Pilotphase Vernetzung: eGK im ersten Praxistest

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll erstmals zeigen, was sie wirklich kann. Wie die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) nun mitteilte, hat die Pilotphase für erste elektronische Anwendungen jetzt begonnen. 2009 eingeführt, soll die Karte künftig Krankenversicherungen und Heilberufler auf einfache, schnelle und sichere Weise vernetzen. Die Testphase soll zeigen, wie gut sich Onlinefunktionen nutzen lassen, technische Abläufe funktionieren und wie stabil das elektronische Netz in der Praxis ist.

Pilotphase mit 23 Ärzten und einem Krankenhaus

An der Pilotphase nehmen 23 Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen sowie ein Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein teil. In der sogenannten Testregion Nordwest nutzen die Teilnehmer zunächst das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Dieser Online-Prozess soll in Echtzeit die Versichertenstammdaten wie beispielsweise Name, Geburtstag und Adresse auf Aktualität und Korrektheit überprüfen sowie Auskunft darüber erteilen, ob der Karteninhaber überhaupt versichert und die eGK gültig ist. Darüber hinaus soll diese erste Testphase zeigen, wo bei Ärzten, Zahnärzten und medizinischem Personal Schulungsbedarf besteht.

Weitere Erprobungsphasen in Planung

Einer erfolgreichen Pilotphase soll sich eine Erprobungsphase mit 500 Arztpraxen und Krankenhäusern anschließen. Ist auch diese Phase erfolgreich abgeschlossen, steht dem flächendeckenden Ausbau der Telematikinfrastruktur (TI) nichts mehr im Wege. Für die Gematik drängt dabei ein wenig die Zeit: Aufgrund des E-Health-Gesetzes sind Ärzte und Psychotherapeuten ab Juli 2018 verpflichtet, das neue System für Überprüfungen und ggf. Korrekturen der Versichertendaten zu nutzen – andernfalls drohen Honorarkürzungen.

Einbindung des Sicheren Netzes in neue Telematikinfrastruktur

Teil der neuen Telematikinfrastruktur soll das bereits etablierte Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigung (SNK) werden. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein bereits bestehendes, als sicher geltendes Intranet für Ärzte und Heilberufler im Allgemeinen, das über rund 110.000 Nutzer und zahlreiche Online-Anwendungen verfügt. Im Zusammenhang damit kritisieren IT-ler und Datensicherheitsaktivisten die Einführung der neuen Gesundheitskarte und des damit verbundenen Systems. Sie halten das neue System für nicht sicher genug, um sensible Patientendaten auf diesem Wege zu teilen.

2017-05-19T16:09:43+00:00 6. Dezember 2016|Allgemein|