Das unabhängige Magazin Finanztest veröffentlichte jüngst einen Testbericht von insgesamt 120 Tarifen für Beamte, Angestellte und Selbstständige von 30 privaten Krankenversicherungen (PKV). Finanztest bescheinigt den meisten PKV-Anbietern äußerst leistungsstarke Tarife. Sich durch besondere Angebote von der Konkurrenz abheben, konnten jedoch nur wenige der getesteten privaten Versicherer.

Vergleich leistungsstarker PKV-Tarife lohnt

Das beste Ergebnis bezüglich der Tarife für Angestellte in der PKV erzielte die Provinzial Hannover (VGH), deren Geschäftsgebiet sich allerdings auf die Bundes­län­der Bremen und Niedersachsen begrenzt. Das Qualitätsurteil der Stiftung Warentest, zu der Finanztest gehört, lautet für die VGH „sehr gut“. Für die Tarifkombinationen „Ambulant: VKA+u“ sowie „Stationär: KTG-A 6, KHPnu und KHUnu“ erhielt die Versicherungsgesellschaft die Bestnote 0,8. Bei den bundesweit agierenden Versicherern lag die Signal Iduna mit ihren Tarifkombinationen Ambulant/Exklusiv 1 und Krankentagegeld Pro 043v an der Spitze. Die Versicherung erzielte die Wertung von 1,6 und damit ein „Gut“.

Dieses Urteil wurde ebenfalls sechs weiteren Tarifen verschiedener Anbieter zuerkannt. Zehn Tarife erhielten das Werturteil „befriedigend“, sieben Tarife lediglich ein „ausreichend“ und drei sogar nur ein „mangelhaft“. Junge Tarife wurden indes nicht bewertet, da eine Beitragsentwicklung noch nicht geprüft werden kann – die Tarife sind schlicht zu neu. Für die beste private Krankenversicherung, die bundesweit aus­ge­wählt werden kann, muss ein 35-jähriger gesunder Modellkunde mit monatlichen PKV-Kosten von knapp 500 Euro rechnen. Der Selbstbehalt im Jahr beträgt dabei 480 Euro, teilte Stiftung Warentest mit.

Beste Tarife für Selbständige mit gutem Ergebnis

Auch bei der PKV für Selbständige konnte die Signal Iduna das beste Ergebnis einfahren: Die Tarifkombi Ambulant (Exklusiv 2) und Krankentagegeld (Pro 043v) erreichte die Note 1,6 („gut“). Immerhin noch drei andere Tarife wurden mit einem „Gut“ bedacht, während 20 Tarife nur ein „befriedigend“ erreichen konnten. Als „ausreichend“ bzw. „mangelhaft“ wurden acht beziehungsweise drei der ausgewählten Tarife für Selbständige bedacht. Laut Stiftung Warentest zahlt ein Modellkunde für den besten Tarif im Monat 457 Euro, wenn er gleichzeitig einen Selbstbehalt von 960 Euro jährlich vereinbart.

Tarife im Test mit hohen Qualitätsstandards

Bei dem PKV-Test der 120 Voll-Tarife wurden nur solche mit „umfassenden Qualitäts­standards“ berücksichtigt. Die Analysten konnten erwartungsgemäß feststellen, dass der Versicherungsschutz bei allen privaten Tarifen deutlich besser ist, als die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen. Leistungslücken riskiert man in der Privatversicherung auch dann nicht, wenn man sich für günstige Tarife entscheidet.

Die drastischsten Leistungsunterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten werden bei Krankenhausbehandlungen deutlich: So bieten alle getesteten Tarife eine exklusive Chefarztbehandlung. Einige Anbieter übernehmen darüber hinaus spezielle und kostspielige Arzthonorare. Die drei Grundbestandteile jeder PKV sind die Module der ambulanten-, stationären – und zahnärztlichen Versorgung. Für Selbstständige und Angestellte ist zudem ein Krankentagegeld vorgesehen, das den Verdienstausfall ersetzen soll. Beamte können einen Ergänzungs­tarif abschließen, um die Restkosten zur Beihilfe abzudecken. Überhaupt sei eine PKV für Beamte am sinn­vollsten, gerade wegen des Beihilfeanspruchs, der bei mindestens 50 Prozent liegt. Den Testsieger stellt hier die Concordia mit den Tarifen BV20 und BV30, den die Experten von Finanz­test mit der Note 1,0 („sehr gut”) belohnten. Für solch ein Resultat zahlen Beamte beim Bund etwas über 200 Euro monatlich, machen die Prüfer klar.

Mit Beitragsanstieg im Alter rechnen

Diese Untersuchung hat wieder gezeigt, dass Angestellte und Selbstständige genauer überlegen müssen, ob sie sich die im Alter zum Teil enorm steigenden Beiträge auf Dauer­ leisten können: Wer mit Mitte 30 eine PKV abschließt, muss damit rechnen, dass er im Renteneintrittsalter einen Beitrag in etwa dreifacher Höhe zahlen muss.