von manuellen Techniken aufgespürt und sanft gelöst. Je nach Einschränkung oder Beschwerden kann sich der Patient nach ein paar Handgriffen durch den Osteopathen meist deutlich entspannter fühlen oder sich sogar besser bewegen. Dies bestätigt auch eine große Studie aus dem Jahr 2014 mit 1.502 Teilnehmern.

Berufsbezeichnung des Osteopathen nicht geschützt

Doch Osteopath ist nicht gleich Osteopath. Diese Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und es wird auch keine staatliche Prüfung durchgeführt. Nur Ärzte und Heilpraktiker sind aktuell berechtigt, osteopathische Behandlungen durchzuführen. Die Professorin Marina Fuhrmann, Vorsitzende beim Verband der Osteopathen, ist der Meinung, dass sich das schnellstmöglich ändern und eine geregelte Grundlage für diesen Beruf her muss. Die ersten Erfolge konnte sie bereits verzeichnen: “Wir haben diesen großen Etappensieg erreicht, dass einstimmig alle Ländervertreter die Regelung für die Osteopathen als notwendig ansehen”, so Fuhrmann. Bis das Bundesministerium für Gesundheit dazu eine Entscheidung fällt, wird noch eine Prüfung durchgeführt und das anschließende Gutachten dazu ausgewertet.

Notwendigkeit einer Operation prüfen lassen

Bei chronischen Beschwerden rät die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) dazu, sich bei einem Spezialisten oder in einer Schmerzklinik vorzustellen. Hier können vor einer Operation weitere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden. Die DGS verfügt in ganz Deutschland über mehr als 120 regionale Schmerzzentren, die jährlich neu zertifiziert werden, um die hohen Qualitätsstandards zu erfüllen. Des Weiteren setzt sich der Verein u.a. für die Forschung sowie die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärzten, Psychologen und weiterem Fachpersonal zur Schmerztherapie ein.