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Private Krankenversicherung im Fokus: BaFin veröffentlicht Beschwerdequoten

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat in ihrem Jahresbericht 2016 unter anderem die Zahl der Beschwerden gegen die privaten Krankenversicherer veröffentlicht. Demnach haben Axa, die LKH und die Hallesche die höchsten Beschwerdequoten. Insgesamt gingen mit 969 Beschwerden gut 7,1 Prozent mehr Beschwerden bei der BaFin ein als im Vorjahr.

Beschwerdequoten auf niedrigem Niveau

Die insgesamt 969 Beschwerden verteilen sich auf 30 private Krankenversicherer (Liste), über die sich mindestens einmal beschwert wurde. Bei insgesamt 41 Unternehmen, die Mitglied im Verband der privaten Krankenversicherungen sind, bleiben einige Versicherer beschwerdefrei. Obwohl die Gesamtzahl der Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr zwar gestiegen ist, bleiben die Beschwerdezahlen aber weiterhin auf insgesamt eher niedrigem Niveau: Im Jahr 2004 erreichten die BaFin noch gut vier Mal mehr Beschwerden.

Axa eindeutiger Verlierer

Verlierer in diesem Ranking ist die Axa. Mit 10,33 Beschwerden pro 100.000 Versicherte weist das Kölner Versicherungsunternehmen die höchste Beschwerdequote auf. Es folgt die Landeskrankenhilfe (LKH) mit 8,06 Beschwerden und die Hallesche auf dem dritten Rang mit 5,04 Beschwerden je 100.000 Versicherte. Relativ hohe Beschwerdequoten weisen auch mit 4,79 die Inter, mit 4,76 die Gothaer, mit 4,50 die Central sowie mit 4,40 der Münchener Verein auf. Neben den Versicherern ohne Beschwerden gab es mit der Debeka, der Barmenia und der BBKK drei Versicherer mit Quoten unterhalb von 2,00 je 100.000 Versicherte.

BaFin nur eine Anlaufstelle für Beschwerden

Tatsächlich ist die BaFin nur eine mögliche Anlaufstelle für Beschwerden von Versicherten über ihren privaten Versicherer. Die erste Anlaufstelle für Beanstandungen ist der Ombudsmann der privaten Krankenversicherung. Bei der Schlichtungsstelle gingen mit 6.100 Beschwerden im Jahr 2016 mehr als sechs Mal so viele Beschwerden ein wie bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht.

Der Grund liegt in den Möglichkeiten der Hilfestellung, die die Schlichtungsstelle im Vergleich zur BaFin den Verbrauchern gewähren kann. Während die BaFin ein reines Aufsichtsorgan ist, das nur bei Verletzungen der aufsichtsrechtlichen Vorschriften einschreitet, kann die Schlichtungsstelle bei konkreten Rechtsstreitigkeiten aktiv werden. Ein von der Schlichtungsstelle gefällter Schlichtungsspruch wird von den Versicherern selbstverpflichtend akzeptiert. Ist ein Versicherter mit dem Schlichtungsspruch nicht einverstanden, kann er anschließend immer noch vor Gericht ziehen. Einen Nachteil durch das Verfahren einer Schlichtung (Erläuterung in PDF) erfährt er nicht.

2017-10-17T15:43:54+00:00 24. Mai 2017|Testberichte, Versicherung|