„Ich bin chronisch krank.“ Dieser Satz erklingt oft in unserer Gesellschaft. Betroffene werden mitunter belächelt. Dabei verbirgt sich hinter chronischen Erkrankungen weit mehr als Reizdarm und Co. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs-Erkrankungen oder auch koronare Herzkrankheiten. Neuste Studien belegen jedoch die Wirksamkeit einer vollwertigen Ernährung, um die Zahl der Erkrankungen zu reduzieren.

WHO gibt Studie zu Ballaststoffen in Auftrag

Untersucht wurden mehr als 130 Millionen Lebensjahre, 185 Beobachtungsstudien, sowie weitere Studien mit insgesamt mehr als 4.500 Teilnehmern. In die Analyse mit einbezogen wurden gesunde Probanden. Die Ergebnisse gelten daher nicht für bereits, an chronischen Leiden, erkrankte Patienten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Studie über eine optimale Ballaststoffzufuhr in Auftrag. Neuseeländische Wissenschaftler setzten sie um. Fazit: Die Erhöhung der Aufnahme von Ballaststoffen sollte in die allgemeinen Ernährungsrichtlinien Eingang finden. Die Ergebnisse sind mehr als eindeutig und weisen eine Signifikanz zwischen der Ballaststoffaufnahme und der Anzahl der Neuerkrankungen auf.

Ballaststoffe als Mittel gegen chronische Leiden

Ballaststoffe heißt das Zauberwort für weniger chronische Erkrankungen. Bis zu 30 Prozent weniger Todesfälle  – so lauten die Ergebnisse der Analyse für Menschen, die die höchste Menge an Ballaststoffen zu sich nehmen, gegenüber denjenigen, die die geringste Menge verzehren.

Das Essen von ballaststoffreichen Lebensmitteln reduziert zudem die Häufigkeit von Schlaganfällen und Herzkrankheiten, sowie Typ-2 Diabetes und Darmkrebs um bis zu 24 Prozent. Die ideale Menge für Erwachsene beträgt dabei rund 25 – 30 Gramm täglich und reduziert die Risiken im Gegensatz zu einer Aufnahme unterhalb von 15 Gramm am Tag.

Was sollte auf unsere Teller kommen

Pro 15 Gramm Vollkorn, das durch die Probanden pro Tag mehr aufgenommen wurde, sanken sowohl die Zahl der Gesamttodesfälle, als auch die der Neuerkrankungen von koronarer Herzkrankheit, Diabetes Typ-2 und Darmkrebs um 2 bis 19 Prozent. Neben klassischen Vollkornprodukten, dürfen auch gerne Hülsenfrüchte mit auf den Speiseplan. Diese sind nicht nur reich an gesunden Ballaststoffen, sondern machen auch lange satt.

Auch getrocknetes Obst mit Schale erfüllt seinen Zweck, ebenso wie gekochte Kartoffeln. Neben der Risikominimierung an chronischen Leiden zu erkranken, sind diese auch noch gut für unsere Darmflora.

Studien belegen aber Vereine helfen

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig und vielversprechend – wenn sie denn im täglichen Leben der Menschen umgesetzt werden. Für viele jedoch ist es zu spät – sie leiden bereits an einer chronischen Krankheit. Mehreren Studien und Schätzungen zur Folge könnten allein in Deutschland bis zu einer halbe Million Menschen an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, wie etwa Morbus Crohn, leiden.

Studien zur Vorbeugung dieser Erkrankungen helfen nicht mehr, dafür aber gemeinnützige Vereine wie dem Lila Hoffnung – CED und Darmkrebshilfe e. V. aus Peine. Der Verein setzt sich für Betroffene ein, klärt auf, sammelt Spenden und betreibt Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es den Patienten Hoffnung zu geben, das tägliche Leben trotz krankheitsbedingter Einschränkungen zu meistern. Auch die Wunscherfüllung oder Aktionen zur Aufklärung gegen chronische Erkrankungen oder Darmkrebs spielen bei der Lila Hoffnung eine signifikante Rolle. (vk)