Patienten selbst ist es zu verdanken, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangetrieben wird. Denn viele Menschen beschäftigen sich heute aktiv selbst mit ihrer Gesundheit. Es handelt sich hierbei um einen Trend, der den gesamten medizi­nischen Bereich und das Gesundheitssystem beeinflusst. Auch ein vermehrtes Ver­langen nach Effizienz ist dafür verantwortlich, dass der Stellenwert der Digitali­sie­rung im Gesundheitswesen steigt. Nur so ist es möglich, den Patienten einen leist­baren Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen und gleichzeitig Inno­vationen voranzutreiben.

Gesetzgebung soll Digitalisierung besser steuern

Gemäß Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist der Digitale Wandel auch in Deutschland voranzutreiben. Hierzu brauche es mehr Mut. Denn gerade in Bezug auf die Digitalisierung gebe es viele Chancen. Gemäß Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitali­sie­rung, ließe sich auf diese Weise das Leben chronisch Kranker, älterer Menschen und von Personen mit Pflegebedürftigkeit erleichtern.

Es stellt sich mittlerweile nicht mehr die Frage, ob Digitalisierung stattfindet, son­dern wie. Multimediale Technologien sind aus dem Gesundheitsbereich nicht mehr wegzudenken. Es gilt, das gesamte System durch die Implementierung neuer Medien und verstärkter digitaler Vernetzung, für den einzelnen Patienten besser zu machen. Hierfür sind kleine und agile Schritte vonnöten. Dr. Gottfried Ludewig, der die Ab­teilung „Digitalisierung und Innovation“ im Bundesministerium für Gesundheit leitet, kündigte ein neues Digitalisierungsgesetz an. Dieses soll im zweiten Quartal 2019 eingeführt werden. Daneben schlägt er vor, den Digitalisierungsaspekt in jedem Gesetz einzubauen. Das ursprünglich auf den Weg gebrachte E-Health-Gesetz war der erste Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Es reicht aber nicht aus, um den aktuellen Anforderungen zu genügen.

Nutzung digitaler Angebote steigt – Welche sind gut?

Die Konstante ist die Veränderung. Gültigkeit hat dieser Leitsatz auch in Bezug auf das Verhalten der Patienten. Sie stellen in Bezug auf die Digitalisierung auch den größten Treiber dar: Die Nachfrage und Nutzung von digitalen Angeboten, ob im Internet oder als Gesundheits-Applikationen, kurz Apps, steigt und wird immer beliebter. Das Angebot ist inzwischen so groß, dass es für Verbraucher gleichzeitig immer schwerer wird, eine Auswahl zu treffen und einzuschätzen, ob es sich um ein hochwertiges Produkt handelt.

Das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V. will dabei unterstützen und vergibt entsprechende Gütesiegel, um Patienten und Nutzern eine bessere Orientierung in dem wachsenden Informationsdschungel zu bieten. Das Qualitäts­­logo von afgis soll dementsprechend wertvolle Angebote zu Gesundheitsinforma­tionen kennzeichnen, um sie gegenüber denen mit minderwertiger Qualität hervor­zuheben. Im Fokus steht dabei die Transparenz der Anbieter und die Offenheit sowie Glaubwürdigkeit der Veröffentlichungen: Es gibt immer noch viele schwarze Schafe, die hinter ihren angeblichen Gesundheitsinformationen Werbung für bestimmte Produkte verstecken oder – noch schlimmer – gesundheitsgefährdende Aussagen verbreiten. Der Verein entstand bereits 1999 auf Initiative des Bundesgesundheits­ministeriums. Mit der Gründung sollte ein Informationsangebot für Patienten entstehen, das den Menschen ein selbstbestimmtes, verantwortliches Handeln für die eigene Gesundheit ermöglicht und das dabei auf Qualität achtet sowie sich am Bedarf der Verbraucher orientiert.

Bürokratie durch Digitalisierung mindern

Doch auch dem Verlangen nach gesteigerter Effizienz ist zu verdanken, dass digitale Anwendungen einen Aufschwung erfahren. Die vernetzenden Technologien sind im Gesundheitswesen mittlerweile essenziell. Sie sollen an allen Schnittstellen zur Anwendung kommen – also beim Arzt, im Krankenhaus und natürlich beim Patienten selbst. Dabei gilt es, zukünftigen Anwendern Technologien und Methoden näher zu bringen, die sie später ihren Kunden anbieten können.

Im Zusammenhang mit der Digitalisierung geht es auch immer um den Transfer von Informationen und die Vernetzung von Daten: Im Gesundheitswesen gibt es von beidem reichlich, aber Papierberge von Akten schonen weder Ressourcen, noch sind sie nützlich im digitalen Zeitalter. Wenn künftig Untersuchungsergebnisse vom Facharzt an den Hausarzt gehen, wie in der Telemedizin üblich, wird der Arztbrief oder Aufnahmen aus bildgebenden Verfahren einfach online ausgetauscht werden. Damit die digitalen Dokumente den Patienten korrekt zugeordnet und abgelegt werden können, bieten sich digitale Dokumentenmanagementsysteme an. AMAGNO ist eines der Unternehmen, das sogenannte Digital Workplace Lösungen anbietet, von denen sicher auch die Beteiligten im Gesund­heits­system profitieren könnten. Das externe Teilen von Daten wird durch Weblinks oder digitale Stempel sicher. Die eigens von AMAGNO entwickelte Dateima­nage­ment Software (DMS) ermöglicht eine automatisierte Datenverwaltung, die auch völlig unterschiedliche Dateien und Dokumente an einem Ort zusammen­bringt und damit deren Organisation wesentlich erleichtert.

Fachkräfte informieren und vernetzen

Um digitale Technologien an verschiedenen Schnittstellen implementieren zu können, gilt es, Fachkräfte auf dem neuesten Stand zu halten. Denn nur dann, wenn sämtliche Akteure des Gesundheitswesens – diese reichen von der Politik, Industrie und Forschung bis hin zu Pflegern und Ärzten – an diesem Prozess beteiligt sind, lässt sich die Digitalisierung nahtlos vorantreiben. Veranstaltungen wie die „Digital Medical Expertise & Applications“ (DMEA) oder der Health Innovation Hub dienen dabei als wichtiges Forum zum Austausch und als Informationsquelle. Als Plattform für neue Technologien im Gesundheits­bereich zeigt sie auf, wie gute Digitalisierung und ausgebaute Interoperabilität in der Praxis aussehen. Es ist wichtig, Innovationen in der Medizin greifbar zu machen.