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PKV Beitragserhöhungen oder Beitragsgarantien – Können Privatversicherte 2019 aufatmen?

Wenn es um vergangene Beitragserhöhungen der PKV geht, steht die Private Krankenversicherung derzeit nicht gut da. Der Grund sind die vor den Gerichten ausgetragenen Streite um die PKV-Treuhänder, unter anderem gegen die Axa und die DKV. Nun stehen die aktuellen Beitragsanpassungen der privaten Versicherer bevor und es gibt erste Ankündigungen. Was haben PKV-Versicherte zu erwarten?

Warum PKV Beitragserhöhungen nötig sind

Das deutsche Gesundheitssystem preist sich als eines der besten der Welt. Gleichzeitig kostet Gesundheit jede Menge Geld: Auf der einen Seite schlägt die stets besser werdende Medizin mit teuren Innovation zu Buche, auf der anderen die alternde Gesellschaft. Außerdem leidet die private Krankenversicherung unter den Niedrigzinsen am Kapitalmarkt. Das dort angelegte Geld, z.B. für Altersrückstellungen, erreicht nicht mehr die früheren Zinserträge. Diese und weitere Faktoren beeinflussen jeden einzelnen Tarif.

Zusätzlich kann sich deren Altersstruktur ändern, wenn z.B. vor allem jüngere Versicherte ihren Tarif oder gar ihre Versicherung wechseln. Die ursprünglichen kalkulierten Tarife gingen noch von anderen Bedingungen aus, die in der Berechnung keine Berücksichtigung fanden. Dies muss nun immer wieder, zumindest in einzelnen Tarifen, ausgeglichen werden. Naheliegend sind daher die PKV Beitragserhöhungen.

PKV Beitragsanpassungen und Garantien erwartet

Nachdem sich in den vergangen Jahren etliche Versicherer mit deutlichen Beitragsanpassungen nach oben wenig verbraucherfreundlich hervorgetan haben, scheint sich im kommenden Jahr die Lage etwas zu entspannen. Noch ist es zu früh, ein Gesamtbild der PKV-Branche für 2019 wiederzugeben. Aber einzelne Versicherer haben bereits verkündet, welche ihrer Vollversicherungstarife im kommenden Jahr bis zum 01.01.2020 stabil bleiben sollen. Dazu gehören beispielsweise alle einsA-Tarife für Erwachsene der Barmenia Krankenversicherung, die ARAG-Tarife 200, 201 203, 21P70 – 21P80 für Kinder und Jugendliche sowie z.B. der 520, 528 und 529 als Erwachsenen-Tarife der ARAG. Für erwachsene Kunden der Signal Iduna in den Tarifen START-Plus, KOMFORT 2, KOMFORT 3 und Kinder bzw. Jugendliche im KOMFORT-PLUS 2 bedeutet der stabile Beitrag für 2019 gute Nachrichten. Die Inter gab bekannt, dass es in den Privatkunden-Tarifen QMB U und 300A, QME U und QME 300A sowie im QMP U und QMP 300A die Beiträge für Erwachsene keine Änderungen geben wird. Das trifft auch auf die Tarif-Reihe TSN (14 U, 21 U, 28 U, 42 U) sowie die Tarife mit dem Kürzel TFN (14, 21, 28 und 42) zu. Die Continentale verkündete, dass sie die Beiträge in den meisten Unisex-Vollversicherungstarifen nicht erhöhen wird.

Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) sieht Garantien, z.B. für die Tarife AM10-13 oder AM30-33, vor. Gleichzeitig wird sie im nächsten Jahr einige ihrer Unsex- und auch Bisextarife erhöhen. Betroffen sein werden sowohl für Neukunden geöffnete, als auch bereits geschlossene Bestandstarife – die nicht mehr zum Verkauf stehen. Dazu zählen einige Tarife der TA-Reihe, aber auch solche wie der A75, A80B, A107 und A109 sowie  Weitere Versicherer werden sich demnächst anschließen und ihre Prognosen veröffentlichen.

Wird es 2019 Beitragssenkungen in der PKV geben?

Neben Erhöhungen und Garantien überraschen einige Versicherer ihre Bestands- und Neukunden mit Beitragssenkungen. Exemplarisch seien der Mediziner-Vollversicherungstarif KGH2-U der AXA oder der Vollversicherungstarif uni-ZZ-Special der uniVersa genannt. Dabei handelt es sich jeweils um Produkte, die nur Neukunden angeboten werden. Bei der aktuell sehr angespannten Marktsituation ist insgesamt davon auszugehen, dass Anpassungen nach unten eher die Ausnahme bleiben werden. Versicherte, die von angekündigten Beitragserhöhungen betroffen sind, haben verschiedene Optionen, darauf zu reagieren. Neben 3 verschiedenen Wechseloptionen besteht auch die Möglichkeit vor Gericht zu ziehen, was langwierig und vor allem kostspielig sein kann. (kt)

Von |2018-09-28T10:28:48+00:0026. September 2018|Gesetzlich, Recht, Versicherung|