Reformation des gelben Vorsorgehefts nach fast 30 Jahren

Es gibt wichtige Änderungen beim gelben Vorsorgeheft, dass alle Kinder in Deutschland zusammen mit ihrer Geburt bekommen. Hier werden die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen und ihre Ergebnisse eingetragen. Auch bei einem Arztwechsel ist so der schnelle Zugriff auf alle relevanten Daten möglich. Die Entwicklung jedes Kindes wird dabei genau dokumentiert. Nun sind wichtige Änderungen in Kraft getreten.

Warum Änderungen notwendig waren

Das gelbe Untersuchungsheft, kurz U-Heft genannt, begleitet Kinder schon seit den 70er Jahren bei ihren Arztbesuchen.  Zuletzt wurde es Ende der 80er Jahre überarbeitet und reformiert. Zwar wurden in der Zwischenzeit neu eingerichtete Untersuchungen und Termine nachgetragen, wie im Fall der Hüftsonographie für Neugeborene, der U7a bei Zahnentwicklung und Impfungen bei 3-Jährigen oder der U9 und der Sprachentwicklung bei Kindern im Alter von etwa 5-6 Jahren. Jedoch hat sich die Kindheit und und mit ihr verbundene Krankheiten in den letzten dreißig Jahren massiv verändert, ebenso wie die Medizin selbst. Früher gab es häufiger Probleme wie Gedeihstörungen oder Tuberkulose, in der heutigen Zeit sind zum Teil völlig andere Krankheitsbilder und mögliche Störungen von Bedeutung. So werden beispielsweise heute schwere Herzfehler häufig schon in der Schwangerschaft entdeckt, wie Kinderärztin Barbara Mühlfeld aus Bad Homburg ausführt.

Betrachtung psychosozialer Faktoren wichtiger

Von größerer Relevanz seien heute psychosoziale Faktoren, die eine bedeutendere Rolle spielen, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Die Betreuung in der Familie kann heutzutage zum Problem werden und mit besonderen Belastungen verbunden sein. Auch Konzentrationsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten (siehe PDF) sollen im Auge behalten werden, der Medienkonsum und die sportliche Betätigung der Kinder werden abgefragt und dokumentiert. So können eventuelle Probleme so früh wie möglich erkannt und durch Aufklärung der Eltern frühzeitig gestoppt werden. Ohnehin ist eine umfassendere Beratung der Eltern durch die Ärzte Teil des neuen Konzeptes.

2017-05-19T16:09:48+00:00 15. November 2016|Allgemein|