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PKV-Tarife zur Beitragsentlastung reduzieren Kosten im Alter

Um die Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) im Rentenalter bezahlbar zu halten, gibt es in jedem Tarif Altersrückstellungen. Darüber hinaus kann aber jeder privat Versicherte eigenverantwortlich dafür sorgen, dass PKV-Beiträge bei geringerem Einkommen zu Rentenbeginn nicht zur Kostenfalle werden. Die Beitragsentlastungstarife der PKV ähneln einem Banksparplan und werden mittlerweile von vielen PKV-Unternehmen angeboten. Dabei zahlt man in der privaten Krankenversicherung als junger Versicherter einen erhöhten Beitrag und kann dann die Prämie ab dem 65. Geburtstag reduzieren oder sogar ganz auf den Sparbetrag zurückfahren. Angestellte können besonders profitieren.

Jetzt zahlen, später sparen

Wer sich für einen der Beitragsentlastungstarife in der privaten Krankenversicherung entscheidet, zahlt freiwillig einen Sparbeitrag zusätzlich zum regulären Monatsbeitrag. Dieser Sparbetrag wird von der PKV-Gesellschaft am Kapitalmarkt zu einem Zinssatz angelegt. Dieser beträgt derzeit garantiert 3,5 Prozent (Rechnungszins der PKV). Bei Renteneintritt kann dann der Monatsbeitrag reduziert werden bis hin zum kompletten Wegfall des Monatsbeitrags. Dann muss nur der Sparbeitrag weitergezahlt werden.

Angestellte profitieren

Angestellte profitieren von dieser Regelung, wenn sie damit den Arbeitgeberzuschuss zur PKV maximal auslasten. Dieser beträgt die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, entspricht aber maximal dem Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (rund 300 Euro monatlich). Angestellte, deren Tarif unter 600 Euro monatlich kostet, können daher mit dem Arbeitgeberzuschuss auch zum Beitragsentlastung rechnen, denn: Erhöht sich der PKV-Beitrag durch die Beitragsentlastung, beteiligt sich auch der Arbeitgeber am Sparbetrag. Auch bei der Steuererklärung ergeben sich Vorteile, denn die Tarife mit Beitragsentlastung sind durch das Bürgerentlastungsgesetz steuerlich absetzbar. Allerdings: Wer die private Krankenversicherung wechselt, kann die angesparten Beiträge nur schwer übertragen. Ein Wechsel im Nachhinein macht daher nur selten Sinn.

Selbständige und Beamte

Beamte und Selbständige profitieren nur wenig von einem Wechsel zu Beitragsentlastungstarifen. Vor allem Selbständige sollten Alternativen suchen, denn sie haben keinen Arbeitgeber und daher keinen Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss. Beamte zahlen durch die Beihilfe ohnehin vergleichsweise niedrige Beiträge. Diesen Berufsgruppen empfiehlt der Bund der Versicherten alternative Anlagemöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt.

Kosten der Beitragsentlastungstarife

Die Kosten richten sich nach regulären Monatsbeitrag und gewünschter Entlastung im Alter. Wer den maximalen Sparbeitrag wählt, zahlt ab 65 keinen regulären Monatsbeitrag mehr. Nur der Sparbeitrag für die Beitragsentlastung wird auch dann weiterhin fällig. So eine 100-Prozent-Entlastung kann bei einem regulären Beitrag zur Vollversicherung von 350 Euro rund 130 Euro kosten. Durch die Steuerentlastung sind es aber nur Mehrkosten von rund 90 Euro im Monat. Es geht auch günstiger. Wer bei der DKV beispielsweise einen Sparbeitrag von rund 14 Euro im Monat wählt, kann seinen Monatsbeitrag im Alter um 50 Euro senken.

2017-10-16T10:36:33+00:00 28. März 2011|Gesundheit, Versicherung|