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Raucherquote bei Jugendlichen sinkt seit Jahren

Mediziner, Krankenkassen und Politik sind sich bei der Beurteilung der Folgen des Rauchens so einig wie in nur wenigen anderen Feldern der gesellschaftlichen Debatten: Die Gesundheitsschäden und die durch Rauchen verlorenen Lebensjahre stellen einen sehr hohen Preis für den Genuss dar, der mit dem Konsum von Zigaretten des Öfteren verbunden wird. Allerdings unterscheidet sich die Marktwirtschaft von einer Verbotswirtschaft: Die Menschen können durch Informationen und Kampagnen informiert werden – weiterhin aber frei entscheiden, sobald sie 18 Jahre alt sind.

Vorreiterregelung in öffentlichen Gebäuden

Als eine Art Vorreiter in puncto Gesundheitsschutz, insbesondere mit Blick auf das passive Nichtrauchen, können die Regelungen in öffentlichen Gebäuden wie etwa Schulen, Stadtverwaltungen und Universitäten gelten: Hier wurde zuerst die frühere Selbstverständlichkeit des passiven Mitrauchens und die damit verbundene Schädigung Unbeteiligter beleuchtet und Abhilfe durch weitgehenden Nichtraucherschutz geschaffen. Angesichts der abnehmenden Raucherzahlen und der sinkenden Akzeptanz insbesondere sehr starker Tabaksorten kann die frühere Aufteilung selbst in Nahverkehrszügen und S-Bahnen als unverständlich bezeichnet werden: Dort waren teilweise bis zu 1/3 der Plätze für Raucher reserviert!

Stabiler Trend über mehr als ein Jahrzehnt

In der offiziellen Berichterstattung der Länder bzw. des Bundes lassen sich die sinkenden Raucherquoten, insbesondere bei Jugendlichen, über einen langen Zeitraum nachverfolgen. Ganz unabhängig von Konjunkturschwankungen oder auch der Entwicklung der Reallöhne zeigt sich ein Trend des zunehmenden Gesundheitsbewusstseins bzw. der abnehmenden Raucherzahlen.

Zwischen 2003 und 2013 hat sich insbesondere die Raucherquote der jüngeren Raucher von 15 bis 20 Jahren, von einem Anteil von 25,3 % auf 13,6 % beinahe halbiert. Nicht einmal mehr jeder 6. junge Heranwachsende gibt an, Raucher zu sein! In der Alterskohorte der 20 bis 25-Jährigen ergibt sich ein ähnlicher, positiver Trend: Hier konnte die Raucherquote von knapp über 40 Prozent auf knapp über 30 Prozent gesenkt werden.

Neben einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein könnte als weitere Ursache auch die erhöhte Aufmerksamkeit der Kiosk- und Ladenbesitzer genannt werden: Inzwischen achten sie sehr genau darauf, Tabakwaren nicht mehr an Jugendliche abzugeben. Oftmals findet sich an den Verkaufsstellen auch ein deutlich kommuniziertes Bekenntnis zum Jugendschutz bzw. zur Einhaltung der Altersgrenzen.

Bundesgesundheitsministerium warnt vor neuen Tabakprodukten

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Die Tabakwarenindustrie bleibt sehr erfindungsreich und versucht durch neue, attraktiv aussehende Produkte Marktanteile und Umsatz zurückzugewinnen. Die E-Zigaretten finden eine sehr hohe Akzeptanz, auch deshalb, weil die mit dem Konsum verbundene Gesundheitsgefährdung nicht durch den ansonsten von Zigaretten bekannten Qualm verbunden ist. Es wird befürchtet, die bisherigen Fortschritte bei dem Gesundheitsbewusstsein, speziell bei jüngeren Menschen, könnten zumindest zum Teil wieder rückgängig gemacht oder verlangsamt werden. In einer kürzlich vorgestellten Studie warnt Bundesgesundheitsminister Gröhe: „Dieser erfreuliche Trend darf durch neue Produkte nicht gefährdet werden. Daher müssen wir die Entwicklungen bei E-Zigaretten und ähnlichen Inhalationsprodukten weiterhin aufmerksam beobachten.“

Aus diesem Grund gilt es also, unter anderem die Entwicklung des Marktes der E-Zigarette, weiterhin unter die Lupe zu nehmen. Neben einer konsequenten Durchsetzung der Altersgrenzen auch in diesem Produktbereich könnte auch die Einstufung als apothekenpflichtiges Produkt gehören; sofern der E-Zigarettenkonsum „zu weit aus dem Ruder“ laufen würde. Derzeit können noch keine exakten Prognosen darüber abgegeben werden, welche zusätzlichen Maßnahmen hierfür im Detail erforderlich sind oder ob sich der E-Zigaretten-Konsum auf einem Maß einpendeln wird, das gemeinhin als akzeptabel bezeichnet wird.

2017-10-17T15:17:58+00:00 26. Oktober 2016|Gesundheit, Vorsorge|