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Pflegeversicherung: Mehr Pflegebedürftige in Berlin

Berlin gilt als Synonym für Jugend- und Subkultur, ist Anziehungspunkt für junge Menschen aus aller Welt – und muss sich auf einen deutlichen Anstieg an Pflegebedürftigen einstellen. Schon heute ist dieser Trend deutlich sichtbar. Aktuellen Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zufolge waren Ende 2015 bereits 116.424 Berliner pflegebedürftig – in 2013 waren es nur etwa 108.000 Einwohner.

Anzahl der Pflegebedürftigen steigt anhaltend

Derzeit gelten damit 3,3 Prozent der Bevölkerung als pflegebedürftig. Davon entfallen 64 Prozent auf Frauen, gut 80 Prozent der Betroffenen waren mindestens 65 Jahre alt. Tendenziell gilt: Das Risiko einer Pflegebedürftigkeit steigt mit dem Alter. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Frühjahr 2016 sieht in den kommenden 15 Jahren einen erheblichen Anstieg der Hochbetagten im Alter von 80 Jahren und darüber voraus. Ihr Anteil an der Berliner Bevölkerung soll um drei Viertel wachsen. Damit einher geht ein deutlicher Anstieg der Pflegebedürftigen: Derzeit geht man in Berlin davon aus, dass deren Anzahl bis 2030 auf 170.000 steigt.

Mehrheit setzt auf häusliche Pflege

Die Berliner Statistiker interessierte aber nicht nur, wer pflegebedürftig wird sondern auch, wo Pflege stattfindet. Berlin ist demnach eine Hochburg der häuslichen Pflege: Ende 2015 wurden 75,7 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut. 585 Pflegedienste kümmerten sich um ihr Wohlergehen. Zusammen mit den 385 Pflegeheimen im Stadtgebiet beschäftigen sie mehr als 43.500 Personen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf die Entwicklung der ambulanten Dienste im Bundesländervergleich aus dem Bericht „Zur Situation der Pflege im Land Berlin“ vom Dezember 2015. Der zufolge gab es vor zwei Jahren 567 Pflegedienste in Berlin, 193 mehr als im Vergleichsjahr 2003. Das entspricht einem Wachstum um 51,6 Prozent in diesem Zeitraum – Berlin belegt damit bundesweit den Spitzenplatz.

Nachfrage nach Pflegekräften steigt erheblich

Angesichts der hohen Anzahl an neuen Pflegediensten, dem Trend zur häuslichen Betreuung und den Altersprognosen für Berlin in den kommenden 15 Jahren ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen bis 2030 und darüber hinaus weiterhin deutlich ansteigen wird. Damit einher geht eine verstärkte Nachfrage nach qualifizierten Pflegekräften. Berlin ist sich dessen bewusst und rechnet damit, dass 2030 um die 20.000 Altenpflegerinnen und Pfleger fehlen könnten. Angedacht sind daher Kampagnen zur Verbesserung der Wertschätzung der Altenpflege und zur Steigerung der Attraktivität entsprechender Ausbildungszweige.

2017-10-17T15:50:25+00:00 16. November 2016|Lokal, Versicherung|