Ein Besuch beim Zahnarzt ist für viele Menschen ein Graus und kann zudem teuer werden. Um hohe Zahnarztkosten zu vermeiden, kann sich ein privater Zusatzschutz für die Zähne lohnen, wie ihn bereits mehr als 16 Millionen Deutsche haben. Die Tendenz ist weiter steigend – allein im Jahr 2018 wurden mehr als 340.000 neue Verträge abgeschlossen. Für gesündere Zähne schon während der Zahnentwicklung bei den Jüngsten bietet nun auch die staatliche Versorgung erweiterte Zahnarzt­leistungen an, wie die Kariesvorsorge bei Kleinkindern. Bislang waren in dem Alter keine Untersuchungen vorgesehen, das ändert sich nun.

Kariesvorsorge bei Kleinkindern mit hohem Bedarf

Der 1. Juli 2019 war für die kleinsten Versicherten ein wichtiger Tag. Mit diesem Datum erweiterte die gesetzliche Krankenversicherung ihr Angebot zur Karies­vor­sorge bei Kleinkindern: Zwischen dem 6. und dem 33. Lebensmonat haben diese nun Anspruch darauf, insgesamt drei sogenannte Früherkennungs­unter­suchungen und Behandlungen zur Zahnschmelzhärtung in Anspruch zu nehmen. Diese neue Krankenkassenleistung soll dafür sorgen, dass Zahn-, Kiefer- und Mundhöhlen­er­krankungen möglichst frühzeitig erkannt und bei Bedarf behandelt werden. So können Kariesschäden an den Milchzähnen vermieden werden.

Dass dieses Angebot enorm wichtig und der Bedarf da ist, zeigt die Praxis, denn für mehr als 15% aller unter Dreijährigen ist Karies bereits ein Thema. Eine alarmierende Zahl. Sie sollte unbedingt genauer betrachtet und reduziert werden, wobei sicher ein Blick auf unsere Lebensweise und falsche Angewohnheiten hilft: So trinken die Kleinsten häufig süße Säfte und Schorlen aus Nuckelflaschen, was künftig durch noch mehr Aufklärung verhindert werden könnte. Die nun gesetzlich finanzierte frühkindliche Kariesprophylaxe soll dafür sorgen, dass auch die bleibenden Zähne weniger von Karies und anderen Munderkrankungen betroffen sind.

Leistungen der Kassen für Kleinkinder und Eltern

Alle gesetzlichen Krankenkassen bieten ab sofort die Kariesprophylaxe für Klein­kinder in den unterschiedlichen Lebensphasen bis zum 33. Lebensmonat zusätzlich an: sobald die ersten Zähne kommen, was häufig im Alter von 6 bis 9 Monaten der Fall ist, zwischen dem 10. und 20. und zuletzt dem 21. bis 33. Lebensmonat. Oben­drein besteht die Möglichkeit, halbjährlich eine Behandlung mit Fluoridlack beim Zahnarzt durchzuführen. Damit soll der Zahnschmelz der kleinen Milchzähne stabilisiert und gehärtet werden. Auch eine Ernährungs- und Mund­hygieneberatung wird für die Eltern der kleinen Patienten als Kassenleistung angeboten.

Die bis dato üblichen 3 Vorsorgeuntersuchungen für etwas ältere Kinder nach dem 34. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr bleiben bestehen, ebenso die Fluoridlack-Behandlung, die bei hohem Kariesrisiko von den Kassen bezahlt wird. Mit dem üblichen Schuleintrittsalter von 6 Jahren bis zum 18. Lebensjahr können halbjährlich die Kosten zur Individualprophylaxe weiterhin über die Krankenkassen abgerechnet werden. Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr haben einmal jährlich Anspruch auf eine kostenlose Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt. Zusätzliche kostenfreie Leistungen bestehen nur für Menschen mit Behinderungen oder mit Pflegebedarf. Wer als Erwachsener an Zahn- oder Mundproblemen leidet oder eine Veranlagung dazu hat, sollte rechtzeitig privat vorsorgen, da über die Jahre Vieles aus dem Leistungskatalog der Kassen gestrichen wurde.

Private Zahnzusatzversicherungen im Trend

Die Zahnzusatzversicherung gehört zu den beliebtesten privaten Versicherungen der Deutschen, mehr als 16 Millionen Deutsche nutzen diese bereits. Tendenz steigend. Für Unternehmen, die private Zahnzusatzversicherungen anbieten, ist das ein gutes Geschäft und eine gute Grundlage, um weitere Tarife zu entwickeln und diese so aufzubauen, dass sie eine möglichst breite Kundschaft ansprechen. Versicherte können damit, je nach Zahntarif, die Kosten für Zahnersatz oder teure Behandlungen decken, die über das gesetzliche Maß hinausgehen.

Lohnt ein privater Zusatzschutz für Kinderzähne?

Zahnärzte und Krankenkassen vermelden, dass immer mehr Kleinkinder und Kinder Probleme mit Karies haben, auch Zahnfehlstellungen sind relativ häufig. Allerdings dürfen die Kassen eine kieferorthopädische Behandlung nur dann übernehmen, wenn sie den recht strengen Vorgaben entspricht. Doch wer sich schließlich dafür entscheidet, eine Zahnzusatzversicherung für Kinder abzuschließen, sollte dies möglichst früh tun. Denn allein in Bezug auf die Versorgung mit einer möglichen Zahnspange ist dies sicherlich überlegenswert – aber die Versicherung zahlt nur, wenn der Vertrag abgeschlossen wurde, bevor eine behandlungsbedürftige Fehl­stellung diagnostiziert wurde. Geschaut werden muss, in welchem Umfang die Versicherung letztendlich benötigt wird und welche Kosten entstehen.